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Zustimmung sinkt

Zittern vor den Midterms: Trump verliert auch Rückhalt bei stabilster Wählergruppe

Im November steigen die US-Midterms. Wenige Monate vor den wichtigen Wahlen büßt Trump in einem Wählerklientel Zustimmung ein, das eigentlich als Bastion gilt.

Am 3. November 2026 stehen in den USA die Midterms an. Sie markieren die Zwischenwahlen zur Hälfte der je vierjährigen Amtszeit eines US-Präsidenten, in diesem Falle der insgesamt zweiten Präsidentschaft Donald Trumps. Während es langsam, aber sicher auf die Midterms zugeht, skizzieren Umfragen schon jetzt erste Vorabaufnahmen von dem, welche Resultate auf Demokraten und Republikaner zukommen könnten.

US-Präsident Donald Trump

Für US-Präsident Trump bedeutete eine im Mai von ABC News, Ipsos und Washington Post erhobene Umfrage einen ersten Fingerzeig in negativer Hinsicht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass zu jenem Zeitpunkt fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten unzufrieden mit Trumps Politik waren – ein Zwei-Prozent-Anstieg ausgehend von einer Erhebung mit gleicher Ausgangsfrage im Februar. Während die Midterms näher rücken, geben klientelbezogene Umfragen Trump und den Republikanern neuen Anlass zur Sorge.

Weiße Arbeiter sowie Wählerinnen und Wähler aus ländlichen US-Regionen waren Trump bisher eine stabile Stütze

Seit seiner ersten US-Präsidentschaftskandidatur vor inzwischen einem Jahrzehnt bildet eine Gruppe von Wählern ein überaus wichtiges Klientel für Trump: weiße Wählerinnen und Wähler aus der Arbeiterklasse. Womöglich von Trumps Versprechen angezogen, US-Industriezweige zu stärken und dortige Arbeitsplätze der weißen Bevölkerung mittels vehementer Migrationspolitik abzusichern, gelangen Trump immer wieder Erfolge innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe. 

So unterstützten Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 einer Umfrage des gemeinnützigen und überparteilichen Public Religion Research Institutes (PRRI) zufolge zwei von drei weißen Wählern aus der Arbeiterklasse. Doch auch noch eine andere Wählergruppe ist für Trump von besonderer Wichtigkeit: Wahlberechtigte aus ländlichen Regionen in den Vereinigten Staaten. Wie eine Umfrage des Pew Research Centers zeigte, konnte Trump sich 2024 dank 69 Prozent der Stimmen von Wählern in ländlichen Gebieten gegenüber der demokratischen Vertreterin Kamala Harris behaupten.

