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Von Wegwerfmentalität zu Nachhaltigkeit

Fast Fashion - die dunkle Seite der Mode: Rettet die Welt mit dem richtigen Style

Der Schriftzug „Secondhand“ steht an einem Geschäft
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Gegen „Fast Fashion“: Kleidung aus zweiter Hand kaufen. In Second-Hand-Läden findet man Lieblingsteile, die noch völlig in Ordnung sind.

Seit einigen Jahren geht der Trend zu „Fast Fashion“: Kleidung, die günstig gekauft, kaum getragen und schnell wieder abgelegt wird. Häufig wird sie in Ländern hergestellt, in denen Arbeitsbedingungen und Umweltfolgen kaum kontrolliert werden. Lest hier, wie Mode nachhaltiger wird und was Ihr dazu beitragen könnt.

Klamotten sind längst zur Massenware geworden. Es werden heute immer weniger Kleidungsstücke mit Bedacht und mit hoher Textilqualität gekauft. Stattdessen besorgt man sich in der Regel gleich mehrere, günstigere Stücke. Das geschieht manchmal ganz nebenbei im Ausverkauf oder in einem großen Supermarkt. Wir sind im Zeitalter der „Fast Fashion“ angekommen.

Neue Kollektionen kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt. Viele Kleidungsstücke werden nur für eine Saison gekauft und qualitativ entsprechend minderwertig produziert. Verbraucher kaufen in Deutschland im Schnitt sechzig Kleidungsstücke pro Jahr, der rasant steigende Anteil von Online-Käufen verstärkt diese Tendenz. Und mit dem Konsum steigt auch der Abfall. So kommen allein in Deutschland jährlich 750.000 Tonnen Altkleider zusammen.

Gegenläufig zum Konsum ist der prozentuale Anteil der Kosten für Bekleidung und Schuhe in den letzten 40 Jahren stetig gesunken. Es wird also immer mehr Bekleidung für immer weniger Geld konsumiert. Doch Kleidung zum Schnäppchenpreis kann nicht fair und ökologisch sein – teurere ist es allerdings auch nicht notwendigerweise.

Fast Fashion: Was sind die Folgen?

Baumwolle ist laut Greenpeace weltweit das am häufigsten verwendete pflanzliche Material. Trotz der dramatischen Auswirkungen auf die Umwelt werden jedes Jahr 18 Millionen Tonnen davon produziert. Kein anderer Anbau ist so sehr von Pestiziden belastet - neben vielen chemischen Düngemitteln, die ins Grundwasser eindringen und das Algenwachstum fördern. Zuletzt benötigt der Anbau von Baumwolle sehr viel Wasser, das oft aus umliegenden Flüssen, Seen und Grundwasser-Speichern umgeleitet wird, während die Anbauregionen (in China oder Indien) bereits unter einem eingeschränkten Zugang zu Süßwasser leiden. Für eine Jeanshose werden geschätzt 7.500 Liter Wasser - etwa 50 volle Badewannen - benötigt.

Zum Färben von Kleidung verwenden Hersteller viele giftige Produkte, die später in Bächen oder Flüssen enden. Die Chemikalien belasten das Abwasser in den Produktionsländern, die oftmals nicht einmal über entsprechende Kläranlagen verfügen. Laut der ADEME sind 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung auf Farbstoffe im Textilsektor zurückzuführen.

Darüber hinaus verursacht die Verwendung chemischer Fasern – wie Polyester oder Elastan – beim Waschen die Freisetzung von Mikroplastik in Gewässer und Meere. Es sind billig und massenhaft verwendete synthetische Fasern, die oftmals auch beigemischt werden. 

Ein hochwertiges Recycling im Sinne eines geschlossenen Stoffkreislaufes findet heute quasi nicht statt. Weltweit wird weniger als ein Prozent des für die Textilproduktion eingesetzten Materials erneut für die Herstellung von Kleidung verwendet. Rund achtzig Prozent der global anfallenden Altkleider werden verbrannt oder landen auf Deponien. Rund zwanzig Prozent durchlaufen den Prozess des sogenannten „Down-Cyclings“, also die Herstellung beispielsweise von Putzlappen oder Dämmstoffen aus Altkleidung.

