Höchstmaß an Spannung
So steht es um unsere Landesliga-Teams aus der Region kurz vor dem Frühjahrsauftakt
Kurz vor dem Start in die höchstspannende Frühjahrsrunde in der Fußball-Landesliga Südost blickt beinschuss.de auf die Teams aus der Region: Wie steht es um TSV Wasserburg, 1860 Rosenheim, TSV Kastl, ESV Freilassing und SBC Traunstein?
Region – Der geplante Frühstart der Fußball-Landesliga Südost mit den Nachholspielen in Traunstein und in Kastl ist dem Flockenwirbel zum Opfer gefallen. Ob beim regulären Start in die Frühjahrsrunde am kommenden Wochenende alle Begegnungen stattfinden können, erscheint noch fraglich. Unter anderem musste die Begegnung zwischen dem ESV Freilassing und dem TSV 1880 Wasserburg auf Dienstag (3. März) verschoben werden. Aber sicher ist: Sowohl im Rennen um den Aufstieg, als auch im Kampf gegen den Abstieg bietet die Liga ein Höchstmaß an Spannung.
Grundsätzlich reicht das Feld der potenziellen Aufstiegskandidaten bis zum achten Platz, den der Kirchheimer SC mit 39 Punkten innehat. Die Mannschaft von Trainer Steven Toy (37), der den SC am Ende der Saison nach elf Jahren verlassen wird, hat gerade mal sechs Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter TSV 1880 Wasserburg. Die besten Chancen auf einen der beiden vorderen Ränge haben neben Wasserburg die SpVgg Unterhaching II, der TSV 1860 Rosenheim, der TSV Grünwald und der VfB Hallbergmoos, die allesamt sehr ambitioniert sind. Während der drittplatzierte TSV Murnau dem Abenteuer Bayernliga eher vorsichtig entgegenblickt.
Landesliga Südost: Wie steht es um die Fußball-Teams vor dem Start?
Ab dem Tabellenneunten TSV Kastl, der mit großen Problemen in die Saison gestartet ist, sich dann aber stark stabilisiert hat, beginnt dann aber auch schon die Zone der Mannschaften, die am Ende froh sein dürften, wenn sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Wohl gar keine Chance mehr auf ein Happy End hat Schlusslicht SVN München: Der Aufsteiger liegt mit vier Punkten abgeschlagen am Tabellenende, hat schon 96 Gegentreffer kassiert und blieb bisher den Nachweis der Ligatauglichkeit schuldig. Insofern haben die Neuperlacher auch zur Winterpause reagiert und mehr als den halben Kader ausgetauscht, jetzt soll ein Neuanfang her, von Klassenerhalt ist derzeit nicht die Rede.
Geblieben ist beim Schlusslicht aber Trainer Gökhan Sen, der im Herbst Aufstiegscoach Dennis Magro abgelöst hat. Insgesamt stehen die Trainerstühle in dieser Spielzeit der Landesliga Südost bei den meisten Vereinen aber relativ stabil: In der Winterpause gab es allerdings bei der SpVgg Unterhaching II, dem TSV Eintracht Karlsfeld und dem 1. FC Garmisch-Partenkirchen Veränderungen: Bei den Vorstädtern ist der Ameranger Thomas Kasparetti zurückgekehrt, der nach seinem Abstecher zum FC Augsburg wieder im Trainerteam von Sven Bender ist und zugleich federführend die Landesliga-Mannschaft zum Wiederaufstieg coachen soll.
Der 42-Jährige, der in Augsburg zusammen mit Sandro Wagner gehen musste, ist bei der Hachinger U21 nach Andreas Haidl, Marc Endres, Thomas Schmeizl, Philipp Bönig und Robert Rakaric bereits Trainer Nummer sechs. Da ist also neben der proklamierten Durchlässigkeit, die auch für das Trainerteam gilt, viel Fluktuation angesagt. „Capo“ Kasparetti war bereits von Januar 2021 mehrere Jahre für die Vorstädter tätig und gehörte auch dem Trainerteam an, das in der Saison 2022/23 unter Wagner den Aufstieg in die 3. Liga feiern konnte.
