Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vor dem letzten Gruppenspiel

Ausbleibende Rotation: Erinnert sich Nagelsmann an die Niederlande?

Deutschland wird trotz Gruppensieges nicht wild durchmischen. Bundestrainer Julian Nagelsmann wechselt nur minimal. Ob er an die EM 2008 denkt?

Die Niederlande sorgten bei der Europameisterschaft 2008 in der Vorrunde für einen Paukenschlag. Die Gruppengegner Italien (3:0) und Frankreich (4:1) wurden von Rafael van der Vaart, Dirk Kuijt, Ruud van Nistelrooy, Wesley Sneijder und Co. seziert. Bondscoach Marco van Basten warf nach geglückter Qualifikation die Rotationsmaschine an. Die letzte Partie gegen Rumänien gewann eine auf neun Positionen veränderte Mannschaft mit 2:0.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Wenige Tage später folgte der Schock. Russland, ausgerechnet mit dem Niederländer Guus Hiddink an der Linie, warf die Oranje im Viertelfinale aus dem Turnier. „Es war, als ob sie mit Handbremse spielten. Nichts klappte. Es war ein Trauerspiel“, sagte damals Nigel de Jong. Schalke-Legende Youri Mulder kommentierte: „Wir waren nicht so frisch und spritzig wie die Russen.“

DFB-Trainer Nagelsmann erklärt seine minimale Rotation

Natürlich hat ein Ausscheiden stets mehrere Gründe. Es wäre zu einfach, alles nur auf diese Komplett-Rotation von van Basten zu schieben. Doch es ist ein präsentes und somit warnendes Beispiel. Jürgen Klinsmann hätte es als Nationaltrainer bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 ähnlich machen können wie van Basten. Deutschland war nach zwei Partien sicher für das Achtelfinale qualifiziert. Er nahm eine Änderung vor und man gewann mit 3:0 gegen Ecuador.

Ziemlich genau 20 Jahre später steht der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann – ausgerechnet gegen Ecuador – ebenfalls vor dieser kniffligen Frage. Deutschland trifft in New York auf die Südamerikaner. Ecuador droht das Aus, das DFB-Team hingegen ist schon sicher weiter. Das ist eine schwierige Situation, die es für Nagelsmann zu lösen gilt.

Wie viele Veränderungen nimmt man vor? Das DFB-Team ist nach dem 2:1-Erfolg gegen die Elfenbeinküste nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Schont man dann Profis und hält die Stimmung beim zweiten Anzug hoch? Schützt man sich vor weiteren Verletzungen? Haben die Spieler für die am Montag startende kräftezerrende K.o.-Runde ohne Pause genug Benzin im Tank? Und über allem schwebt der latente Vorwurf, man könne den Wettbewerb verzerren.

Nagelsmann hat mit seinem Trainerteam und den Spielern diskutiert. Er kommunizierte auf der Pressekonferenz vor dem Duell seinen Entschluss: „In den Wochen vor der WM war eines der entscheidenden Themen, dass die Mannschaft zu wenig eingespielt sei und zu wenig Spiele miteinander gemacht habe. Jetzt haben wir zwei Spiele bei der WM bestritten und es wird diskutiert, wie oft wir wechseln. Dahinter sehe ich nicht den riesigen Sinn.“

Nagelsmann wechselt gegen Ecuador auf zwei Positionen.

Die beiden Wechsel, die Nagelsmann gegen Ecuador vornehmen wird, sind erzwungen. Für Nico Schlotterbeck ist das Turnier beendet, Nathaniel Brown fällt angeschlagen aus. Ansonsten gibt es keine Bewegung. Torhüter Manuel Neuer hatte aufgrund seiner Wadenverletzung in der ersten Partie gegen Curacao (7:1) einen Kaltstart. Kai Havertz, Jamal Musiala und Felix Nmecha standen aufgrund längerer Ausfallzeiten nur selten gemeinsam auf dem Feld.

Und er vertraut – trotz öffentlichen Drucks – weiterhin auf Leroy Sané. Es ist eine klare Linie des Bundestrainers, der die Kommunikation mit seinen Spielern sucht. Jeder weiß aktuell, wo er steht und was der Plan ist. Nagelsmann ist in diesen Wochen in den USA weiter gereift. Er lässt keine Zweifel an seiner Linie aufkommen. Dabei agiert er aber nicht stur oder verbissen.

Im Gegenteil: Der Bundestrainer zeigt Verständnis für die öffentlich geführten Diskussionen. Vor allem die Personalie Deniz Undav emotionalisiert das Land. Hätte ihn Nagelsmann nicht einbauen müssen? „Wir treffen unsere Entscheidungen nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus Überzeugung“, stellte der Coach klar. Fest steht: Nagelsmann orientiert sich an Klinsmann und nicht an van Basten. 2006 kam man so bis ins Halbfinale. Das wäre 20 Jahre später ein großer Erfolg.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius

Kommentare