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Von Aufstiegsträumen zur Abstiegsangst: Der TSV Emmering verliert das Derby gegen den SV Ostermünchen – trotz Überlegenheit – und bleibt am Tabellenende der Fußball-Kreisliga 1. Wie ordnet Coach Elvis Nurikic die Talfahrt ein?
Emmering – Nächster Rückschlag für den TSV Emmering: Die Grün-Weißen rutschen immer tiefer in die Krise. Nach der verlorenen Aufstiegsrelegation im vergangenen Jahr findet sich der Klub inzwischen auf dem letzten Platz der Fußball-Kreisliga 1 wieder. Im Derby gegen den SV Ostermünchen keimte zunächst noch Hoffnung auf – doch am Ende folgte der nächste bittere Dämpfer.
Denn Emmering legte stark los, war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und hatte mehrfach die Führung auf dem Fuß. Doch die Gastgeber belohnten sich nicht. Ein vergebener Handelfmeter von Michael Niedermaier und zwei aberkannte Treffer machten die Lage noch bitterer. Dann drehte Ostermünchen die Partie binnen 60 Sekunden auf 0:2 und schnappte sich den Derbysieg. Für den TSV bedeutet das: Die Negativserie hält an.
Emmerings Derby-Pleite gegen Ostermünchen verschärft Kreisliga-Talfahrt
Servus Elvis, bitteres Ergebnis am Ende. Was sagst du grundsätzlich zum Spiel?
Elvis Nurikic: Grundsätzlich ist klar: Es war ein Derby, ein Hin und Her vor vielen Zuschauern. Natürlich war es emotional, jeder war voll dabei, es war ja ein Sechs-Punkte-Spiel. Nach so einer Niederlage auf dem heimischen Platz ist es schwer, die richtigen Worte zu finden. Wir waren sehr gut vorbereitet und sind auch gut ins Spiel gekommen. Wir hatten uns viel vorgenommen, das hat auch gut ausgesehen. Am Ende ist es für uns bitter, aber wir müssen weitermachen und weiterarbeiten.
Kann man sagen, dass es hauptsächlich an der Chancenverwertung lag, oder gab es noch andere Faktoren?
Elvis Nurikic: Nein, ganz klar: Es lag an den Torchancen. Im Vergleich zum letzten Spiel haben wir uns viel vorgenommen und waren von Anfang an als Mannschaft da. Jeder hat für den anderen gearbeitet. Ostermünchen hatte in der ersten Halbzeit eigentlich nur einen Torschuss. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir wenig zugelassen. Wir waren also präsent. Aber der entscheidende Faktor war, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben.
Ostermünchens goldene Minute entscheidet Kreisliga-Derby gegen Emmering
Die Saison läuft aktuell nicht ganz nach Plan, ihr steht im Tabellenkeller. Wie blickst du auf die Situation und wie geht es jetzt weiter?
Elvis Nurikic: Ich habe diese Woche zu den Jungs gesagt, dass wir nicht mehr auf die Tabelle schauen sollen. Das bringt im Moment einfach nichts. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und versuchen, in jedem Spiel die nötigen Punkte zu holen. Heute haben wir es versucht, aber am Ende nicht das bekommen, was wir uns vorgenommen hatten. Deshalb ist die Tabelle für uns aktuell zweitrangig – wir müssen einfach unsere Punkte holen.
Letztes Jahr wart ihr noch in der Aufstiegsrelegation, jetzt steckt ihr im Tabellenkeller. Woran liegt dieser Unterschied?
Elvis Nurikic: Das hängt ganz klar mit unserem Verletzungspech zusammen. Seit dem ersten Spieltag in Ostermünchen haben wir immer wieder Ausfälle gehabt. Das spiegelt die Saison einfach wider. Letztes Jahr ist vieles für uns gelaufen, wir haben solche Spiele gewonnen und kaum Fehler gemacht. Dieses Jahr ist es anders: Das Verletzungspech aus der Hinrunde wirkt sich noch aus. Aber ich bin überzeugt, dass wir das in der Rückrunde noch kompensieren können.
Das Ziel ist natürlich klar: der Klassenerhalt. Wie schafft ihr es als Mannschaft, mental stabil zu bleiben und wieder Punkte zu holen?
Elvis Nurikic: Pläne kann man immer machen – wir hatten auch für das heutige Spiel einen klaren Plan, gerade im Vergleich zum Buchbach-Spiel. Für uns heißt es jetzt, diese bittere Niederlage im Training aufzuarbeiten und nächste Woche in Reischach wieder bei Null anzufangen. Wenn man unten steht, passieren Fehler – so auch heute beim Gegentor oder beim Elfmeter, als wir den Ball nicht sauber klären. Am Ende interessiert es niemanden, dass wir vorher 80 Minuten guten Fußball gespielt haben. So ist der Amateurfußball. Wichtig ist jetzt, dass die Jungs an sich glauben. Mit der Einstellung bin ich nicht unzufrieden. Wir müssen nur unsere Chancen nutzen und die Tore machen. (sb)