Nicht zuletzt: Bei der Fast-Fashion-Produktionskette werden Menschenrechte mit Füßen getreten. 70 Prozent der in Europa verkauften Kleidung wird in Südostasien hergestellt, wo die Belegschaft oftmals ausgebeutet wird. In Bangladesch erhalten Arbeiterinnen 0,32 USD pro Stunde, dies entspricht dem niedrigsten Stundenlohn der Welt. Die Arbeitsbedingungen dort sind entsetzlich: 2013 starben bei dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes, in dem Textilwerkstätten untergebracht waren, mehr als 1.000 Menschen.

Tipps für umweltverträglichen Kauf von Kleidung

In Deutschland wird zunehmend nachhaltig erzeugte Kleidung angeboten, die gleichzeitig modisch ist:

  • Achtet beim Kaufen von Textilien auf Siegel, die Umwelt- und Sozialstandards garantieren.
  • Kauft Baumwolltextilien in Bio-Qualität („organic cotton“).
  • Kauft Kleidung aus Secondhand oder tauscht sie.
  • Mietet Kleidungsstücke für einmalige Anlässe wie Hochzeiten, Partys und andere Feierlichkeiten.
  • Tragt Eure Kleidung möglichst lange.
  • Lasst Eure Kleidung bei Abnutzung oder Defekten von Schneidereien oder Schustereien reparieren.
  • Gebt nicht genutzte Kleidung weiter oder entsorgt diese richtig.
  • Hinterfragt Modetrends und seid kritisch gegenüber Fast Fashion.

Quelle: Einkaufsratgeber des Umweltbundesamtes (www.umweltbundesamt.de)

Woran erkenne ich gute Textilien?

Gute Textilien sind mit Siegeln oder Labeln ausgezeichnet. Es gibt unzählige davon, da jede Firma ihre eigenen Standards entwickeln und mittels eines Qualitätssiegels hervorheben kann. Diese sagen dann zum Beispiel aus, dass das Unternehmen besonders ökologisch und nachhaltig arbeitet oder fair handelt. Aber: Nur wenige Siegel sind tatsächlich verlässlich und aussagekräftig.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt im Wesentlichen drei Siegel aus dem Textilbereich, die sehr streng sind und in ihren Kriterien sehr weit gehen:

  • Der Grüne Knopf wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgesetzt und hat relativ strenge Kriterien. 
  • Noch strenger in den Kriterien ist das IVN-Siegel (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.). 
  • Ebenfalls zu empfehlen ist mit GOTS (Global Organic Textile Standard) ausgezeichnete Ware. IVN-Best und GOTS achten neben der Einhaltung von Umweltstandards auch darauf, ob soziale Kriterien erfüllt sind.
  • Ausführlichere Informationen und eine Auflistung weiterer Siegel findet Ihr in der Broschüre „Korrekte Klamotten“.

Quelle: Verbraucherzentrale

Wie kann ich Fast Fashion vermeiden?

Die ökologischste Kleidung ist sicherlich die, die gar nicht erst hergestellt und gekauft wird. Doch auch gut gekleidet könnt Ihr einiges tun, um unserer Umwelt Gutes zu tun.

  • Verändert Euer Konsumverhalten: Kauft seltener und weniger Kleidungsstücke.
  • Kauft ökologisch zertifizierte und fair gehandelte Kleidung und achtet auf eine gute Qualität: Der Einkauf wird wahrscheinlich teurer sein, sich aber nach einigen Jahren auszahlen, da Ihr die Kleidungsstücke nicht so schnell ersetzen müsst. Vorsicht bei reduzierten Preisen! Verlockende Angebote verbergen oft mangelnde Qualität.
  • Tauscht Sachen oder kauft gebrauchte Kleidung aus zweiter Hand: In „Second-Hand“- oder „Vintage“-Läden findet Ihr Lieblingsteile, die noch vollkommen in Ordnung sind. Ein positiver Nebeneffekt: Chemikalien aus Produktion und Lagerung sind je nach Gebrauch der Textilien schon stärker ausgewaschen worden.
  • Leiht Euch spezielle Kleidungsstücke.

Quelle: Verbraucherzentrale

All diese Dinge tragen dazu bei, Kleidungsstücken wieder mehr Wert beizumessen und die Tragedauer zu verlängern. Das macht Kleidung insgesamt ökologischer, denn: Je länger Textilien getragen werden, desto besser ist ihre Ökobilanz.

as

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