Zwischenwahlen USA: Die zehn spannendsten Duelle im Senat

John Fetterman von den Demokraten
Der linke Demokrat John Fetterman ist amtierender Vizegouverneur von Pennsylvania und tritt dort gegen den republikanischen Trump-Schützling Mehmet Oz an. Kurz vor den demokratischen Vorwahlen im Mai erlitt Fetterman einen Schlaganfall, von dem er sich noch immer erholt.  © Kriston Jae Bethel/afp
Mehemt Oz aus Pennsylvania
Der Republikaner Mehmet Oz wird im Wahlkampf in Pennsylvania um den Sitz im US-Senat von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Kardiologe und ehemalige TV-Arzt geriet in die Kritik, weil er in seiner Sendung, „The Dr. Oz Show“, pseudowissenschaftliche und alternativmedizinische Ansichten verbreitete. © Ed Jones/AFP
Mandela Barnes
Der progressive Demokrat Mandela Barnes ist Vizegouverneur von Wisconsin und will den amtierenden republikanischen Senator, Ron Johnson, ablösen. Barnes setzt sich insbesondere für Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte ein. Seine Kandidatur wird von den prominenten US-Linken Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und Elizabeth Warren offiziell unterstützt. © Scott Olson/AFP
Ron Johnson von den Republikanern
Der MAGA-Republikaner Ron Johnson ist der amtierende Senator von Wisconsin und rechtsextrem. Er will die staatliche Kranken- und Rentenversicherung privatisieren. Den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bezeichnete er als „überwiegend friedlich“, es sei kein bewaffneter Aufstand gewesen. © Mark Hertzberg/Imago
Raphael Warnock von den Demokraten
Raphael Warnock ist Senator des Swing States Georgia. Er wird herausgefordert von dem Trump-Protegé Herschel Walker. Warnock ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, in der einst der bekannte Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King Jr. predigte. Warnock ist der erste Schwarze, der den Südstaat Georgia im US-Senat vertritt. © Anna Moneymaker/AFP
Herschel Walker von den Republikanern
Der Ex-American-Football-Spieler und Republikaner Herschel Walker tritt in Georgia gegen den demokratischen Senator Raphael Warnock an. Seine Kandidatur wird von Donald Trump unterstützt. Walker fällt immer wieder durch vergangene Skandale auf. Der erklärte Abtreibungsgegner soll eine Ex-Freundin zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt und dafür bezahlt haben. © Megan Varner/AFP
Catherine Cortez Masto von den Demokraten
In Nevada wackelt der Senatssitz der demokratischen Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto. Ihr Herausforderer ist der von Donald Trump unterstütze Republikaner und Wahlleugner Adam Laxalt. Cortez Masto macht sich im Wahlkampf insbesondere für das Recht auf Abtreibung stark. Bevor sie Senatorin wurde, war sie Navadas Generalstaatsanwältin. © Kevin Dietsch/AFP
Republikaner Adam Laxalt, Kandidat für den Senat
Der Republikaner Adam Laxalt fordert in Nevada die demokratische Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto heraus. Laxalt wird von Donald Trump unterstützt und ist demzufolge Wahlleugner. Der ehemalige Generalstaatsanwalt von Nevada konzentriert sich auf die Themen Inflation und „Law and Order“. © Bridget Bennett/AFP
Tim Ryan aus Ohio
Demokrat Tim Ryan kämpft in Ohio mit dem Republikaner J. D. Vance um den frei werdenden Senatssitz. Ryan ist Abgeordneter im Repräsentantenhaus und war 2019 Präsidentschaftskandidat der Demokraten, doch schied vorzeitig aus dem Rennen aus. © Jerry Mennenga/Imago
JD Vance kandidiert für die Republikaner
J. D. Vance kandidiert auf republikanischer Seite in Ohio gegen den Demokraten Tim Ryan für den Senat. Vance ist Risikokapitalgeber und Autor des autobiografischen Bestsellers „Hillbilly Elegie“. Er sicherte sich die republikanische Nominierung im Vorwahlkampf durch rechtsextreme Positionen und die Unterstützung von Donald Trump. © Jeff Swensen/AFP
Marco Rubio kandidiert für die Republikaner
In Florida sieht sich der amtierende republikanische Senator Marco Rubio seiner demokratischen Herausforderin Val Demings gegenüber. Donald Trump verpasste Rubio, der 2016 als dessen Kontrahent in den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen antrat, den hämischen Spitznamen „little Marco“ (kleiner Marco). © Anna Moneymaker/AFP
Val Demings kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Val Demings fordert in Florida den amtierenden republikanischen Senator Marco Rubio heraus. Sie ist die ehemalige Polizeichefin von Orlando und konnte bereits republikanische Attacken abwehren, die darauf abzielten, sie als zu lax in puncto Strafverfolgung darzustellen. © Joe Readle/AFP
Ted Budd kandidiert für die Republikaner
In North Carolina tritt der Republikaner Ted Budd gegen die Demokratin Cheri Beasley an. Der von Trump unterstützte rechtsextreme Abgeordnete Budd ist Wahlleugner und Inhaber eines Schusswaffengeschäfts. © Seth Herald/AFP
Cheri Beasly kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Cheri Beasley kämpft in North Carolina mit dem Trump-Republikaner Ted Budd um den Sitz im Senat. Beasley ist ehemalige Richterin am Supreme Court des Bundesstaates North Carolina und befürwortet das Recht auf Abtreibung. © Sean Rayford/AFP
Mark Kelly kandidiert für die Demokraten
In Arizona wird der demokratische Amtsinhaber Mark Kelly vom Trump-Schützling und rechtsextremen Republikaner Blake Masters herausgefordert. Kelly ist ehemaliger Astronaut und Ehemann der ehemaligen Abgeordneten Gabby Giffords, der bei einer Veranstaltung in den Kopf geschossen wurde und die überlebte. Demzufolge setzt sich Kelly für strengere Schusswaffengesetze ein. © Kevin Dietsch/AFP
Blake Masters kandidiert für die Republikaner
Der rechtsextreme Republikaner Blake Masters fordert in Arizona den demokratischen Amtsinhaber Mark Kelly heraus. Masters ist ein Schützling Donald Trumps und sprach sich im Vorwahlkampf nicht nur gegen Abtreibungen, sondern auch gegen Empfängnisverhütung aus. Er ist auch Anhänger des rechten, rassistischen Verschwörungsmythos vom „Großen Austausch“. © Brandon Bell/afp
Maggie Hassan kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Maggie Hassan ist die Amtsinhaberin des Senatssitzes für New Hampshire. Sie wird von dem Republikaner Don Bolduc herausgefordert. Hassan konzentriert sich im Wahlkampf auf den Schutz des Rechts auf Abtreibung. Sie war bereits Gouverneurin von New Hampshire. © Scott Eisen/AFP
Don Bolduc kandidiert für die Republikaner
Der Republikaner Don Bolduc fordert in New Hampshire die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan heraus. Bolduc lobte die höchst umstrittene Anti-Abtreibungsentscheidung des Supreme Courts. Der pensionierte Brigadegeneral ist ein rechtsextremer Kandidat, doch er wird nicht von Donald Trump unterstützt. © Scott Eisen/AFP
Michael Bennet kandidiert für die Demokraten
In Colorado wird der demokratische Amtsinhaber Michael Bennet von dem Republikaner Joe O’Dea herausgefordert. Bennet hat sich während seiner Amtszeit auf die Ausweitung der Steuergutschrift für Kinder konzentriert. Er macht auch Wahlkampf mit den Mitteln aus dem Infrastrukturpaket, die seinem Bundesstaat zuerkannt wurden. © POOL

