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Anteil frei wählbar

Teilrente in Deutschland: Wer vom flexible Übergang in den Ruhestand profitiert

Teilrenten gewähren Flexibilität beim Übergang in die Rente, aber nur wenige nutzen diese Option auch. Bei einer Gruppe ist sie jedoch gefragt.

Frankfurt – Teilrenten existieren in Deutschland seit der Rentenreform von 1992, informiert die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) auf ihrer Webseite. Ende 2023 nutzten etwa 43.000 Rentnerinnen und Rentner, die die Regelaltersgrenze erreicht hatten, eine Teilrente von 99 Prozent oder mehr.

Höhe der Teilrente im Alter kann selbst bestimmt werden

Eine Teilrente stellt eine flexible Variante der Altersrente dar. Personen ab 63 Jahren können einen Teil ihrer Altersrente beziehen. Bei schwerbehinderten Menschen ist ein früherer Bezug möglich. Der Anteil der Teilrente kann zwischen zehn und 99,99 Prozent der Altersrente frei gewählt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, uneingeschränkt zu arbeiten und Einkommen zu erzielen. Ziel der Teilrente ist es, einen flexiblen Übergang in den Ruhestand zu schaffen.

Die Teilrente ist eine flexible Form der Altersrente. Beliebt ist sie vor allem bei Menschen, die im Alter ihre Partnerinnen oder Partner pflegen. (Symbolbild)

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hebt als größten Vorteil der Teilrente hervor, dass Versicherte selbst entscheiden können, in welchem Umfang sie weiterhin arbeiten und wann sie in den Ruhestand treten möchten. Entgeltpunkte, die während des Bezugs einer Teilrente erworben werden, erhöhen die Rente nach Erreichen der Regelaltersgrenze und ab dem 1. Juli des Folgejahres. Der Rentenanteil, auf den zunächst verzichtet wird, wird später mit einem geringeren oder ohne Abschlag ausgezahlt.

Wer neben der Rente arbeitet, zahlt unter Umständen zu hohe Sozialversicherungsbeiträge. Die zu viel gezahlten Sozialversicherungsbeiträge können jetzt zurückgefordert werden – allerdings nur auf Antrag.

Nur wenige erhalten eine Teilrente – So kann sie beantragt werden

Um eine Teilrente zu beantragen, müssen die Voraussetzungen für eine Altersrente erfüllt sein. Dies gilt für die Altersrente bei Schwerbehinderung, für langjährig Versicherte, besonders langjährig Versicherte sowie nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Der Antrag auf Teilrente muss zusammen mit dem Antrag auf Altersrente gestellt werden. Eine spätere Änderung des gewählten Prozentsatzes ist durch einen weiteren Antrag möglich. Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr.