Das Rennen um die Torjägerkanone in der Landesliga
Ein nahezu unbeschriebenes Blatt ist Khaled Abdo, der vor wenigen Wochen den Tabellenvorletzten 1. FC Garmisch-Partenkirchen übernommen hat und vor dem Abstieg retten soll. Der 46-Jährige ist nach dem zu Saisonbeginn installierten Markus Ansorge und Interimscoach Stefan Schwinghammer auch schon Trainer Nummer drei bei den Werdenfelsern. Beim einen Rang besser platzierten TSV Eintracht Karlsfeld hat Florian Beutlhauser (35) nach dem Abschied von Fabio Meikis und Christoph Traub (beide Ziel unbekannt) mit dem erfahrenen Florian Hönisch (zuletzt SC Oberweikertshofen/46) einen wichtigen Partner bekommen. Unverändert ist dagegen das Trainergespann beim FC Unterföhring, bei dem ja Andi Faber nach seiner beruflichen Pause in der Vorrunde zusammen mit Sebastian Fritz wieder im Sattel sitzt.
Mit 19 Treffern führt der erst 18-Jährige Laris Stjepanovic vom TSV Grünwald die Torschützenliste der Liga vor ESV Freilassings Timo Portenkirchner (18) an. Ob Stjepanovic, der vor der Saison aus Ingolstadt gekommen ist, hier noch nachlegen kann, hängt maßgeblich davon ab, ob er nach seinem Wechsel zur SpVgg Unterhaching im Regionalliga-Team oder in der Landesliga eingesetzt wird. Zum Vergleich: In der Landesliga Nordwest führt Jannik Göller vom TSV Großbardorf mit 23 Buden, der Ex-Vilzinger Thomas Stowasser (SV Schwandorf-Ettmannsdorf) in der Gruppe Mitte und der Aindlinger Laurin Völlmerk in der Gruppe Südwest liegen bei je 20 Treffern. Stowasser hat übrigens fünf Treffer Vorsprung vor dem Ex-Burghauser Kenneth Sigl, der letzte Saison 30-mal für die SpVgg Landshut geknipst hat. In der Gruppe Nordost kommt Patrick Hoffmann von der SpVgg Jahn Forchheim ebenso auf 18 Treffer wie Lukas Köhler vom FC Eintracht Münchberg.
Fußball-Landesliga Südost: Die Inn/Salzach-Teams im Überblick
- TSV Wasserburg (1. Platz/22 Spiele/45Punkte): Zu: Felix Obermaier (SV Wacker Burghausen), Eduard Dressler (TV Kraiburg); Ab: keiner; Trainer: Florian Heller (wie bisher); Ziel: Aufstieg.
- TSV 1860 Rosenheim (4./21/42): Zu: Denis Stojcic (SV Wörgl/Österreich), Dean Sipura (SB Chiemgau Traunstein), Simon Hamburger (DJK-SV Griesstätt); Ab: Eren Emirgan (VfB Forstinning), Jakub Stolarski (SVN München), Fabien Ngounou Djayo (TSV 1865 Dachau), Nick Scott (SV Oberachern); Trainer: Wolfgang Schellenberg (wie bisher); Ziel: vorne dranbleiben.
- TSV Kastl (9./21/32): Zu: Korbinian Frank (TSV Kastl II); Ab: Patrick Alramseder (SSV Eggenfelden), Manuel Rott (SV Oberbergkirchen), Raphael Kamhuber (SV Unterneukirchen), Hannes Sommer (pausiert); Trainer: Harald Mayer (wie bisher); Ziel: Klassenerhalt.
- ESV Freilassing (10./22/30): Zu: Markus Hirmke (SV Kirchanschöring); Ab: Luis Jovanovic (SB Rosenheim), Aldrin Selimi (USK Maximarkt Anif/Österreich), Axel Schorb, Malte Schorb, Rejan Kryzezi (alle UFC SV Hallwang/Österreich); Trainer: Albert Deiter (wie bisher); Ziel: Klassenerhalt.
- SB Chiemgau Traunstein (14./21/20): Zu: Kenan Smajlovic (FC Kufstein/Österreich), Fabian Guerra Weindl (UFC SV Hallwang/Österreich), Lukas Hauser (TSV Peterskirchen); Ab: Dean Sipura (TSV 1860 Rosenheim), Arber Tafilaj (TSV Bad Reichenhall); Trainer: Gentian Vokrri (Spielertrainer wie bisher); Ziel: Klassenerhalt. (MB)