Ins eiskalte Wasser geworfen
„Und dann brachen die Dämme“: Starbulls siegen mit 5:0-Torflut bei den Blue Devils Weiden
Mit einem 5:0-Auswärtssieg bei den Blue Devils Weiden bauen die Starbulls Rosenheim ihre Siegesserie in der DEL2 aus. Seit vier Spielen sind die Eishockeyspieler von der Mangfall damit ungeschlagen. Auf Seiten der Gastgeber feierte zudem ein Ex-Rosenheimer sein Zweitliga-Comeback.
Weiden – Die Starbulls Rosenheim haben bei den vom Verletzungspech geplagten Blue Devils Weiden einen souveränen 5:0-Auswärtssieg eingefahren. Zurück im grün-weißen Aufgebot war Kapitän C.J. Stretch für den an der Schulter verletzten Teemu Pulkkinen. Da bei den Gastgebern derzeit sieben Spieler verletzt fehlen, bedienten sich die Oberpfälzer mit Christian Neuert kurzerhand beim TEV Miesbach in der Bayernliga. Mit Noah Samanski und Fabian Ribnitzky verloren die Gastgeber im Laufe des Spiels zwei weitere Akteure.
Der Spielfilm: Von Beginn an war Tempo in der Partie am Halloween-Abend. Beide Mannschaften suchten früh den Weg zum Tor, ehe Scott Feser in der achten Minute erstmals für die Rosenheimer traf. Nach einem schnellen Angriff über Luigi Calce und Jordan Taupert vollendete Feser frei auf der linken Seite zum 1:0. Kurz darauf hatte Luca Gläser für die Gastgeber die Chance zum Ausgleich, setzte seinen Versuch allerdings ans Außennetz.
Buchwieser tauscht den Torwart
Zu Beginn des zweiten Drittels sorgte erneut die zweite Angriffsreihe für Zählbares: Taupert bediente Feser, doch Weidens Tomas Schmidt brachte die Kelle dazwischen. Calce schnappte sich den losen Puck und vollendete aus der Drehung flach zum 2:0. Doch nicht nur süßes, sondern auch saures gab es für die Starbulls in der Oberpfalz. In der Rückwärtsbewegung hatte Joel Keussen nur Augen für den puckführenden Angreifer, als ihn Weidens Paul Vinzenz, mit den Händen voran, seitlich am Kopf traf und zu Boden schickte. Die Schiedsrichter verhängten für die Aktion mit zwei Minuten wegen Behinderung ein mildes Strafmaß.
Die Starbulls legten nach: Dylan Plouffe erhöhte in der 34. Minute per Direktschuss auf 3:0, fünf Minuten später traf Keussen per Schlagschuss durch die Beine von Goalie Felix Noack zum 4:0. Daraufhin brachte Coach Sebastian Buchwieser den 21-jährigen Felix Wolf zwischen die Pfosten.
In den letzten 20 Minuten beschränkten sich die Rosenheimer auf Ergebnissicherung. Die Schussbilanz der Blue Devils verdeutlichte dies: Waren es in den ersten beiden Dritteln noch zwölf und neun Versuche, so schossen die Gastgeber im Schlussdrittel nur vier Mal auf den Kasten der Starbulls. Kurz vor Ablauf der zweiten von zwei aufeinanderfolgenden Powerplays verschaffte sich Ville Järveläinen auf der linken Seite Platz und traf fünf Minuten vor Schluss noch zum 5:0-Endstand.
Comeback für einen Ex-Rosenheimer
Die Schlüsselszene: Das 3:0 durch Dylan Plouffe. Danach war die Luft raus bei den Hausherren.
Zum Lachen: Am Bullypunkt zeigten die Starbulls ihre ganze Dominanz. Mit beeindruckenden 64 Prozent gewonnener Faceoffs setzten die Rosenheimer ihre Überlegenheit bereits beim Anspiel deutlich in Szene und sicherten sich damit häufig den ersten Zugriff auf die Scheibe. Allen voran C.J. Stretch, der 18 von 25 Puckduellen für sich entscheiden konnte.
Zum Gruseln: Nichts. Die Starbulls zeigten einen rundum soliden Auftritt.
Der Spieler des Spiels: Youngster Luigi Calce strahlte ein Mal mehr echte Offensivgefahr aus und traf kluge Entscheidungen. Den Treffer zum 1:0 leitete er mit seinem Pass auf Jordan Taupert ein, für das 2:0 sorgte der 21-Jährige dann selbst. Auch am Bullypunkt überzeugte Calce mit acht von zwölf gewonnenen Anspielen und trug so zur starken Quote der Rosenheimer bei.
Was war los mit: Weidens Nummer 57? Im Schlussdrittel feierte ein ehemaliger Rosenheimer sein Comeback. Christian Neuert, der erst am Abend zuvor verpflichtet wurde, sammelte nach vier Jahren Bayernliga (EHC Waldkraiburg und TEV Miesbach) wieder Eiszeit in der DEL2. Von 2015 bis 2017 lief der 33-Jährige für die Starbulls in der zweithöchsten deutschen Spielklasse auf. „Neuert muss ich sagen, von der Bayernliga gleich hier ins eiskalte Wasser geschmissen, hat seine Sache im Rahmen der Umstände gut gemacht“, lobte Buchwieser.
Pasanen: „Hut ab für die Heimmannschaft“
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Das Spiel war am Anfang auf Messers Schneide. Wir waren glücklich mit den Toren und dann hat sich das Spiel ein bisschen gedreht. Und ja, es ist schwierig, mit so einem dünnen Kader wie Weiden 60 Minuten Vollgas zu spielen. Hut ab, wie die Heimmannschaft trotzdem gekämpft hat.“
Michael Buchwieser, Blue Devils Weiden: „Wir haben gut angefangen im ersten Drittel. Das Ziel war vor allem, dass wir mal wieder ein Tor schießen. Wie wussten, dass Rosenheim sich nicht blenden lässt von unserem Lineup und dass es ein schweres Stück Arbeit wird. Aber dann haben wir eigentlich gut mitgehalten. Im zweiten Drittel sind die Tore dann zu einfach gefallen und dann brachen die Dämme.“
Die Spielstatistik: Blue Devils Weiden – Starbulls Rosenheim 0:5 (0:1, 0:3, 0:1) Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Plouffe, Keussen; Bosecker – Laub, Stretch, Järveläinen; Feser, Calce, Taupert; Dietz, Sarault, Zerter-Gossage; Bosecker, Musin, Achatz.
Tore: 0:1 (8.) Feser/Taupert, 0:2 (23.) Calce/Taupert, 0:3 (34.) Plouffe/Zerter-Gossage, Keussen, 0:4 (39.) Keussen/Stretch, Sarault, 0:5 (55.) Järveläinen/Adam – PP1.
Schiedsrichter: Kohlmüller/Kapzan; Strafminuten: Weiden 12, Rosenheim 10; Zuschauer: 2120.
Das nächste Spiel: Der zweite Teil des Doppel-Auswärts-Wochenendes für die Starbulls steigt am Sonntag um 17 Uhr bei der Düsseldorfer EG – es ist das letzte Match vor der Länderspielpause.
