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Die DJK Nußdorf setzt im „Vorfinale“ um die Aufstiegsrelegation in der A-Klasse 5 ein klares Zeichen und schlägt den TuS Alztal Garching verdient. Während die Gastgeber auf dem Platz die Grenzen aufzeigen, bleibt Garching trotz Gegenwehr auf der Strecke und hätte sich vor allem eines gewünscht:
von Rudi Mayer
Nußdorf im Chiemgau – Am Samstagnachmittag (4. April) stand auf der Sportanlage der DJK Nußdorf der 14. Spieltag der A-Klasse 5 Inn/Salzach an mit dem Schlagerspiel gegen Verfolger TuS Alztal Garching! Die Vorzeichen wiesen auf ein mögliches und vorentscheidendes Match hin, denn hier trafen die Heimmannschaft als souveräner Tabellenzweiter auf den hartnäckigen Verfolger um die Aufstiegsrelegationsplätze, TuS Alztal Garching unter Führung der allgemein bekannten „Löwen-Ikone“ Helmut Wirth aufeinander.
Und wer unseren „Helly“ kennt, der weiß, mit welchen Emotionen eine solche Begegnung behaftet ist! Sein Gegenüber, Erfolgstrainer ManiLienert, seinerseits genau das Gegenteil von Garchings Coach, hatte über die gesamten neunzig Minuten lang mit einer störrischen, an den Tag gelegten Ruhe und Übersicht an der Seitenauslinie dem Spiel seiner Mannschaft freien Lauf gelassen. Immer wieder faszinierend, wie gegensätzlich doch Trainer in der Umsetzung ihrer Spielweise sind und dabei meistens den Erfolg ihres Vereins garantieren können. Pünktlich um 15 Uhr pfiff Schiedsrichter Peter Mertl die Begegnung an!
Nußdorf: DJK dominiert Alztal Garching im Relegations-„Vorfinale“
In der anfangs sehr hektisch geführten Partie, in der keiner der beiden Kontrahenten aufgrund widriger Platzverhältnisse so recht zu überzeugen wusste, entwickelte sich mit zunehmender Spieldauer ein leichter Vorteilsüberhang der Gastgeber. Dabei fiel besonders das gezielte Aufbauspiel der Nussdorfer ins Auge, die mit Abwehrspieler Conrad Dominik aus der Vierkette heraus über den Mittelfeldstrategen und Mannschaftskapitän Florian Czogalla zu ihrem TOP-Stürmer Luca Poppek das ein oder andere Mal die Abwehrreihe der Gäste gehörig auf die Probe stellten.
So geschehen in der 37. Spielminute, als die ganz in Schwarz gekleideten Gastgeber durch ihren StanleyCharles über einen katastrophalen Abwehrfehler mit 1:0 in Führung gingen, was auch gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand war. Nach der Pause verspürte man ein deutliches Aufbäumen der ganz in Blau gekleideten Gäste aus dem Alztal, doch immer wieder wurden die eigenen Angriffsbemühungen in letzter Sekunde kläglich und ohne Durchschlagskraft vergeben. Nußdorf ließ sich diesbezüglich auf keinerlei „Diskussionen“ mehr ein und erhöhte schon nach nur fünf Minuten der zweiten Halbzeit in der 50. Spielminute durch Markus Zeilhofer mit einem sehenswerten Treffer auf 2:0. Jetzt war die Zeit von Gästecoach Helmut Wirth gekommen, der sofort mit einem Dreierwechsel reagierte und entsprechend lautstark seine Mannen zu mehr Konzentration aufforderte.
DJK Nußdorf jubelt: Heimsieg im Schlagerspiel gegen Alztal Garching
Und tatsächlich kam Garching nochmal kräftig auf, jedoch verzettelte und vertändelte man sich allzu oft in das sogenannte Klein-Klein-Spiel, was Nußdorf aber mit großer Routine erfolgreich abwehren konnte. Bereits in der Nachspielzeit angelangt, erhöhten die Gastgeber in der 93. Spielminute durch Peter Neuhauser zum verdienten Siegtreffer zum 3:0, was letztendlich gleichbedeutend mit dem Endergebnis war. Riesenjubel bei den „Einhörnern“, die den Sieg mit einem gestifteten Drei-Liter-Weißbierglas mit Inhalt zu feiern wussten, eben wie es die großen Bayern aus München jedes Jahr vorleben. Prost! Last but not least: Wir haben heute ein spannendes „Vorfinale“ um die Aufstiegsrelegationsplätze in der A-Klasse 5 sehen dürfen, was aufgrund ungenügender Platzverhältnisse nicht unbedingt für sauber gespielten Fußball steht.
