„Es ist gar nicht mit Worten auszudrücken“
Drama beim Testspiel: Erlbacher Spieler bricht plötzlich zusammen – und kämpft um sein Leben
Beim Testspiel zwischen dem SV Erlbach und dem FC Dingolfing kommt es zu dramatischen Szenen. Ein Erlbacher Spieler bricht plötzlich zusammen, auf den Rängen wird eine Zuschauerin zur entscheidenden Helferin. Die Partie gerät völlig in den Hintergrund und wird schließlich abgebrochen.
Erlbach – Was am Donnerstag (18. Juni) als gewöhnlicher Testspielabend begann, verwandelte sich innerhalb weniger Sekunden in einen Moment, den niemand auf dem Sportplatz in Dornwang (Dingolfing) jemals vergessen wird. Fußball spielte plötzlich keine Rolle mehr. Tore, Taktik, Vorbereitung – all das rückte in den Hintergrund. Stattdessen richteten sich alle Blicke auf einen Spieler des SV Erlbach, der regungslos auf dem Rasen lag. Es lief die 53. Minute im Testspiel zwischen dem Bayernligisten SV Erlbach und dem Landesligisten FC Dingolfing. David Vogl war erst wenige Minuten zuvor zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden, als das Unfassbare geschah.
Ohne Fremdeinwirkung sackte der Erlbacher plötzlich zusammen und blieb liegen. Was zunächst wie eine gewöhnliche Verletzungsunterbrechung wirkte, entwickelte sich binnen Augenblicken zu einem medizinischen Notfall, wie zuletzt auch bei Christian Eriksen, dem Kapitän der dänischen Nationalmannschaft. Spieler und Betreuer erkannten sofort den Ernst der Lage. Die Partie wurde umgehend unterbrochen, Helfer eilten auf das Feld, ein Notarzt wurde alarmiert. Während sich auf den Rängen beklemmende Stille ausbreitete, begann ein Wettlauf gegen die Zeit.
Erlbach: David Vogl bricht in Dingolfing zusammen und kämpft ums Leben
Dass dieser Wettlauf nicht tragisch endete, ist nach ersten Erkenntnissen vor allem einer Zuschauerin zu verdanken. Die Frau, die jahrzehntelang als Krankenschwester gearbeitet hatte, reagierte geistesgegenwärtig und griff sofort ein. Ihr schnelles Handeln könnte entscheidend gewesen sein. Beim SV Erlbach herrschte nach dem Vorfall tiefe Betroffenheit, gleichzeitig aber auch große Dankbarkeit. Manager Ralf Peiß fand unmittelbar nach den dramatischen Minuten gegenüber unserem Partner-Portal „Fußball Vorort/FuPa Oberbayern“ bewegende Worte. „Der SV Erlbach möchte sich ausdrücklich bei der Frau bedanken, die unserem Spieler das Leben gerettet hat. Es ist gar nicht mit Worten auszudrücken, wie froh wir sind, dass die Dame vor Ort war und so beherzt eingegriffen hat.“
Eine Aussage, die erahnen lässt, wie kritisch die Situation tatsächlich gewesen sein muss. Kurz darauf traf der alarmierte Notarzt ein und übernahm die weitere Versorgung des 29-jährigen Spielers. Nach einer ersten Einschätzung gab es zumindest vorsichtige Entwarnung. „Der herbeigerufene Notarzt teilte uns in seiner ersten Einschätzung mit, dass unser Spieler in einem stabilen Zustand ist. Wir hoffen, dass er Glück im Unglück hatte“, erklärte Peiß. An Fußball dachte zu diesem Zeitpunkt längst niemand mehr. Die Spieler beider Mannschaften standen sichtbar unter Schock. Trainer, Verantwortliche und Zuschauer verfolgten angespannt die Versorgung des Erlbachers. Schließlich wurde David Vogl mit dem Rettungswagen abtransportiert.
Für Schiedsrichter Ilirjan Morina vom FSV Landau war die Entscheidung anschließend alternativlos. Auf Wunsch beider Teams wurde die Begegnung nicht mehr fortgesetzt und offiziell abgebrochen. Auch beim FC Dingolfing war die sportliche Bedeutung des Abends sofort in den Hintergrund gerückt. Die Gedanken galten ausschließlich dem Erlbacher Spieler. „Wir wünschen dem Erlbacher Spieler alles erdenklich Gute und vor allem eine vollständige Genesung“, erklärte Dingolfings Sportlicher Leiter Manuel Wimmer. Dabei hatte die Partie bis zum Schockmoment durchaus ihren Reiz gehabt. Für beide Mannschaften war es einer der ersten echten Härtetests der Vorbereitung. Der FC Dingolfing präsentierte sich dabei über weite Strecken etwas aktiver und setzte die offensiveren Akzente.
Zuschauerin in Dingolfing rettet Erlbacher Spieler das Leben
Bereits früh sorgte Ben Kouame mit einem Freistoß für Gefahr. Danach verpasste Marcel Müller die Führung, als ein Erlbacher Verteidiger auf der Linie rettete. Auf der Gegenseite prüfte Lukas Adamhuber den Dingolfinger Keeper Louis Tournier per Kopfball. Kurz vor der Pause belohnten sich die Gastgeber schließlich. Nach einem Zuspiel von Kouame setzte sich Fabian Prebeck Sanchez stark durch, umspielte Erlbachs Torhüter Egon Weber, der einer von vielen namhaften Neuzugängen beim Klub aus dem Holzland ist, und schob zum 1:0 ein. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Dingolfing die gefährlichere Mannschaft. Daniel Hofer hatte das mögliche 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch an einer starken Reaktion des Erlbacher Schlussmanns.
Es waren Szenen, über die normalerweise gesprochen worden wäre. Doch an diesem Abend verloren sie jede Bedeutung. Zurück blieb stattdessen das Bild eines Fußballplatzes, auf dem Menschen zusammenstanden, bangten und hofften. Rivalitäten, Spielklassen und Vereinsfarben spielten keine Rolle mehr. Der Fußball zeigte in diesen Momenten eine andere Seite: die des Zusammenhalts. Besonders bemerkenswert bleibt die Rolle jener Frau auf der Tribüne, die ohne Zögern handelte, als jede Sekunde zählte. Während sich viele Zuschauer noch fragten, was überhaupt passiert war, reagierte sie instinktiv und professionell. Genau diese Entschlossenheit könnte entscheidend gewesen sein.
Für den SV Erlbach endete der Abend damit nicht mit einer Niederlage oder einem abgebrochenen Testspiel, sondern mit einer großen Hoffnung: Dass David Vogl den dramatischen Zwischenfall ohne bleibende Folgen übersteht. Das Ergebnis von 1:0 für Dingolfing wird in einigen Wochen vermutlich niemanden mehr interessieren. Die Minuten nach dem Zusammenbruch dagegen werden allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Denn manchmal zeigt sich die wahre Bedeutung eines Fußballabends nicht auf der Anzeigetafel, sondern in den Menschen, die im entscheidenden Moment Verantwortung übernehmen. (mck)