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„Ich gehe mit viel Demut an diese Aufgabe“

Weildorf findet Hiebl-Nachfolger: Hammerau-Kapitän „Speedy“ Weiß wird neuer DJK-Trainer

Manuel Weiß (32) spielt die laufende Saison bei seinem Heimatverein FC Hammerau in der Kreisklasse 4 zu Ende, ehe er im Sommer die DJK Weildorf als Coach übernimmt.
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Manuel Weiß (32) spielt die laufende Saison bei seinem Heimatverein FC Hammerau in der Kreisklasse 4 zu Ende, ehe er im Sommer die DJK Weildorf als Coach übernimmt.

Der DJK Weildorf hat seinen Nachfolger für Hermann Hiebl gefunden: FC Hammerau-Kapitän Manuel „Speedy“ Weiß beendet seine Spielerkarriere und wird ab Sommer neuer Trainer.

Weildorf/Hammerau – Er bringt neun Jahre Trainererfahrung im Jugendbereich mit, ein Herrenteam coachte er jedoch noch nie: „Deshalb gehe ich mit jeder Menge Demut an diese Aufgabe“, sagt Manuel Weiß, aktuell noch Spieler des FC Hammerau. Die laufende Saison wird er beim Kreisklassen-Club zu Ende spielen, ehe er im Sommer die DJK Weildorf als Coach übernimmt. Für beide – Trainer wie Verein – ein Sprung ins kalte Wasser. Wie gesagt: Bislang hatte Weiß noch kein Herren-Team unter seinen Fittichen.

Darum war der FCler selbst am meisten überrascht, als in der aktuellen Winterpause der Anruf aus Weildorf kam: „Wir haben uns dann zweimal getroffen, die Chemie hat sofort gepasst und ich spürte, dass wir auf einer Wellenlänge unterwegs sind“, erzählt der erfahrene Fußballer. „Ich musste nicht lange überlegen, so eine Chance konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.“ Das Kicken möchte der „Speedy“ tatsächlich komplett an den Nagel hängen, sein Spielerpass kommt nicht mit nach Weildorf: „Als Trainer habe ich auf dem Platz nichts mehr verloren. Außerdem hat mein neuer Verein ein riesiges Spieler-Potenzial.“

Weildorf findet Hiebl-Nachfolger: Hammerau-Kapitän Weiß neuer DJK-Trainer

Für Manuel Weiß ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die aktive Karriere nach rund 300 Spielen zu beenden, mit im Sommer dann 33 Jahren (aktuell ist er noch 32) und ehe sich möglicherweise größere Verletzungen einstellen: „Ich hatte eine wunderbare Zeit als Spieler, jetzt soll es damit genug sein.“ Als Höhepunkt seiner aktiven Zeit sieht er den Kreisliga-Meistertitel inklusive Bezirksliga-Aufstieg am 26. Mai 2012 mit dem ESV Freilassing, als damals 18-Jähriger unter Coach Hermann Lindner.

„Wir erreichten dann sogar die Aufstiegsrelegation zur Landesliga, blieben aber im Elfmeterschießen gegen Pfarrkirchen unglücklich hängen“, erinnert sich Weiß an eine unvergessliche Karriere-Phase: „Für einen noch so jungen Spieler wie mich damals war das alles unglaublich.“ Bei den Eisenbahnern spielte der „Speedy“ – Jugendtrainer Christian Jung verpasste ihm früh diesen Spitzenamen, weil es drei Manuel‘s (neben ihm noch Jung und Busch) im Team gab – im Übrigen mit dem aktuellen Weildorfer Trainer Hermann Hiebl zusammen. Der verlässt den Verein nach zweieinhalb Jahren nach dieser Saison aus privaten Gründen (beinschuss.de berichtete).

