Bittere Pleite im Sechs-Punkte-Spiel
Ausgetanzt und düpiert: Freilassing rutscht nach „ESV-Déjà-vu“ der gefährlichen Zone näher
Im Sechs-Punkte-Spiel der Fußball-Landesliga Südost musste der ESV Freilassing gegen den SV Dornach eine extrem bittere Pleite hinnehmen. Die gefährliche Zone rückt für die Eisenbahner immer näher.
Freilassing – Es klingt abgedroschen, bewahrheitet sich jedoch immer wieder: Wer seine Großchancen nicht verwertet, steht am Ende meist mit leeren Händen da. Eine Fußball-Erfahrung, die der ESV Freilassing auch in seinem zweiten 2026er-Heimspiel – freilich zähneknirschend – registrieren musste. Gegen den SV Dornach hätte es zur Pause ein klarer Vorsprung sein können, ja müssen, stattdessen führten die Landesliga-Gäste aus der Gemeinde Aschheim 1:0.
Was war passiert: Nachdem ESV-Stürmer Timo Portenkirchner nach einem Top-Zuspiel von Simon Hafner flach in den Sechzehner freistehend über den Kasten gedroschen hatte (7.), Maxi Streibl von links am langen Eck vorbeizog (16.), Hafner dies von rechts tat (23.) und Georg Wieser einen guten Hafner-Freistoß alleingelassen direkt in die Hände von Goalie Dominik Bertic platzierte (29.), dachte sich Dornach „dann treffen halt wir“.
Freilassing rutscht nach ESV-Déjà-vu der gefährlichen Zone näher
Wie aus dem Nichts fiel die schmeichelhafte Gäste-Führung durch Junes Amdouni, der im Gegenzug plötzlich freie Bahn hatte, nachdem Wieser einen Einwurf an der Mittellinie falsch eingeschätzt hatte – letztlich überlupfte der Dornacher ESV-Keeper Tom Unterhuber (37.). Zuvor hatten die rund 200 Zuschauer im ESV-Stadion lediglich einen SVD-Schuss von Marko Todorovic aus der zweiten Reihe (33./weit drüber) gesehen. Statt 3:0 oder 4:0 stand’s also 0:1, kurz vor dem Halbzeitpfiff ließ Rejan Kryezi sogar noch das Gebälk erzittern.
Zum zweiten Durchgang brachte SV-Coach Sebastian Wastl Innenverteidiger Maurice Albers, der in der vergangenen Saison noch 18 Mal das Freilassinger Trikot in Blau getragen hatte. Die Platzherren probierten nun alles, kämpften und bissen, doch erstaunlicherweise häuften sich jetzt die Abspielfehler, sodass Dornach lange Zeit nicht ernsthaft in Gefahr geriet. Der sich hinterm Tor aufwärmende Simon Schlosser forderte lautstark „mehr Stimmung“ im Team, für die Schlussviertelstunde sollte der Kapitän sein Comeback nach einer Sprunggelenksverletzung aus dem Test gegen Erlbach geben.
Freilassing dominiert – und verliert: Landesliga-Abstiegszone rückt bedrohlich nahe




Leon Windisch brachte frischen Wind über die linke Seite, blieb aber stets am starken Simon Hamdard hängen. Sehenswert war schließlich die Vorbereitung des eingewechselten Daniel Aschauer inklusive des Abschlusses von Timo Portenkirchner zum Ausgleich: Der Schütze hatte in der Box noch ein Abspiel auf Tobi Frisch vorgetäuscht, doch dann überraschend selbst cool ins kurze Eck abgezogen – das hochverdiente 1:1 (77.) als Moralbeweis.
Freilassing: Extrem bittere Niederlage in der Fußball-Landesliga
Letztlich avancierten die zweiten 45 Minuten zum „ESV-Déjà-vu“: Denn die Schlussphase hielt für die Elf von Coach Albert Deiter ebenfalls einen herben Rückschlag parat. Just, als die „Eisenbahner“ drauf und dran waren, das 2:1 zu erzielen, sorgte Felix Partenfelder mit einem Schuss ins lange Eck für die kalte Dusche – 1:2 (84.). Freilassing antwortete vehement: Bei einem Schlosser-Freistoß gefährlich in den Fünfer krachte Dornachs Albers mit den ESV-Verteidigern Christian Niederstrasser und Georg Wieser zusammen und noch hart gegen’s Gebälk. Das Trio muss einige Minuten behandelt werden.
Nach fünf Minuten Stillstand – Trainer Deiter regte sich über zu wenig Nachspielzeit auf und sah Gelb (90.+2) – durfte Portenkirchner endlich die Ecke reinbringen, Schindler köpfte gefährlich, aber haarscharf am ersten Pfosten vorbei. Als der ESV alles nun nach vorn geworfen hatte, führte ein Blitzkonter zum 1:3-Endstand durch Leon Rexhaj, der zuerst Goalie Unterhuber austanzte und schließlich Tobi Schindler auf der Linie düpierte (90.+8.).
Schiedsrichterin Katrin Filser leitete gut, sah sich aber in der Schlussphase etlicher Kritik von beiden Seiten ausgesetzt. Eine extrem bittere ESV-Niederlage im Sechs-Punkte-Spiel, Dornach verkürzte den Rückstand auf drei Zähler. Nur noch deren sechs liegt Freilassing (bei einem Nachholspiel beim SBC) vor dem ersten Relegationsplatz. Diese Woche geht‘s nun erstmals in diesem Jahr auswärts zur Sache, am Freitag, 20 Uhr, beim TSV Eintracht Karlsfeld (18.). (bit)