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„Ein reines Schlachtfeld“

Weinende Spieler, Chaos und Vorwürfe: Ein Bezirksliga-Spiel in Oberbayern, das alles zerstörte

Fußballplatz
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In Oberbayern steht ein Bezirksliga-Spiel im Fokus (Symbolbild).

Nur 90 Minuten Fußball – und doch blieb am Ende ein zerstörter Nachmittag in Oberbayern zurück: Spieler weinten, Zuschauer geraten aneinander, Verantwortliche widersprechen sich heftig. Ein Bezirksliga-Spiel, das tiefe Spuren hinterlässt.

Oberbayern – Es war ein Spiel in der Fußball-Bezirksliga, das nach 60 Sekunden eigentlich den perfekten Nachmittag für den TSV Gaimersheim versprach. Frühe Führung, später ein deutlicher 5:1-Erfolg gegen den TSV München 1954 – doch auf dem Sportplatz brannte am Ende kaum jemand für das Ergebnis. Stattdessen dominierten Vorwürfe, Tumulte am Seitenrand und ein Stadionverbot die Schlagzeilen. Beide Klubs liefern sich seitdem einen Schlagabtausch über Schuld, Ursachen und Ausmaß. Das bestätigten Verantwortliche gegenüber unserem Partner-Portal „Fussball Vorort/FuPa Oberbayern“, auf deren Bericht sich die folgenden Schilderungen stützen.

Bis zum Ausgleich der Münchner in Minute 17 wirkte die Partie unspektakulär, teils sogar ruhig. „Auf dem Platz war alles fair“, sagte Münchens Sportdirektor Mohammed Asad gegenüber „Fussball Vorort/FuPa Oberbayern“. Doch hinter der Bank der Gäste, so berichtet er, habe sich früh ein zweiter Schauplatz aufgebaut – mit verbalen Spitzen, die die Münchner aus dem Konzept gebracht hätten. Vor allem eine Gruppe älterer Zuschauer soll seine Spieler immer wieder beleidigt haben, sagt Asad. Darunter mutmaßlich auch Schmähungen rassistischer Art. Einer seiner Spieler habe in der Halbzeit weinend das Feld verlassen.

Oberbayern: Wie ein Spiel in der Fußball-Bezirksliga alles zerstörte

Gaimersheim weist diese Darstellung kategorisch zurück. Teammanager Marc Willenbockel, der an diesem Tag den Ordnungsdienst leitete, sagte, er habe weder rassistische Äußerungen noch Beleidigungen aus dem Heimblock registriert. Er verweist auf die Zusammensetzung seines Teams: „Bei uns hat 50 Prozent der Mannschaft selbst Migrationshintergrund.“

Aus seiner Sicht sei der Frust der Münchner allein spielstandbedingt gewesen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr schien die Atmosphäre zu kippen. Münchner Spieler hätten mehrfach den Linienrichter gebeten, die Fans zur Ordnung zu rufen – ohne Erfolg, so Asad. Aus seiner Sicht wurde der Fußball irgendwann nur noch zur Kulisse eines eskalierenden Konflikts am Rand, wie auch zuletzt in einer Begegnung in der Fußball-Kreisliga.

Dann entlud sich die Spannung. Nach einem Ballverlust an der Seitenlinie fiel ein Wortwechsel, der im Schiedsrichterbericht eindrücklich festgehalten ist. Ein Zuschauer soll einen Münchner Spieler lautstark beleidigt haben. Der Spieler konterte. Anschließend ging er auf eine Person in der Zuschauergruppe zu. Asad spricht von einem Schubser, Willenbockel von einem Schlag. Die Versionen passen nicht zusammen, der Konflikt aber bleibt eindeutig: Körperkontakt gab es.

Fußball-Bezirksliga: Eskalation bei Spiel in Oberbayern

Der betroffene Zuschauer soll nicht zum Verein gehören. Gaimersheim erteilte ihm unmittelbar ein Stadionverbot. Der Schiedsrichter griff danach zum „Stopp-Konzept“, das genau für solche Situationen vorgesehen ist. Die Münchner hätten sich jedoch nicht daran gehalten, so Willenbockel. Stattdessen seien auch von ihrer Seite weitere Beleidigungen gefallen, was

Asad wiederum schildert es anders. Er habe versucht, Schiedsrichter und Ordnungsdienst einzubeziehen, doch keiner habe die Situation in den Griff bekommen. Der Sportdirektor berichtet zudem, ein weiterer Münchner Spieler sei wiederholt rassistisch beleidigt worden und daraufhin des Platzes verwiesen worden, so auch zuletzt bei einem Jugendfußball-Spiel in Bayern. „So einen Fremdenhass habe ich noch nie erlebt“, sagt er. Das Schiedsrichtergespann findet dafür keine Bestätigung. Im offiziellen Bericht heißt es, man habe in der dynamischen Lage keine klaren Inhalte möglicher Zurufe wahrnehmen können.

Nach dem Abpfiff, so Asad, sollen sich einige Gaimersheimer Spieler bei seinen Akteuren entschuldigt haben. Willenbockel hingegen beschreibt die Lage komplett anders: Von Versöhnung sei keine Spur gewesen. Er spricht sogar davon, die Kabine der Gäste sei anschließend „ein reines Schlachtfeld“ gewesen. Was nun stichhaltig ist, was überzogen, was berechtigt – das muss das Sportgericht klären. Fest steht lediglich, dass dieses Spiel in der Fußball-Bezirksliga weit mehr zerstört hat als die Laune zweier Mannschaften. Es hat tiefe Gräben aufgerissen und zeigt einmal mehr, wie schnell ein Fußballnachmittag außer Kontrolle geraten kann. (mck)

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