Über seinen Spitznamen „Speedy“ muss er selbst ein wenig schmunzeln: „So schnell bin ich gar nicht.“

Wie kam die DJK Weildorf auf Manuel Weiß: „Wir haben schon letztes Jahr mitbekommen, dass der Manuel seine Karriere beenden und Trainer werden will – da haben wir ihn einfach mal angerufen“, so Mathias Berschl, seit eineinhalb Jahren Fußball-Abteilungsleiter beim Kreisligisten. Weiß erfüllte, das stellte sich rasch heraus, das DJK-Anforderungsprofil: „Wir suchen einen jungen Trainer, der ein guter Spieler war (und noch ist), ehrgeizig und voll motiviert“, so der Spartenchef weiter. Gab es Überlegungen Richtung interne Lösung? „Die gibt es immer, aktuell bot sich bei uns aber niemand an. Und zuletzt machten wir ja mit externen Trainern wie Willi Aigner oder eben Hermann Hiebl mehr als gute Erfahrungen.“ Davor lieferten zwei Weildorfer, Markus Bauernschmid und Stefan Egger, über viele Jahre gute Arbeit an der DJK-Seitenlinie. Der Dorfverein-Charakter ist exakt das, was Manuel Weiß gefällt:

„Mit dieser Bodenständigkeit kann ich mich voll und ganz identifizieren. Zu so einem Verein gehört ja so viel mehr als der reine Sport.“ Berschl bestätigt: „Er wird bei uns in Ruhe arbeiten können.“ Und Weiß drückt natürlich die Daumen Richtung Klassenerhalt: „Es wäre ein Traum, wenn ich Weildorf in der Kreisliga übernehmen könnte.“ Manuel Weiß begann mit sechs Jahren beim FC Hammerau mit dem Fußballspielen, im D- und C-Jugendalter weilte er beim TSV Bad Reichenhall unter den Trainern Hansi Lindinger und Alex Schlage. Die nächste Station war der ESV Freilassing, dort konnte Weiß höherklassig – und mit einigen Spezln – in der Bezirksoberliga kicken. Drei Spielzeiten war er schließlich Teil des Herren-Teams, gipfelnd im Bezirksliga-Aufstieg und der Landesliga-Relegation. 2013/14 erzielte der Mittelfeldmann in seiner letzten Grenzstadt-Saison sogar zehn Tore: „Neun Elfmeter, ein Freistoß“, lacht er heute und bestätigt: „Standards sind mein Ding.“

Weildorfs neuer Trainer „Speedy“ Weiß verrät

Kurz nach Deutschlands WM-Gewinn 2014 ging’s zurück zu seinem FC Hammerau: Mit dem Club stieg er sofort in die Bezirksliga auf und nach einem Jahr wieder ab. Zuletzt war Weiß mit seinem Team neun Spielzeiten in der Kreisliga unterwegs, ehe Anfang Juni 2025 der bittere Abstieg in die Kreisklasse folgte – via dramatischer Relegation ausgerechnet gegen die DJK Weildorf (2:3 nach 2:0-Führung), seinem künftigen „Arbeitgeber“. Vor circa fünf Jahren übernahm Weiß von Erwin Haas die Kapitänsbinde und trägt diese bis heute. Den Trainer C-Schein möchte er angehen, sobald Zeit dafür ist, denn aktuell steht auch seine kleine Familie mit Frau Angelika und Sohn Benedikt (15 Monate) im Fokus.

Schon früh wusste „Speedy“ Weiß, irgendwann mit jungen Spielern tätig sein zu wollen. „Jetzt darf ich die sehr gute Arbeit vom Hiebl Hermann fortsetzen – sein Weg und Erfolg, Hut ab, besser ging’s ja kaum.“ Weiß verrät sogar schon ein wenig seine Spiel-Philosophie: „Ich bin Verteidiger, war jetzt 15 Jahre Sechser. Darum ist mir die Absicherung nach hinten sehr wichtig, auf die Defensive lege ich viel Wert. Gleichwohl soll meine Mannschaft Fußball spielen und Spaß haben.“ Darüber hinaus, sagt Weiß, wird er darauf achten, dass sich seine Spieler konditionell stets im absoluten Top-Fit-Modus befinden.

Ob er im Sommer schließlich einen Kreisligisten oder Kreisklassisten übernimmt, weiß er jetzt noch nicht. Weildorf steckt nach dem Aufstieg und nun 13 Hinrundenspielen in der Kreisliga 2 im Abstiegskampf: Nach vier Siegen, zwei Remis und sieben Niederlagen, also 14 Punkten, rangiert die DJK mit Coach Hiebl auf Relegationsplatz 12 der 14er-Liga. Die Rückrunden-Termine liegen für Weiß günstig: „Wir spielen fast nie gleichzeitig, da kann ich mir einige Partien meines künftigen Teams schon mal live anschauen und ein Bild machen.“ (bit)

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