Zahl der Ertrinkenden stieg zuletzt
Badesaison beginnt – diese wichtigen Baderegeln solltet Ihr immer beachten
Endlich beginnt die Badesaison wieder – viele lieben den Sprung ins kühle Nass an heißen Sommertagen. Doch man sollte den Badespaß nicht auf die allzu leichte Schulter nehmen. Diese wichtigen Regeln können lebensrettend sein:
Sobald die Temperaturen steigen, steigen auch die Badegäste an den heimischen Seen und Freibädern – und leider zuverlässig auch immer die Zahl der Rettungseinsätze der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG. Die hat vor kurzem erst ihre Bilanz für das vergangene Jahr veröffentlicht: Die Wasserretter konnten 1.120 Menschen das Leben retten, bei 378 Personen kam die Hilfe zu spät – sie ertranken im vergangenen Jahr in den heimischen Gewässern.
Immer weniger Kinder sind sichere Schwimmer
Und die Vorzeichen für die kommende Saison sind gemischt. Zwar konnten zuletzt wieder mehr Rettungsschwimmer ausgebildet werden, so die DLRG, doch nach wie vor sind viele Gewässer unbewacht. Dazu kommt, dass viele Menschen nicht mehr so gut schwimmen können, wie das früher der Fall war. In der Corona-Zeit wurde bei viele Kindern die Teilnahme am Schwimmkurs übersehen, und zahlreiche örtliche Schwimmbäder mussten schließen – die DLRG geht daher davon aus, dass die Mehrheit der Kinder derzeit am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen können.
Tatsächlich spielt auch die finanzielle Situation der Familie eine Rolle dabei, wie gut ein Kind schwimmen kann. Die Hälfte (49%) der Kinder aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2500 Euro kann laut einer Untersuchung der DLRG nicht schwimmen. Hingegen sind es bei einem Haushaltsnettoeinkommen über 4000 Euro nur zwölf Prozent. DLRG-Präsidentin Ute Vogt: „Schwimmen zu können darf keine Frage des Geldes sein. Umso wichtiger ist es, dass jede Schule in die Lage versetzt wird, das Schwimmen angemessen zu unterrichten.“
Ab wann kann man sicher schwimmen?
Viele gehen davon aus, dass ein erfolgreich abgelegtes Seepferdchen die sichere Schwimmfähigkeit einer Person ausreichend bescheinigt. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall. Um als sicherer Schwimmer zu gelten, muss man laut dem DLRG das bronzene Schwimmabzeichen, den „Freischwimmer“ bestehen. Dafür muss man einen Kopfsprung vom Beckenrand absolvieren, in 15 Minuten mindestens 200 Meter weit schwimmen – 150 Meter davon in Bauch- oder Rückenlage, sowie die restlichen 50 Meter in einem anderen Schwimmstil – einen Tauchring aus einer Tiefe von zwei Metern heraufholen, sowie einen Paketsprung, der umgangssprachlich auch „Arschbombe“ genannt wird, durchführen. Vor diesem Hintergrund ging die DLRG 2022 anhand der Angaben zu den abgelegten Schwimmabzeichen davon aus, dass sechs von zehn Kindern (58 Prozent) am Ende der Grundschule keine sicheren Schwimmer sind.
Mit diesen Baderegeln steht dem Badespaß nichts mehr im Weg
Aber nicht nur Kinder sind einer Gefahr beim Baden ausgesetzt, auch Erwachsene überschätzen sich immer wieder. Die DLRG pocht daher auf die Beachtung bestimmter Schwimmregeln, damit der Badespaß nicht lebensgefährlich wird – hier listen wir die wichtigsten Regeln für Euch auf:
- Vor dem Schwimmen auf den eigenen Zustand achten: Nur wenn man sich gut fühlt, sollte man ins Wasser gehen – Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit sind klare Warnsignale, die einen von dem Sprung ins kühle Nass abhalten sollten.
- Nicht direkt nach einer großen Mahlzeit ins Wasser gehen: Das gilt vor allem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden. Die doppelte Belastung aus Verdauung und sportlicher Betätigung im kühlen Wasser kann zu einem Kreislaufkollaps führen.
- Nicht hungrig ins Wasser gehen: Auf gänzlich leeren Magen schwimmen zu gehen, kann den Körper aber ähnlich überfordern. Am besten wartet man nach dem Essen 20 bis 30 Minuten oder snackt alternativ nur eine Kleinigkeit kurz davor.
- Den Körper vor dem Baden langsam abkühlen: Direkt von der Sommerhitze ins kühle Wasser – das klingt verlockend, ist aber so gar nicht kreislaufschonend. Optimaler Weise duscht man den Körper vor dem Baden kühl ab. Gibt es keine Dusche, sollte man langsam ins Wasser gehen und den Körper Stück für Stück abkühlen – erst die Arme und Beine mit Wasser benetzen, bevor man ganz eintaucht.
- Nur in beschilderten Bereichen baden: Badegäste sollten sich nur in den markierten Bereichen des Gewässers aufhalten. Bevor man ins Wasser springt, sollte man auch immer überprüfen, dass das Wasser dort tief genug ist und sich keine anderen Menschen dort aufhalten.
- Nie ganz alleine schwimmen gehen: Gerät man an einem verlassenen Strandabschnitt in Schwierigkeiten, kann einem niemand zur Hilfe kommen. Es ist daher empfehlenswert, dort schwimmen zu gehen, wo auch andere Badegäste baden – und im besten Fall ein Rettungsschwimmer anwesend ist.
- Bei Gewitter das Gewässer sofort verlassen: Im Falle eines Blitzeinschlags leitet das Wasser die Elektrizität. Befindet man sich also bei Gewitter in einem Gewässer, kann das lebensbedrohlich sein.
Ihr zweifelt an Euren Schwimmfähigkeiten und habt das Gefühl, nie wirklich gut schwimmen gelernt zu haben? Keine Sorge, die DLRG bietet nicht nur Schwimmkurse für Kinder, sondern auch explizit für Erwachsene an. Die könnt Ihr unter diesem Link ganz einfach in Eurer Nähe raussuchen. Im Erwachsenenalter solltet Ihr für das Schwimmen lernen aber mindestens 30 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten einplanen.
fso mit Material der DLRG e.V.