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„Besorgt über Entscheidung“

Wegen Grenzkontrollen in Deutschland: UN-Flüchtlingshelfer sind alarmiert

Die deutschen Grenzen öffnen sich nur noch in Ausnahmefällen für Asylsuchende. Für Flüchtlingshelfer ist das ein fatales Signal.

Berlin – Es war eines der zentralen Wahlversprechen von Friedrich Merz. An allen Grenzen sollte schärfer kontrolliert werden, um die irreguläre Migration einzudämmen. Im heißen Schlussspurt des Wahlkampfes kündigte der CDU-Chef auch unter dem Eindruck mehrerer Bluttaten an, er werde „am ersten Tag meiner Amtszeit das Bundesinnenministerium im Wege der Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers anweisen, die deutschen Staatsgrenzen zu allen unseren Nachbarn dauerhaft zu kontrollieren und ausnahmslos alle Versuche der illegalen Einreise zurückzuweisen“.

Mittlerweile hat Alexander Dobrindt (CSU), der als Innenminister fungiert, Merz‘ Worten Taten folgen lassen. Die Nachbarländer geben sich bereits alarmiert, aus Polen war schon zuvor Kritik zu vernehmen, flächendeckende Grenzkontrollen könnten Auswirkungen auf den Binnenmarkt haben.

Merz und die Grenzkontrollen: UN-Flüchtlingshilfswerk „besorgt“ über Vorgehen von Schwarz-Rot

Inwiefern das von der Union und der SPD ausgegebene Ziel, die Migrationszahlen zu drücken, auf diesem Weg überhaupt erreicht werden kann, muss sich ohnehin noch zeigen. Schließlich ist es gar nicht möglich, die kompletten mehr als 3800 Kilometer Grenze zu überwachen und auch abseits der Straßen finden Menschen Wege, nach Deutschland zu kommen, wenn sie wollen.

Halt, Polizei! An den deutschen Grenzen wird seit dem Machtwechsel in Berlin schärfer kontrolliert.

Was aber kein Trost für das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sein kann, dass deutliche Kritik an der Grenzpolitik von Schwarz-Rot übt. Katharina Thole, UNHCR-Repräsentantin in Deutschland, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), das Hilfswerk sei „besorgt über die jüngste Entscheidung der deutschen Regierung, keine Asylanträge mehr an den Landesgrenzen anzunehmen“. Dabei sei die Bundesrepublik seit Jahrzehnten einer der engsten Partner des Flüchtlingshilfswerks und ein wichtiges Aufnahmeland für Flüchtlinge.

Thole ergänzte, das Völkerrecht verlange zwar nicht, dass Flüchtlinge im ersten Land, das sie erreichen, Asyl beantragen müssen. Seien bestimmte Voraussetzungen erfüllt, könnten Rückführungen und Überstellungen in sichere Drittstatten aber möglich sein.

Flüchtlingshelfer über Grenzkontrollen: „Asylsuchende gerecht verteilen“

Dies gelte besonders, wenn dort die Rechte nach der Genfer Flüchtlingskonvention geachtet würden und die Regelung zu einer gerechten Aufteilung der Verantwortung für Flüchtlinge zwischen den Staaten beitrage. Die Schließung von Landesgrenzen für alle Asylantragsteller könnte jedoch eine gerechte Aufteilung untergraben.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Daher fordert Thole von der Merz-Regierung, „sich auf die derzeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten bestehenden Rahmenbedingungen zu konzentrieren, um die Ankunft von Asylsuchenden zu steuern und gerecht zu verteilen“. Helfen könnten auch eine effiziente Bearbeitung von Asylanträgen und verbesserte Aufnahmebedingungen. So ließe sich zum einen die Integration anerkannter Flüchtlinge beschleunigen, zum anderen die Rückkehr von Menschen ohne Bleiberecht erleichtern.

Laut Thole ist das UNHCR bereit, sich mit den deutschen Behörden über diese Herausforderungen auszutauschen „und praktische Alternativen zu erarbeiten“.

Flüchtlingszahlen in Deutschland: Asylerstanträge gehen im Jahr 2025 deutlich zurück

Bis vor wenigen Tagen wurden lediglich Menschen, die kein Asylgesuch äußerten, oder Menschen, gegen die eine temporäre Einreisesperre verhängt worden war, zurückgewiesen. Nun ist die Gruppe derer, denen direkt an der Grenze ein Stoppschild vor die Nase gehalten wird, deutlich größer. Lediglich Frauen mit Kleinkindern, Hochschwangere, schwer erkrankte Menschen und andere „vulnerable Personen“ dürfen weiterhin einreisen.

Der Kanzler und sein Innenminister: Friedrich Merz (r.) bekommt von Alexander Dobrindt die bestellten schärferen Grenzkontrollen ab Tag eins.

Laut einem Sprecher des Bundesinnenministeriums ist es noch zu früh, um die Wirkung der neuen Maßnahmen zu bilanzieren. Von Januar bis April 2025 wurden in Deutschland 45.681 Asylerstanträge gestellt, davon 11.644 durch syrische Flüchtlinge und 7873 durch afghanische Flüchtlinge. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren es laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 84.984 Erstanträge, was einen Rückgang um 46,2 Prozent bedeutet. Unter Syrern sank der Wert sogar um 55,5 Prozent, unter Afghanen um 39,5 Prozent. (mg, mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Eibner

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