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Wo Urlauber aufpassen sollten

In Bayern und Österreich auf dem Vormarsch: Was die Riesenzecke so gefährlich macht

Collage: Die Riesenzecke mit ihren erkennbar gestreiften Beinen/Die Riesenzecke auf einem 1-Cent-Stück
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Die Riesenzecke tritt vermehrt in Deutschland auf. Sie kann gefährliche Krankheiten übertragen.

Sobald die Temperaturen steigen, krabbeln sie aus ihren Quartieren auf der Suche nach einem Wirt: Zecken. Als Überträger von schweren Krankheiten gehört die kleinen Krabbler zu den gefährlichsten Tieren Deutschlands. Seit einiger Zeit bekommen sie durch einen eingeschleppten Artgenossen Konkurrenz.

Sie ist dreimal so groß wie ihre einheimischen Artgenossen und breitet sich vor allem in Bayern und Österreich rasant aus: die Riesenzecke Fachbegriff Hyalomma. Ursprünglich kommen sie aus tropischen Gefilden und wurden unter anderem mit Zugvögeln eingeschleppt.

Was macht die Riesenzecke so gefährlich?

Da die Riesenzecke größer ist als herkömmliche Zecken, kann sie durch die längeren Beine deutlich schneller laufen - ähnlich wie eine Spinne. Und die Tiere machen gezielt Jagd auf ihre Wirte und lassen sich nicht per Zufall von hohem Gras oder Büschen abstreifen. Hyalomma heißt übersetzt „Glasauge“ - und der Name ist Programm: Die Zecke erspäht mit ihren Augen auf einige Meter Entfernung ihre Opfer und rennt diesen teilweise bis zu 100m weit hinterher. Besonders gern befallen die Parasiten Pferde, weshalb Reiter besonders aufpassen und ihre Tiere, aber auch sich selbst nach einem Ausritt gründlich auf Zecken untersuchen sollten.

Überträger gefährlicher Infektionskrankheiten

In Sachen Krankheiten übertragen, steht die Riesenzecke ihren kleineren Verwandten in nichts nach. Nachdem die heimischen Arten und die ebenfalls vor Jahrzehnten eingeschleppte Auwald-Zecke Borreliose und FSME übertragen können, haben die hier entdeckten Riesenzecken (Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes) unter Umständen zwei sehr unangenehme Krankheiten im Gepäck, denn beide Arten gelten als Überträger des Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers. Sie können auch die Erreger von Fleckfieber übertragen. Bisher sind diese von der Riesenzecke übertragenen Krankheiten vor allem in Südeuropäischen Ländern (u.a. Spanien oder in der Türkei), sowie Asien aufgetreten. Wenn man dort im Urlaub viel draußen in der Natur ist (zB beim Wandern oder Fahrradfahren) empfiehlt es sich, Zeckenschutzspray zu benutzen, lange Hosen zu tragen und sich nach dem Aufenthalt genau auf Zecken zu untersuchen. Für beide Erkrankungen stehen derzeit keine Vorsorge-Impfungen zur Verfügung.

  • Krim-Kongo Hämorrhagischen Fieber:
  • Symptome: drei bis sieben Tage nach dem Zeckenstich können plötzlich hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall etc. auftreten. Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu Hautausschlägen und allgemeinen Blutungen kommen. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen zwei und 50 Prozent. Von Mensch zu Mensch kann das Virus durch infizierten Urin, Kot, Speichel oder infiziertes Blut übertragen werden.
  • Fleckfieber:
  • Die Krankheit beginnt mit starken Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schüttelfrost, man fühlt sich sehr krank und lethargisch. Meist kommt es am 4. bis 6. Krankheitstag zum Auftreten eines bunten, fleckförmigen Hautausschlags, daher der Name. Die Krankheit hält bis zu 14 Tage und und unbehandelt lieget die Sterblichkeitsrate der unbehandelten Erkrankung liegt zwischen zehn und 40 Prozent. Die Krankheit ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Wie kann man die Zecken unterscheiden?

Riesenzecke: Neben ihrer bereist angesprochenen Größe, erkennt man die Hyalomma auch an ihren langen, gestreiften Beinen.

Eine Zecke der tropischen Gattung Hyalomma läuft über einen Weg in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis)

Auwaldzecke: Die Auwaldzecke erkennt man gut an ihrem auffälligen Rückenschild. Er sieht aus wie marmoriert mit weißlichen Einfärbungen.

Eine Auwaldzecke ist auf einem Blatt zu sehen.

Gemeiner Holzbock: Die hiesige Zecke ist die kleinste der aufgezählten, meist bräunlich gefärbt und kann auf den ersten Blick wie ein kleiner Käfer wirken.

Eine Zecke auf der Haut einer Frau.

Als offiziell heimisch gilt die Riesenzecke bei uns indes noch nicht. Die milden Winter machen es den Zecken jedoch einfach. Zudem kann sich die Hyalomma leicht verbreiten, bevorzugt über Mäuse und Zugvögel - so schafft sie in kurzer Zeit weite Distanzen.

In Deutschland wurden die Zecken bereits in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein und Sachsen nachgewiesen. In Österreich in Nieder- und Oberösterreich, Vorarlberg und der Steiermark.

So vermeidet man einen Zeckenstich

Die beste Art den gefährlichen Krankheiten aus dem Weg zu gehen, ist erst gar nicht von einer Zecke gestochen zu werden:

  • Wenn möglich solltet Ihr auf den gefestigten Wegen bleiben. Im hohen Gras und im Unterholz besteht immer eine erhöhte Zeckengefahr. 
  • Insektenschutzmittel, wie zum Beispiel Mückensprays, können eine Weile Zecken fernhalten. Jedoch wirken diese nur für eine begrenzte Zeit und sollten nach Packungsanleitung wiederholt aufgetragen werden.
  • Lange Kleidung kann Zecken den Weg zur Haut erschweren. Am besten lange Hosen anziehen und die Socken über die Hosenbeine ziehen. Auch geschlossene Schuhe sind zu empfehlen.
  • Außerdem kann helle Kleidung dabei helfen, Zecken möglichst schnell zu erkennen und zu entfernen. Die dunklen Pünktchen fallen darauf besser auf. 
  • Wildtiere nicht streicheln, da deren Zecken auf Menschen übergehen können. 
  • Sinnvoll ist außerdem immer eine Pinzette oder Zeckenkarte im Rucksack dabei zuhaben, sodass man die Zecke im Notfall schnell entfernen kann. 
  • Und ganz wichtig: Unbedingt den ganzen Körper kontrollieren und nach Zecken absuchen, nachdem man in der Natur unterwegs war. Zecken lieben vor allem warme Stellen, wie zum Beispiel Achseln, Kniekehlen, Genitalbereich, Nacken und Ohren. Auch der Kopf sollte nicht vergessen werden. Am besten eine andere Person fragen, ob sie einen Blick auf den Kopf und den Haaransatz werfen kann. 
  • Auch die eigenen Tiere sollten regelmäßig auf Zecken kontrolliert werden. Im Fachhandel gibt es für diese außerdem Zeckenschutzhalsbänder und ähnliches.

si

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