Die zehn besten Tipps, um früher in Rente zu gehen

Symbolfoto. Eine Frau und ein Mann sitzen zusammen an einem Tisch mit einem Tablet und unterhalten sich.
Früher in den Ruhestand zu starten, ist für viele Menschen ein großer Wunsch. Mit einer durchdachten Planung und cleverer Nutzung von gesetzlichen und betrieblichen Möglichkeiten lässt sich dieser Traum oft verwirklichen. Hier sind die zehn besten Tipps, wie Sie Ihren Ruhestand vorziehen können. © Juliane Sonntag/Imago
Rente mit 63 ohne Abschläge
Rente mit 63 ohne Abschläge: Wenn Sie 45 Versicherungsjahre vorweisen können, dürfen Sie laut Deutsche-rentenversicherung.de mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Das Rentenalter hierfür ist allerdings abhängig vom Geburtsjahr: Für den Jahrgang 1959 liegt es beispielsweise bei 64 Jahren und 2 Monaten (Stand: 2023). Planen Sie also frühzeitig, wie Sie die 45 Jahre erreichen, denn diese Regelung kann Ihnen einen sorgenfreien finanziellen Start in den Ruhestand ermöglichen. © Aida López/Imago
Rente mit 63 mit Abschlägen
Rente mit 63 mit Abschlägen: Auch mit 35 Versicherungsjahren ist ein früher Renteneintritt möglich, jedoch mit Abschlägen. Für jeden Monat vor dem regulären Renteneintrittsalter werden 0,3 % Ihrer Rente abgezogen – maximal bis zu 14,4 %. Diese Kürzungen gelten dauerhaft, weshalb eine genaue Kalkulation essenziell ist, bevor Sie sich für diese Option entscheiden. © Thomas Trutschel/Imago
Betriebliche Rente
Betriebliche Rente: Manche Arbeitgeber bieten laut Stiftung Warentest betriebliche Lösungen, um bereits vor 63 Jahren aus dem Berufsleben auszusteigen. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Firmenregelungen, denn darauf haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch. Eine betriebliche Rente kann jedoch eine wertvolle Ergänzung zu Ihrer gesetzlichen Rente sein, wenn Ihr Unternehmen solche Modelle unterstützt. © Imago
Mit Altersteilzeit in Rente gehen
Altersteilzeit: Die Altersteilzeit ermöglicht es Arbeitnehmern ab 55 Jahren, schrittweise aus dem Berufsleben auszusteigen. Besonders beliebt ist laut den Experten der Stiftung Warentest das Blockmodell: Hier arbeiten Sie beispielsweise drei Jahre voll und können anschließend drei Jahre lang freigestellt werden. Diese Regelung schafft eine ideale Balance zwischen Arbeit und Freizeit und bereitet optimal auf den Ruhestand vor. © Imago
Mit Vorruhestand früher in Rente gehen
Vorruhestand: Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, in den Vorruhestand zu gehen. Dabei entfällt laut Stiftung Warentest zwar die Arbeitspflicht, das Gehalt wird aber stark reduziert. Oftmals bleibt nur die frühestmögliche Rente mit Abschlägen als Ergänzung, was eine sorgfältige finanzielle Planung erfordert. © Imago
Flexibler Übergang in den Ruhestand
Flexibler Übergang in den Ruhestand: Das Flexirentengesetz ermöglicht seit 2017 einen stufenweisen Übergang in den Ruhestand. Bereits ab 63 Jahren können Sie Altersrente beziehen und gleichzeitig in Teilzeit weiterarbeiten. Diese Lösung bietet nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch mehr Freiheit bei der Gestaltung Ihrer letzten Berufsjahre. © Imago
Wertguthaben aufbauen
Wertguthaben aufbauen: Einige Arbeitgeber erlauben das Ansammeln von Wertguthaben, das Sie später nutzen können, um früher in den Ruhestand zu gehen, berichten die Finanzexperten auf Test.de. Dieses Guthaben entsteht beispielsweise durch Überstunden oder nicht genommene Urlaubstage. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber, um herauszufinden, ob Ihr Betrieb solche Modelle anbietet. © Uwe Umstätter/Imago
Frühzeitige Finanzplanung für Rente
Frühzeitige Finanzplanung: Der Schlüssel zu einem vorzeitigen Renteneintritt liegt laut Dieversicherer.de in einer durchdachten Finanzplanung. Setzen Sie sich schon frühzeitig Ziele und erstellen Sie einen konkreten Plan, wie Sie diese erreichen können. Eine professionelle Beratung ist hierbei besonders hilfreich, um langfristige Sicherheit zu gewährleisten. © Imago
Kostenkontrolle für bequeme Rente
Kostenkontrolle: Je geringer Ihre Ausgaben, desto schneller können Sie Kapital für den Ruhestand ansparen. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Fixkosten und suchen Sie nach Einsparpotenzialen. Schon kleine Änderungen im Alltag können auf lange Sicht große finanzielle Freiräume schaffen. © Uwe Umstätter/Imago
Private Altersvorsorge
Private Altersvorsorge: Ergänzen Sie die gesetzliche Rente durch private Vorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen, Riester-Rente oder ETF-Sparpläne. Diese können helfen, finanzielle Lücken zu schließen und den Renteneintritt früher zu realisieren. Lassen Sie sich hierzu umfassend beraten, um die für Sie passende Kombination aus Sicherheit und Rendite zu finden. © Luka Storm/Imago

Es ist nicht zwingend erforderlich, neben dem Bezug der Teilrente weiterzuarbeiten. Dies ist besonders für Personen mit zusätzlichen Versicherungszeiten, etwa durch Kindererziehung oder Pflege, von Vorteil. Laut ihre-vorsorge.de ist die Teilrente besonders bei Rentnerinnen und Rentnern beliebt, die ihre Ehepartner zu Hause pflegen. Diese erhalten „zusätzliche Entgeltpunkte für ihre Pflegetätigkeit im familiären Bereich“, so die DRV. Dennoch wird die Teilrente laut BPB kaum genutzt, da sich weniger als ein Prozent der neuen Rentner dafür entscheiden. (rd)

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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