Restaurant-Tipp
Alm-Flair in den Schrebergärten: Reichenhaller „Heimgarten“ lässt Alltagsstress verschwinden
Schrebergärten stehen für Ruhe, Entspannung und einen Rückzugsort fernab der Alltagssorgen. Wie passend, dass das Gasthaus „Heimgarten“ in Bad Reichenhall genau in einer solchen Kleingartenanlage „versteckt“ liegt. Ob im Biergarten oder im Inneren: Die Gaststätte lädt mit ihrem Alm-Flair und ihrer Speisekarte stets aufs Neue zu einer Erholungsreise ein, bei der auch Vegetarier auf ihre Kosten kommen.
Bad Reichenhall - Es gibt sie noch, diese Gaststätten, die man erstmal entdecken muss. Die nicht an einer Hauptverkehrsader liegen oder an einem besonders prominenten Platz in der Stadt. Die nicht stets von Touristen überlaufen werden, weil sie einfach zu finden sind. Nein, das Gasthaus Heimgarten muss man entdecken, im wahrsten Sinne. Zwischen der Hochstaufen-Kaserne, dem Naturpark-Uferweg und der Saalach gelegen, spielen das Ankommen und Abschalten eine große Rolle.
Denn wer auf einem der beiden kleinen Parkplätze an der Kleingartenanlage nicht fündig wird, muss nicht in Panik verfallen. An der Straße bei der Kaserne lässt sich (kostenfrei) ein Platz finden - Entspannung pur! Und beim Gang durch die Schrebergärten weicht mit jedem Schritt der Alltagsstress. Zwischen all dem Obst und Gemüse, den Bäumen, Blumen und Blüten gibt es stets etwas zu entdecken. In diesen wenigen Metern taucht man in eine andere Welt ein und lässt Lärm, Abgase und Hektik hinter sich. Und dann taucht der „Heimgarten“ auf: eine Gaststätte im Almhütten-Design, die auf jedem Berg stehen könnte.
„Sehen uns als Glücklichmacher“
Auch dieser Anblick sorgt für das Ankommen-Gefühl, für das Glück und die Freude - wie nach einer langen anstrengenden Wanderung, wenn man endlich sein Ziel erreicht. Im Heimgarten stehen das Hier und Jetzt im Mittelpunkt. Nicht umsonst meint Gastwirt Christoph Berger, der 2016 das Gasthaus übernommen hat: „Wir sehen uns als Glücklichmacher.“
Das trifft sowohl auf die stets freundlichen Kellnerinnen zu als auch auf die Speisekarte. Zu den gutbürgerlichen Gerichten kommen moderne Komponenten. Berger und sein Team legen großen Wert darauf, dass die Zutaten aus der Region stammen. Fleisch-Fans werden hier genauso glücklich wie Vegetarier, wie ein kleiner Überblick über die Speisekarte zeigt: Vom Kasbrettl und der Brotzeitplatte über Wurstsalate und Currywurst (sogar als vegane Variante) bis zu Burgern, Schnitzel und Deifi-Toast ist alles dabei. Sowohl die Wochen- als auch die Tageskarten bieten immer wieder leckere Überraschungen. Wir haben uns für folgenden „Fahrplan“ entschieden:
Vorspeise: Kleiner Wuider mit gebackenem Camembert in Kürbiskern-Panade
Salate als Vorspeise laufen stets Gefahr, relativ austauschbar und wenig kreativ daherzukommen. Etwas Salat, Gurke und Tomate, versteckt unter einer Sauce: Wer kennt das nicht? Im Heimgarten sorgt der Kleine Wuide allein der Wildkräutersalat schon für eine geschmackvolle Basis. Hinzu kommen frische Kräuter, das Hausdressing, Kartoffelsalat und Gartengemüse.
Gegen einen Aufpreis lässt sich der Kleine Wuide, der gar nicht so klein ist, noch mit einem Camembert mit Kürbiskern-Panade, gegrilltem Hähnchen, Garnelen-Spießen, gefüllten Nudeltaschen (Füllung je nach Saison), knusprigem Backhendl oder handgeschöpftem Grillkäse „aufpimpen“. Wir haben uns für Ersteres entschieden und wurden mit der knusprigen Panade und den Wildpreiselbeeren belohnt. Für einen kleinen Salat ist die Portion durchaus üppig, weshalb wir ihn uns als Vorspeise teilten.
