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Michael Summerer hatte großen Anteil am Titel des TSV 1860 Rosenheim. Neun seiner elf Saisontore erzielte er in der Rückrunde, zuletzt vier in drei Partien. Im Interview spricht er über das Finale, die Kapitänsbinde und den Glauben.
Rosenheim – Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich in Grünwald hat Michael Summerer Geschichte geschrieben. Der Mittelfeldspieler des TSV 1860 Rosenheim hat seinen Verein damit zum Meistertitel in der Fußball-Landesliga Südost geköpft. Der 22-Jährige hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg der Sechziger, denn neun seiner elf Saisontreffer markierte er in der Rückrunde, in den letzten drei Begegnungen erzielte er vier Tore. Im exklusiven Interview mit der Sportredaktion spricht Summerer über den Wahnsinn in den Schlussminuten, die Kapitänsbinde und Führungsqualitäten.
1860 Rosenheim: Aufstiegsheld Michael Summerer im Interview
Was war denn bei Ihnen nach dem späten Ausgleichstreffer los?
Michael Summerer: Ich konnte gar nicht realisieren, was eigentlich so richtig abgegangen ist. Beim Jubeln habe ich es dann gemerkt, wie alle auf mich draufgesprungen sind. Das ist Wahnsinn! Ich bin von den Emotionen einfach überflutet worden. Es ist einfach unfassbar geil. Wir haben so viel dafür gearbeitet, dass wir da nach dem 0:2 noch zurückkommen, das ist unfassbar.
Ausgleich mit der letzten Aktion: Summerer köpft 1860 Rosenheim in die Bayernliga
Was ist in der Halbzeitpause beim Stand von 0:2 in der Kabine passiert?
Summerer: Der Trainer hat uns klipp und klar gesagt, dass wir, wenn wir so weiterspielen, gleich in der Dusche bleiben können. Und dass wir einfach was von unserer Art ändern müssen. Er hat dann auf Fünferkette umgestellt und uns auch gesagt, dass man gegen Grünwald zwei Tore aufholen kann. Grünwald hatte schon einen Haufen Tore kassiert, und da haben wir gewusst, dass wir unsere Chance noch bekommen. Auch wenn es erst in der 80. Minute ist, dass wir das erste Tor schießen, dann geht noch was. Und daran haben wir geglaubt. Wir sind meiner Meinung nach sehr gut aus der Kabine herausgekommen, haben zwar am Anfang die Chance nicht genutzt, aber nach dem Tor haben wir gewusst: Eine kriegen wir noch! Und dann? Na ja, der Rest ist Geschichte...
Der Glaube an sich selbst
Sie haben ja schon in Hallbergmoos einen Rückstand aufgeholt und in der 95. Minute getroffen. Waren diese Gedanken auch mit drin?
Summerer: Gegen Unterföhring waren wir auch im Rückstand. Und wir haben gewusst: Wir können Spiele drehen, wir können zurückkommen. Diesen Glauben haben wir die ganze Saison schon. Und so sind wir auch an die Sache gegangen. Was magst du auch sonst machen? Du kannst jetzt nicht aus der Kabine rauskommen und sagen: Ja, heute wird’s nichts. Aber das macht man ja nicht. Du magst unbedingt Meister werden und weißt, du musst zwei Tore schießen, weil es sonst vorbei ist. Und das gibt dann Aufschwung.
Und dann kommt in der 95. Minute die Flanke von Liam Markulin rein und Michael Summerer trifft per Kopf. Seit wann machen Sie auch Kopfballtreffer?
Summerer: Eigentlich gar nicht. Das ist, glaube ich, in meinem ganzen Leben das zweite Kopfballtor. Am Ende des Tages sind es das Momentum und die Belohnung für den Fleiß und die ganze Arbeit, die wir in diesem Jahr hineingesteckt haben. Und manchmal bist du halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Es ist einfach unfassbar schön, dass das geklappt hat.
Kampfansage nach Aufstieg: „Ich habe Großes vor mit Rosenheim“
Sie sind vor zwei Jahren wiedergekommen, und haben jetzt die Mannschaft als Kapitän mit angeführt. Welche Bedeutung hat dieser Erfolg gerade für Sie?
Summerer: Eine ganz große Bedeutung. Rosenheim ist mein Verein. Das war er schon immer, das wird er auch immer bleiben. Ich bin froh, dass ich damals von Prien wieder zu Rosenheim gegangen bin, den Schritt gemacht und mich jetzt auch weiterentwickelt habe. Und ich habe Großes vor mit Rosenheim. Es macht unfassbar Spaß mit der jungen Truppe, mit dem Trainerteam. Wir sind eine geile Mannschaft. Ich bin einfach stolz, dass ich auch als Kapitän die Mannschaft anführen darf.
Ihr Trainer Wolfgang Schellenberg hat in den vergangenen Wochen mehrfach von Ihren Führungsqualitäten gesprochen, die Sie entwickelt hätten. Woran lässt sich das festmachen?
Summerer: Ich glaube, am Willen. Dass man immer daran glaubt, dass man gewinnt oder gewinnen kann. Dass man immer Gas gibt, egal, ob es die Trainingsbeteiligung ist, oder dass man schaut, dass man die Spieler aufmuntert, auch wenn es mal schlecht läuft. Klar ist aber auch: Ich kann in der Führungspersönlichkeit noch wachsen und einen nächsten Schritt machen.
Ihr vorheriger Verein, TuS Prien, ist auch in die Bezirksliga aufgestiegen. Es läuft nicht so schlecht für Sie, oder?
Summerer: Ja, jetzt sind meine beiden Vereine aufgestiegen. Schöner wird’s nimmer!