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Fälle nehmen zu

„Gesetzesänderungen nötig“: Jobcenter entdecken perfide Masche mit Bürgergeld

Immer mehr Betrugsfälle beim Bürgergeld bringen Jobcenter an ihre Grenzen. Besonders perfide: kriminelle Gruppen nutzen das System gezielt aus.

Frankfurt – In deutschen Jobcentern mehren sich Hinweise auf systematischen Betrug mit Bürgergeld-Leistungen. Mit Scheinjobs, fingierten Vaterschaften oder erfundenen Wohnverhältnissen, missbrauchen professionelle Betrugsnetzwerke das System. Die Folge: massive finanzielle Schäden. In mehreren Städten schlagen die Behörden inzwischen Alarm – doch viele stoßen bei den Ermittlungen an ihre Grenzen, wie die Welt berichtet.

Das Bürgergeld soll helfen – doch Betrüger machen daraus ein System zum Abkassieren (Symbolbild)

Bürgergeld als Ziel organisierter Betrugsnetzwerke

Das Bürgergeld unterstützt Menschen mit geringem Einkommen dabei, ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten zu sichern und zugleich ein Leben in Würde zu ermöglichen. Gleichzeitig verfolgt es das Ziel, erwerbsfähige Leistungsbeziehende durch individuelle Fördermaßnahmen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Doch das System gerät zunehmend ins Visier organisierter Missbrauchsmodelle, melden Jobcenter. Besonders in sozial belasteten Großstädten verzeichnen die Behörden einen deutlichen Anstieg auffälliger Fälle. Dabei handelt es sich längst nicht mehr nur um Einzelfälle. Stattdessen zeichnen sich wiederkehrende Muster ab, die auf professionelle Netzwerke hinweisen. Häufig werden Scheinbeschäftigungen genutzt, vor allem mit Personen aus Süd- und Osteuropa.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sprach gegenüber dem Stern von „ausbeuterischen Strukturen“, die gezielt Menschen nach Deutschland locken, um über deren Namen Sozialleistungen zu beantragen. Sie bezeichnete diese Machenschaften als „mafiöse Strukturen“, die zerschlagen werden müssten.

Spartipps im Alltag: Wie Sie Ihre Ausgaben beim Shoppen oder daheim minimieren

Finanzbuch anlegen
Finanzbuch anlegen: Der wichtigste Spartipp überhaupt – den Überblick behalten. Schreiben Sie Ausgaben und Budget für den Monat auf und überprüfen Sie es regelmäßig. So verlieren Sie nie Ihre Finanzen aus dem Blick und sparen automatisch Geld dabei.  © Imago
DIY Deko für Weihnachten
Nicht alles muss neu und teuer gekauft werden. Vieles im Haushalt kann man mit simplen Lifehacks auch selbst machen oder basteln. © Imago
No-Name-Marken sind meist genau so gut wie die Originale
Im Supermarkt vor dem Regal hat man eine Menge Auswahl. Der Tipp hier: weiter unten im Regal schauen. Auf Augenhöhe befinden sich meist die bekannten Marken, darunter – etwas versteckter – die Eigenmarken der Geschäfte und No-Name-Produkte. Diese sind oft um einiges günstiger und schmecken genauso gut. © Imago
Vorkochen wird schon seit Ewigkeiten praktiziert
Heutzutage als moderner Trend „Meal Prepping“ gefeiert, Hausfrauen aber schon seit Jahrhunderten bekannt: Vorkochen. Wer sich zum Beispiel am Wochenende die Mühe macht, ein paar gesunde Gerichte vorzukochen und einzufrieren, erspart sich unter der Woche in der Mittagspause etwa das teure Essen in Kantinen und Restaurants. © Imago
Thermoskanne im Büro statt Automaten-Kaffee
Dasselbe gilt für Kaffee, Tee, heiße Schokolade, oder wonach auch immer einem der Sinn steht: Anstatt diese Getränke teuer am Automaten zu kaufen, wenn das Büro keine Maschine hat, sollte man sie in der Thermoskanne lieber gleich selbst mitbringen. © Imago
Zigaretten und Alkohol
Immer klappt das zwar nicht, aber so manch einer wird sich wundern, wie gut es dem Geldbeutel tun kann, mal ein paar Tage lang auf Zigaretten, Alkohol oder Süßigkeiten zu verzichten. © Imago
Fahrrad ist gesünder als Auto
Das Auto stehen lassen: Spart nicht nur Abgase, sondern auch Geld für Benzin. Und wenn man stattdessen das Rad nimmt, ist das darüber hinaus auch noch gut für die Gesundheit. © Imago
Kleidung im Second Hand Laden ist günstiger
Wer Mode etwas nachhaltiger und günstiger gestalten will, der sollte sich auf Schnäppchen-Jagd in Second-Hand Läden begeben. So spart man nicht nur viele Euros, sondern gibt auch Kleidungsstücken noch eine zweite Chance.  © Imago
Kleidung tauschen statt neu kaufen
Wer nicht im Second Hand Laden einkaufen will, kann stattdessen auch Kleiderbörsen mit Freunden veranstalten. Jeder bringt mit, was er nicht mehr braucht oder haben möchte und dann wird getauscht. Das funktioniert übrigens nicht nur mit Kleidung, sondern auch mit Haushaltsgegenstände oder Büchern. © Imago
DIY Möbel aus Paletten
Es muss nicht immer neu sein. Die alten Klamotten, der Rucksack oder die Möbel sind nicht mehr modern? Einfach selbst was draus machen. Ganz nach dem DIY-Prinzip können alte Gegenstände neu verziert und geschmückt werden – nennt sich Upcycling (von Recycling) und ist viel günstiger als neu zu kaufen. © Imago
Kinder die sich Stifte teilen
Nicht neu kaufen gilt auch bei vielen anderen Sachen, zum Beispiel Werkzeugen, Spielzeug für die Kinder oder Büchern. Am besten fragt man erstmal im Freundeskreis, ob jemand den gesuchten Gegenstand besitzt und kann sich ihn dann ausleihen. Besonders bei Werkzeug oder Büchern praktisch. Auch Kinderspielzeug kann so erst einmal getestet werden. Liegt es entgegen der allgemeinen Erwartung nicht nach einer Woche in der Ecke, kann man es immer noch selbst nachkaufen.  © Imago
Paar prüft Verträge
Der Handyvertrag ist schon ziemlich alt, die GB reichen am Ende des Monats nicht und man muss ständig Datenvolumen nachkaufen? Dann am besten mal schauen, ob man auf dem neusten Stand ist. Vielleicht gibt es bei einem anderen Anbieter ja eine viel günstigere Alternative, bei der man mehr für weniger bekommt.  © Imago
Nicht alle Abos sind nötig
Eine ähnliche Kostenfalle: Abos. Jeden Monat gehen Zahlungen vom Konto runter und man denkt: Ach ja, das wollte ich ja kündigen. Einmal hinsetzen und alle Abonnements beenden, die man nicht braucht. Wer seit Monaten für Disney, Netflix, Sky oder Spotify zahlt, den Dienst aber nicht nutzt, sollte ihn lieber stornieren und Geld sparen.  © Imago