Hauptgerichte: Süßkartoffel-Nockerl mit Pfifferlingrahmsoße und Parmesan & Veggi Burger
Passend zur Jahreszeit fiel meine Wahl auf das Tagesgericht. Der süßliche Geschmack der Süßkartoffel-Nockerl in Kombination mit den würzig-pfefferige Pfifferlingen bietet ein spannendes Geschmackserlebnis. Die Parmesan-Stücke liefern einen herzhaften Kontrast, genauso wie die Tomatenstücke: Während der Käse dem Gericht seine typisch buttrige-salzige Note hinzufügt, sorgen die Tomaten für eine fruchtige Frische. Als Gesamtwerk irgendwie unerwartet, aber total stimmig und lecker.
Auch der knackige Veggie-Burger - aufgrund der Vorspeise von meiner Begleitung ohne Beilage ausgewählt - weiß zu überzeugen. Das Patty wird aus Kidneybohnen gemacht und passt besonders gut zum Cheddar und zur würzigen BBQ-Soße, die übrigens hausgemacht ist. Salat, Tomate, Gurke und Zwiebel dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Als Beilagen hat man die Qual der Wahl: Neben den „üblichen Verdächtigen“ bei Burgern, den normalen Pommes Frites und der Süßkartoffel-Variante, gibt es noch Wedges, Onionrings oder einen kleinen Salatteller. PS: Auch die Fleisch-Fans müssen sich in Sachen Burger mit drei Optionen keine Sorgen machen.
Nachspeise: Apfelkiacherl mit einer Kugel Vanilleeis
Nachdem wir uns minutenlang nicht zwischen den Apfelkiacherl, dem Schokotraum und dem Kaiserschmarrn mit Apfelragout entscheiden konnten, fiel die Wahl schließlich auf Ersteres. Das Dessert rundete den gemütlichen Abend mit den warmen gebackenen Apfelscheiben, einem Hauch Puderzucker und dem kühlen Eis perfekt ab. Dazu ein Tässchen Espresso und spätestens jetzt waren die allerletzten Alltagssorgen wie weggeblasen.
Die Preise
Ein Kleiner Wuider kostet 6,30 Euro, zusätzliche Beilagen schlagen zwischen 4,10 Euro (Camembert) bis 5,40 Euro (Garnellen) zu Buche. Auch beim Veggi-Burger (11,90 Euro) kommt es auf die Beilagen (zwischen 4,10 bis 5,10 Euro) an. Die Süßkartoffel-Nockerl kosteten 15,40 Euro, die Apfelkiacherl 6,40 Euro. Und je nachdem, wie der Durst ausfällt, können die Kosten durchaus in die Höhe steigen.
Das Gasthaus Heimgarten
Adresse: Am Einfang 10, 83435 Bad Reichenhall; Parkmöglichkeiten sind ausgeschildert oder finden sich an der Straße entlang der Kaserne.
Kontakt: Telefon: 08651/67660; E-Mail: zum.bergei@gasthaus-heimgarten.de
Öffnungszeiten: Montag und Dienstag Ruhetage, Mittwoch und Donnerstag 17 bis 22 Uhr, Freitag, Samstag und Sonntag 11 bis 22 Uhr.
Küchenzeiten für warme Gerichte: Mittwoch 17.30 bis 20 Uhr (Nur kleine Schmankerlkarte), Donnerstag, Freitag und Samstag 17.30 bis 20 Uhr, Sonntag 11.30 bis 20 Uhr.
Zusatztipp: Über die Social-Media-Kanäle (Instagram und Facebook) wird immer wieder auf saisonale Events oder Wochenkarten mit besonderen Schmankerl aufmerksam gemacht.
Doch der Geschmack, die Qualität und die Größe der Portionen - nicht zu groß, nicht zu klein, einfach genau richtig - rechtfertigen die Preise. Und wer in Bad Reichenhall eine Auszeit vom Alltag nehmen und einfach mal die Seele baumeln lassen will, der wird im Gasthaus Heimgarten inmitten der Schrebergärten ein paar glückliche Stunden verbringen und sich am Ende fragen: Alltag, welcher Alltag? (ms)