Interview mit Garching-Cheftrainer Helmut Wirth
Helmut, wie bewertest du die Niederlage?
Helmut Wirth (Cheftrainer TuS Alztal Garching): „Generell muss ich sagen, dass es ein sehr zerfahrenes Spiel war, was aufgrund der widrigen Platzverhältnisse zu erklären ist. Meiner Meinung nach hatten beide Teams jeweils ihre Hoch- und Tiefpunkte, letztlich aber hat mit Nußdorf die etwas stärkere Mannschaft die drei Punkte einfahren dürfen.“
Wirth: „Ja, wenn man bedenkt, wo wir herkommen, das heißt, im letzten Jahr noch gegen den Abstieg gekämpft, sehe ich schon einen wesentlichen Fortschritt in unserer Entwicklung. Es ist bedingt durch sehr viele Schichtdienstmitarbeiter in unserem Team nicht immer ganz einfach, meine Trainingsphilosophie die Woche über an zwei Trainingstagen umzusetzen, aber wie gesagt, ich sehe durchaus das Potenzial in meiner Mannschaft, die zu mehr imstande ist.“
Helmut, wie müssen wir uns deinen Trainingsablauf vorstellen, worauf legst du ganz besonders großen Wert?
Wirth: „Das ist sehr unterschiedlich! Wenn ich beim vergangenen Spiel besondere Defizite, wie z. B. bei Torabschlüssen oder Kurzpassspiel, wahrnehme, dann nehme ich das gezielt beim nächsten Training mit als Schwerpunkt ins Programm. Ansonsten liegen bei mir vor allem die Spieleröffnung, das Kurzpassspiel, das Überzahlsituationsspiel und das Torabschlusstraining im Vordergrund meiner Trainingseinheiten, die durch ein sehr intensives Aufwärmprogramm begleitet werden.“
Interview mit Garching-Torwart Markus Ober und Abteilungsleiter Flammensböck
Markus, wie bewertest du die Niederlage?
Markus Ober (Torwart TuS Altztal Garching): „Ganz schwierige Sache! Ich habe uns mehr als ebenbürtig gesehen, mit dem Unterschied, dass wir vorne unsere Chancen nicht nutzen, und dann kannste halt kein Spiel gewinnen, wenn du keine Tore schießt.“
Markus, 2022 der Abstieg aus der Kreisklasse 3! Habt ihr heuer für diese Saison nun endlich die Leute samt Trainer beisammen für eine Rückkehr in die Kreisklasse?
Ober: „Wenn wir uns jetzt noch angewöhnen können, vorn unsere Torchancen zu nutzen und Tore zu erzielen, dann sehe ich tatsächlich unsere Mannschaft auf einem Level, das die Rückkehr in die Kreisklasse rechtfertigen würde.“
Markus, wenn du dir ganz persönlich was wünschen dürftest, auf welcher Position würdest du dich gerne verstärken?
Ober: „Das wäre vor allem der Sturm, wo wir im Moment einfach nicht die notwendige Durchschlagskraft entwickeln. Wir haben sehr junge Leute vorn drin, die brauchen noch Zeit, aber ich denke, die nächsten 1–2 Jahre wird da eine sichtliche Verbesserung eintreten.“
Michael, wie bewertest du die Niederlage?
Michael Flammensböck (Abteilungsleiter TuS Alztal Garching): „Wir haben eigentlich ganz gut angefangen, haben mitgehalten, nach 20 Minuten riss das Spiel ab und wir haben auch in dieser Höhe verdient verloren. Ich denke, wir hätten noch 30 Minuten länger spielen können, und da wäre kein Tor für uns gefallen. Wir müssen für die Zukunft schauen, dass wir torgefährlicher werden. Wennst auf unser Torverhältnis schaust, dann siehst du unser Manko: Wir stehen zwar vorne mit drin, haben aber von der oberen Tabellenhälfte die mit Abstand wenigsten erzielten Treffer, da müssen wir schauen, dass wir das in den Griff bekommen.“ (rm)