In Unterzahl zum Sieg
Unterzahl-Wahnsinn in Weißwasser: Starbulls bleiben 2026 weiter ungeschlagen – dank 28 Sekunden
Die Starbulls Rosenheim haben ihre Siegesserie in der DEL2 ausgebaut. Bei den Lausitzer Füchsen siegte Rosenheim 5:2 – dank 28 wahnsinnigen Sekunden im zweiten Drittel. Doch es gab auch Kritik.
Weißwasser – Die Starbulls Rosenheim bleiben im Jahr 2026 noch ungeschlagen. Aus den bisherigen vier DEL2-Spielen seit dem Jahreswechsel haben die Eishockeyspieler von der Mangfall vier Siege errungen. Der 5:2-Erfolg bei den Lausitzer Füchsen fixierte das zweite Sechs-Punkte-Wochenende hintereinander.
Starbulls Rosenheim bleiben 2026 ungeschlagen
Der Spielfilm: Rosenheim kam nur schwer ins Spiel. Gerade in der neutralen Zone hatten die Starbulls anfangs kaum Zugriff. Die Lausitzer kamen recht einfach ins Angriffsdrittel, umgekehrt mussten sich die Gäste dazu mit Schüssen von außerhalb behelfen. Weißwasser erzielte zwei Tore durch Hannu Tripcke und Kyle Havlena, die sicher zu verhindern waren. „Komische Tore. Die möchte unser Torwart sicherlich gerne zurückhaben“, urteilte Starbulls-Coach Jari Pasanen. Auf der anderen Seite konnte Hausherren-Goalie Anthony Morrone einen Schuss von Scott Feser nicht festhalten und Maximilian Adam leitete die Scheibe aus der Luft ins Tor weiter.
Nach dem Wechsel fiel die Entscheidung auf der Strafbank, auch wenn die ersten beiden Rosenheimer Tore bei Fünf gegen Fünf fielen. Bei beiden Treffern waren die Starbulls aber noch in der Powerplay-Formation. Als Fabian Dietz vor dem Tor erstklassig arbeitete und einen Schuss von Shane Hanna zum 2:2 abfälschte, war die Strafe der Lausitzer gerade sechs Sekunden abgelaufen. Und als Ville Järveläinen genau schaute und platziert in den Winkel traf, war die Tür der Strafbank gerade aufgegangen. Als dann Jannick Stein für Rosenheim eine Strafzeit kassierte, schlug nicht die Zeit der Gastgeber, sondern der Starbulls: Scott Feser luchste Havlena die Scheibe ab, nutzte den freien Raum und traf mit einem platzierten Schuss. Und dann zog Jordan Taupert aus dem eigenen Drittel los und schloss den Konter mit einem Schuss ins kurze Eck ab.
Im letzten Durchgang ließen die Starbulls hinten nichts mehr anbrennen und brachten den Vorsprung über die Runden – was auch an Torwart Christopher Kolarz lag, der unter anderem einen Schuss spektakulär mit seiner Maske abwehrte.
28 Sekunden entscheiden das Spiel
Die Schlüsselszene: Das waren 28 Sekunden in der Schlussminute des zweiten Drittels. Jannick Stein hatte auf der Strafbank Platz genommen und Rosenheim war in Unterzahl. Die Starbulls führten zu diesem Zeitpunkt mit 3:2. Bei der Drittelsirene lagen die Starbulls dann dank der beiden Treffer binnen dieser 28 Sekunden mit 5:2 vorne. „Das hat das Momentum gedreht“, fand Stürmer Jordan Taupert.
Comeback mit vielen Strafen
Zum Lachen: Wieder einmal haben die Starbulls einen Rückstand in einen Sieg umgewandelt. Im Jahr 2026 ist dies zwar das erste Mal, bei der Siegesserie im Dezember hatten die Mannen von der Mangfall aber mehrfach schon Spiele gedreht.
Zum Weinen: Nach dem Freitagsspiel gegen Kaufbeuren hatte sich Pasanen noch gefreut, dass seine Mannschaft kaum mehr Strafzeiten kassierte. „Wir hatten zu viele unnötige Strafen, unter anderem wegen Stockschlag“, meinte Pasanen. In Weißwasser mussten seine Mannen gleich fünfmal in die Kühlbox, zwei Strafen wurden wegen eines Stockschlags verhängt. Allerdings hatten diese keine Auswirkungen negativer Hinsicht.
Taupert arbeitet, Morrone muss verletzt raus
Der Spieler des Spiels: Jordan Taupert. Auf seiner ehemaligen Station war der wendige Stürmer in einem starken Rosenheimer Kollektiv aufgrund seines großen Pensums auffällig. Der frühere Lausitzer arbeitete stark in den Ecken und war auch in den Special Teams ein Faktor. Als Belohnung durfte er sich dann auch noch in die Torschützenliste eintragen und ist dort nun zweistellig.
Das war los mit: Anthony Morrone. Der Lausitzer Torhüter musste in der 33. Minute verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam der junge Lennart Neiße in den Kasten. Zu diesem Zeitpunkt hieß es 2:2. „Ich möchte die Leistung nicht schlecht reden“, meinte Pasanen hinterher, „aber der Torwart kommt kalt rein und danach fielen die Tore“.
Jari Pasanen: „Es war ein schwieriges Spiel“
Das sagen die Trainer: Christof Kreutzer, Lausitzer Füchse: „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, waren anfangs hungrig bei den Nachschüssen. Dass wir in eigener Überzahl zwei Gegentore kassieren, darf nicht passieren. Da wollten wir vielleicht auch zu viel.“
Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Es war ein schwieriges Spiel, Weißwasser hat druckvoll und schnell gespielt. Das war wohl der Grund, warum wir zunächst nicht in die Gänge gekommen sind. Anfangs hatten wir Probleme in der neutralen Zone. Wir sind froh, dass wir die Punkte mitnehmen können.“
Die Spielstatistik: Lausitzer Füchse – Starbulls Rosenheim 2:5 (2:1, 0:4, 0:0). Starbulls: Kolarz (Röckl) – Hanna, Tiffels; Van der Linde, Vollmayer; Bosecker, Adam – Feser, Stretch, Järveläinen; Dietz, Sarault, Pulkkinen; Musin, Calce, Taupert; Stein, Kolb, Beck.Tore: 1:0 (7.) Tripcke/Knobloch, 1:1 (14.) Adam/Feser, Pulkkinen, 2:1 (16.) Havlena/Theodore, 2:2 (28.) Dietz/Hanna, 2:3 (37.) Järveläinen/Stretch, Adam, 2:4 (40.) Feser – SH1, 2:5 (40.) Taupert – SH1.Schiedsrichter: Gawlik und Blankart; Strafminuten: Weißwasser 8, Rosenheim 10; Zuschauer: 2411.
Das nächste Spiel: Die Starbulls haben am kommenden Freitag (16. Januar) wieder ein Heimspiel. Um 19.30 Uhr erwarten die Rosenheimer dann die wieder erstarkten Ravensburg Towerstars.