Kriminelle Strukturen: Fingierte Vaterschaften als Betrugsmodell

Erste Hinweise auf solche Missbrauchsfälle gab es der Welt zufolge bereits 2014 beim Jobcenter Wuppertal. Damals wurden sie jedoch nicht in vollem Umfang verfolgt. Heute handle es sich um ein Muster, das in abgewandelter Form weiterhin vorkomme.

Ein besonders perfider Betrugsbereich betrifft fingierter Vaterschaftsanerkennungen. In Wuppertal wurden bislang rund 180 solcher Fälle dokumentiert, bei denen Männer gegen Bezahlung die Vaterschaften für Kinder anerkannten, zu denen sie keinerlei Verbindung hatten. Auf diese Weise erhielten ganze Familien ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland sowie Zugang zu Bürgergeld und weiteren staatlichen Leistungen. Nach Angaben des örtlichen Jobcenters entstehe allein durch diese Praxis ein jährlicher Schaden von über acht Millionen Euro.

Aufklärung von Sozialleistungsbetrug: Komplexe Strukturen und überforderte Behörden

Die Aufklärung solcher Fälle gestaltet sich für viele Jobcenter nach eigenen Angaben äußerst schwierig. Grund dafür ist nicht nur akuter Personalmangel, sondern auch die juristische Komplexität: Betrug mit Bürgergeld betreffe häufig gleichzeitig das Sozial-, Ausländer- und Familienrecht.

„Um hiergegen wirksam tätig zu werden, sind Gesetzesänderungen nötig“, heißt es aus Wuppertal. Ohne eine engere Zusammenarbeit mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Familienkassen sowie klare gesetzliche Grundlagen sei eine effektive Strafverfolgung kaum möglich. Die Behörden fühlen sich vielfach überlastet und alleingelassen.

Kritik aus den Jobcentern – Seit Bürgergeld-Reform kam es seltener zu Sanktionen

Zwar setzen einige Jobcenter bereits gezielte Maßnahmen ein – darunter das Modellprojekt „Missimo“, spezielle Befragungsroutinen oder regionale Koordinierungsstellen wie „GeKo Rhein-Wupper“. Doch laut eigener Einschätzung bleiben die Erfolge begrenzt, solange gesetzliche Grundlagen und personelle Ressourcen fehlen.

Hinzu kommt, dass es seit der Bürgergeld-Reform seltener zu Sanktionen kommt – selbst bei offensichtlichen Pflichtverletzungen, so Lutz Mania, Leiter des Jobcenters Berlin-Mitte. Er kritisierte, dass das Instrument der Leistungskürzung kaum noch greift und dadurch seine abschreckende Wirkung verliere. Dennoch sprechen sich Experten klar dagegen aus, alle Bürgergeldbeziehende pauschal zu verdächtigen. Die große Mehrheit der Bürgergeldbeziehenden sei auf die Unterstützung angewiesen und habe rechtmäßigen Anspruch auf die Leistungen, betont ein Ermittler gegenüber der Welt.

Derzeit beziehen in Deutschland etwa 5,5 Millionen Menschen Bürgergeld. Kritiker und Befürworter diskutieren regelmäßig über Wirksamkeit, Missbrauch und Reformbedarf. Der Vorwurf des Sozialstaats als „soziale Hängematte“ für Zugewanderte und Geflüchtete hält sich dabei hartnäckig – eine Stiftung klärt über den Ausländer-Mythos auf. Ein Report entlarvt indes, wer den Staat jährlich Milliarden kosten. (vw)

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/ Imago

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