Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hohe Energiekosten

Saftige Nebenkostenabrechnung 2022 droht – Experten befürchten hohe Nachzahlungen für Mieter

Die Nebenkostenabrechnungen für 2022 können saftige Nachzahlungen mit sich bringen. Die Energiekosten waren in dem Jahr stark gestiegen. Doch die Abrechnungen sind nicht immer korrekt.

München – An Silvester ist in den meisten Fällen Stichtag für die Nebenkostenabrechnung 2022. Wer sie bisher noch nicht im Briefkasten hatte, der kann noch bis Jahresende damit rechnen. Und möglicherweise ist die Feierlaune dann vorbei. Denn Mieterinnen und Mietern könnte ein böses Erwachen in Form von enormen Nebenkosten-Nachzahlungen drohen.

Nebenkostenabrechnung 2022 könnte für viele Mieter teuer werden

Der Hintergrund: Die Nebenkosten-Vorauszahlungen für 2022 haben die Mieterinnen und Mieter zwar mit ihren monatlichen Abschlägen, die in der Regel mit der Gesamt- oder sogenannten „Warmmiete“ bezahlt werden, bereits geleistet. Doch 2022 waren die Kosten für Heizen und Strom aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise mit einem Mal so extrem in die Höhe geschossen, dass sie in vielen Fällen von den berechneten Abschlagszahlungen nicht gedeckt werden dürften. Vermieterinnen und Vermieter dürfen die Vorauszahlungen grundsätzlich zwar anpassen, aber nicht um eine beliebige Summe, sondern nur basierend auf der Abrechnung aus dem Vorjahr.

Die Nebenkostenabrechnung 2022 – für einige Mieter könnte sie teuer werden.

Nebenkostenabrechnung 2022 mit teilweise hohe Nachzahlungen wegen steigender Energiekosten

Aus diesem Grund kann es auch passieren, dass Mieterinnen und Mieter nachzahlen müssen, obwohl ihr monatlicher Abschlag bereits erhöht wurde. Auch die Allgemeinkosten, die in einem Mietshaus anfallen, wie Hauswart, Versicherungen, Gartenpflege, Lichtanlagen sind gestiegen. Während Mieter mit ein paar Maßnahmen ihre Energiekosten, zum Beispiel fürs Heizen, senken können, haben sie auf die allgemeinen Betriebskosten keinen Einfluss.

Durchschnittlich 581 Euro Nachzahlung fallen für Mieter an, sagt der Geschäftsführer von Mineko, einem Unternehmen, das sich auf Beratung zu und Prüfung von Nebenkostenabrechnungen spezialisiert hat, der Bild-Zeitung. Das entspreche einer Erhöhung der Nebenkosten von 30 Prozent. Grundlage dieser Berechnungen waren 20.000 Nebenkostenabrechnungen aus den letzten Wochen.

Welche möglichen Posten beinhaltet die Nebenkostenabrechnung?

  • Heizkosten und Warmwasserkosten
  • Grundsteuer
  • Abwasser
  • Versicherungen für das Gebäude
  • Müllabführ/Straßenreinigung
  • Reinigung von Schornstein und Gebäude
  • Hausmeister
  • Breitband-Kabel

Die Hälfte der Nebenkostenabrechnungen sind fehlerhaft – und dadurch oft zu hoch

In vielen Fällen dürften die Nachzahlungen aber auch noch höher ausfallen. Zu diesem Schluss kommen auch Recherchen des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb): Die Verbraucherzentrale Brandenburg berichtet von Fällen, bei denen Vermieter Beträge in Höhe von 600 bis 1000 Euro nachträglich einforderten.

Laut den Verbraucherzentralen seien aber rund die Hälfte aller Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft – und dadurch auch oft zu hoch. Im Jahr 2022 kommen bei der Abrechnung außerdem noch einige erschwerende Faktoren für die Vermieter hinzu, berichtet auch der rbb, weshalb die Wahrscheinlichkeit von Fehlern dieses Mal noch höher ist. Viele Hausverwaltungen kämen mit den neuen Anforderungen bei der Erstellung der Betriebskostenabrechnung nicht zurecht, da sich der gesetzliche Rahmen wegen der Energiekrise in vielen Punkten geändert habe.

Die Höhe und Zusammensetzung der Nebenkostenabrechnung 2022 besonders gründlich prüfen

Man sollte die Nebenkostenabrechnung deshalb in diesem Jahr besonders gründlich überprüfen, zitiert die Bild-Zeitung die Experten von Mineko. Besonderes Augenmerk sollte man dabei darauf legen, ob die sogenannte Soforthilfe des Bundes bei der Abrechnung korrekt berücksichtigt wurde. Bei dieser Maßnahme aus den wegen der Energiekrise beschlossenen Entlastungspaketen wurde der Abschlag für Gas und Wärme für Dezember 2022 vom Staat übernommen. Dafür hatten Vermieter Gutschriften erhalten – und wissen in vielen Fällen offenbar nicht, wie sie diese bei der Abrechnung anwenden sollen.

Laut dem aktuellen Heizspiegel sind die Kosten für die Haushalte allerdings tatsächlich stark gestiegen – je nach Energieträger ist Wärme im Jahr 2022 sogar bis zu 81 Prozent teurer geworden.

Jobcenter! Was man tun kann, wenn man die hohe Nebenkostenabrechnung 2022 nicht bezahlen kann

Wenn es wegen dieser Preissteigerungen also auch nach gründlicher Prüfung bei einer saftigen Nachzahlung bleibt, sehen sich viele Menschen nicht in der Lage, diese Summe aufzubringen. Die Verbraucherzentralen raten, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen, um eine gemeinsame Lösung – etwa in Form einer Ratenzahlung – zu finden.

Haushalte, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, können unter Umständen auch eine Kostenübernahme bei den Jobcentern beantragen. Das ist bei Erwerbstätigen bis zu drei Monate nach Fälligkeit der Rechnung möglich. Wer nicht erwerbsfähig oder im Rentenalter ist und sich die hohe Nachzahlung nicht leisten kann, wendet sich an das zuständige Sozialamt. Das muss allerdings in dem Monat passieren, in dem die Rechnung fällig ist, sonst verliert man mögliche Ansprüche.

Nebenkosten für 2023 möglicherweise wieder niedriger als 2022

Laut dem aktuellen Heizspiegel wird für 2023 ein leichter Rückgang der Heizkosten erwartet. Vor allem das Heizen mit Gas wird wieder günstiger. Höher als in den Jahren vor der Krise bleiben die Kosten für Wärme und Energie im laufenden Jahr aber dennoch.

Wenn die Nebenkostenabrechnung nicht fristgerecht beim Mieter eingeht, ist sie allerdings hinfällig. In der Regel haben Vermieter zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit. Meist ist der 31. Dezember der Stichtag. Mit der Nebenkostenabrechnung ergeben sich für Mieter Möglichkeiten, Steuern einzusparen. Man sollte sie daher unbedingt gut aufbewahren.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/IMAGO

Kommentare