Geht erbitterter Machtkampf nun in nächste Runde?
„Scheiß auf den Scheich, scheiß auf sein Geld“: 1860 München-Investor kassiert böse Watschn
Jahrelang ließ sich 1860 München-Investor Hasan Ismaik nicht bei den Fans blicken, doch in den vergangenen Wochen schien bei dem Jordanier eine Art Sinneswandel stattgefunden zu haben. Dies hatte jedoch einen ganz bestimmten Grund.
München - Am vergangenen Sonntag (16. Juni) richteten sich die Augen vieler 1860 München-Fans in die Landeshauptstadt, denn es stand die wohl wichtigste Mitgliederversammlung seit Jahren auf dem Programm. Grund hierfür war das sogenannte „Bündnis Zukunft 1860“ rund um Antreiber und Investor Hasan Ismaik, das für einen Neuanfang sorgen wollte.
Ismaik teilte scharf aus
Doch erst einmal der Reihe nach. In den letzten Wochen wirkte der so umstrittene Gönner aus Jordanien wie ausgewechselt: der 46-Jährige besuchte sämtliche Löwen-Fanklubs (auch einige in der Region) und warb dabei immer wieder um Unterstützung, den Verwaltungsrat mit von ihm unterstützten Funktionären neu zu besetzen. Fast täglich sorgte Ismaik für eine neue Schlagzeile und nahm dabei kein Blatt vor den Mund.
So kritisierte er beispielsweise im Interview mit BR24Sport die Führungsregie scharf: „Was wir jetzt im Verein haben, ist ungesund, für 1860 schädlich“, so der Investor, der sogar noch einen draufsetzte: „Meiner Meinung nach versuchen sie, 1860 zerstören.“ Schwere Vorwürfe, die jedoch nicht erst seit gestern kommen. Schon seit Jahren herrscht ein erbitterter Machtkampf zwischen Ismaik und Präsident Robert Reisinger.
Gespaltene Meinung bei den Fans
Kein Wunder also, dass ausgerechnet dieser der Hauptschuldige ist: „Herr Reisinger hat gesagt, von Herrn Ismaik brauchen wir keinen Cent, kein Geld. Das hat er in der Öffentlichkeit gesagt. Hinter den Kulissen kommt er zu mir und fragt nach Geld und Unterstützung. Wie sollen wir mit dieser Einstellung arbeiten? Ich kann das nicht.“
Und die Meinung der Fans? Gespalten. Während die Einen hinter ihrem Investor und dabei vor allem hinter seinem Geld stehen, ist der Großteil - u.a. die Ultras - alles andere als gut auf ihn zu sprechen. Immer wieder tauchten in der vergangenen Spielzeit Banner auf, auf welchen klar gemacht wurde, was die Anhänger der Löwen von Ismaik halten.
Deutliche Niederlage für das Bündnis
Doch dieser lässt sich nicht so einfach aufhalten und wollte nun auch noch im Verein selbst mitentscheiden. Ob es geklappt hatte? Mitnichten, denn die rund 2.500 Anhänger erteilten dem selbsternannten Bündnis eine klare Absage: die sieben Amtsinhaber um den Vorsitzenden Sascha Königsberg und Sebastian Seeböck wurden wiedergewählt, während es kein Ismaik-Kandidat in das Gremium schaffte.
Eine echte „Watschn“ und bittere Niederlage für den Geldgeber, der jedoch bereits im Vorhin betonte, dass er das Ergebnis - egal wie es kommt - akzeptieren und hinnehmen werde. Bei den Fans sorgte dieses allerdings für pure Ekstase: „Scheiß auf den Scheich, scheiß auf sein Geld“, hallte durch die Zenit-Halle, in der die Mitgliederversammlung stattgefunden hatte.
Geht Machtkampf in die nächste Runde?
Einen Tag später meldete sich der 46-Jährige über Social Media zu Wort: „Heute können sie feiern, morgen werden sie sich fragen: Hat unser Verein vielleicht die Chance verpasst, 1860 mit viel kompetenteren Persönlichkeiten in eine bessere Zukunft zu führen? Ich meine ja!“ Die Machtkämpfe beim TSV 1860 München werden wohl oder übel in die nächste Runde gehen.
gz