Wenige Monate vor den Midterms sinkt Trumps Zustimmungsrate bei weißen Wählern aus der Arbeiterklasse

Doch wenige Monate vor den Kongresswahlen nach zwei von vier Jahren der erneuten Präsidentschaft Trumps deuten Erhebungen an, dass Umwälzungen in den einst so gefestigten republikanischen Lagern von Wählerinnen und Wählern nicht mehr derart unmöglich scheinen wie noch vor einiger Zeit. Eine Umfrage von CBS News und YouGov im Mai ergab, dass 54 Prozent der weißen Wähler ohne Hochschulabschluss Trumps politischen Führungsstil ablehnten. Das bedeutete einen immensen Anstieg gegenüber den 32 Prozent, die eine Umfrage mit gleicher Ausgangsfrage im Februar 2025 als Resultat nach sich zog. 

Jene Ablehnung lag in einer Umfrage von NPR/PBS/Marist im Juni bei 49 Prozent und in einer Umfrage vom konservativ ausgerichteten US-Sender Fox News im April bei 51 Prozent. Unter den Wählerinnen und Wählern in ländlichen Regionen der US ergab eine Umfrage von Reuters und Ipsos im Juni, dass 48 Prozent Trump und seine Arbeit ablehnten: Und auch dies markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber den 34 Prozent, die eine von denselben Forschungsinstituten geführte Umfrage bereits im Folgemonat nach dem Amtsantritt von Trumps zweiter Präsidentschaft vorgebracht hatte.

Obwohl bei den Midterms zwar kein neuer US-Präsident oder -Präsidentin gewählt wird, sind sie für Demokraten und Republikaner dennoch essenziell. So werden am 3. November in sämtlichen US-Bundesstaaten die 435 Sitze des Repräsentantenhauses sowie 35 Sitze im US-Senat durch Kongressabgeordnete neu besetzt. Generell besitzt die Zustimmungsrate des US-Präsidenten traditionell bedeutende Signalwirkung für den Ausgang der Kongress-Zwischenwahlen – und das sowohl für das US-Repräsentantenhaus als auch für den Senat, wie die US Vote Foundation hinweist. Aktuell kontrollieren Trumps Republikaner sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus. (Quellen: ABC News, Public Religion Research Institute, NPR/PBS/Marist, Fox News, US Vote Foundation) (fh)

Rubriklistenbild: © dpa/AP photo | Alex Brandon

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