Aktuelle Lage in Nahost
Iran-Krieg: Hisbollah hinterfragt Libanon-Waffenruhe – Wohl Durchbruch bei Verhandlungen möglich
Die aktuelle Lage in Nahost in unserem Ticker: Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wurde verlängert. Es sind wohl neue Verhandlungen mit Teheran geplant.
Dieser News-Ticker ist beendet. Alle weiteren Informationen finden Sie in unserem neuen News-Ticker zum Iran-Krieg.
Update, 13:51 Uhr: Die Chancen auf einen Durchbruch bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad sind nach Angaben aus Regierungskreisen „sehr hoch“. Wie Al Jazeera berichtet, wird eine Delegation unter Leitung des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi noch am heutigen Abend in der pakistanischen Hauptstadt erwartet. Araghtschi hatte am Vormittag ein Telefongespräch mit dem stellvertretenden pakistanischen Premierminister und Außenminister Ishaq Dar geführt, das von beiden Seiten bestätigt wurde.
Dabei tauschten sich beide Seiten über regionale Entwicklungen, den Waffenstillstand und die laufenden diplomatischen Bemühungen aus. Dar betonte die Bedeutung eines nachhaltigen Dialogs, während Araghtschi Pakistans „konsequente und konstruktive Rolle als Vermittler“ würdigte. Laut der iranischen Staatsagentur IRNA führte Araghtschi zudem ein separates Gespräch mit Pakistans Armeechef Asim Munir.
Update, 13:22 Uhr: Der Hisbollah-Politiker Ali Fayyad hat den Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel angesichts anhaltender israelischer Feindseligkeiten als „bedeutungslos“ bezeichnet. Jede israelische Aggression gegen den Libanon gebe der Hisbollah das Recht zur Reaktion, sagte Fayyad. Gegenüber der libanesischen Tageszeitung An-Nahar kommentierte er die Ankündigung einer dreiwöchigen Verlängerung der Waffenruhe mit den Worten: „Jeder israelische Angriff auf den Libanon gibt dem Widerstand das Recht zur Vergeltung.“
Iran-Krieg: Teheran öffnet Flughafen
Update, 12:15 Uhr: Einer der beiden Hauptflughäfen Teherans nimmt den internationalen Flugverkehr wieder auf. Ab Samstag starten vom Flughafen Imam Chomeini wieder Flüge nach Istanbul und nach Maskat im Oman, berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Freitag. Die Zivilluftfahrtbehörde hatte bereits am Montag die Wiedereröffnung des Airports sowie des zweiten großen Teheraner Flughafens Mehrabad angekündigt. Erste internationale Flüge waren ebenfalls am Montag vom Flughafen Maschhad im Nordosten des Irans wieder aufgenommen worden. Der Passagierflugverkehr im Iran war mit Beginn der US-israelischen Offensive am 28. Februar eingestellt worden.
Update, 11:26 Uhr: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat mit pakistanischen Vermittlern telefoniert. In separaten Gesprächen mit Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, und Außenminister Ishaq Dar seien „regionale Entwicklungen und Themen in Verbindung mit der Waffenruhe“ besprochen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. US-Präsident Donald Trump hatte die Waffenruhe mit dem Iran am Dienstag einseitig und ohne klares Enddatum verlängert – kurz nachdem der Iran eine Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan abgelehnt hatte. Pakistan fungiert in dem Konflikt als Vermittler.
Auswirkungen durch aktuellen Iran-Krieg befürchtet
Update, 10:34 Uhr: Die Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) dürfte infolge des US-israelischen Krieges gegen den Iran bis Ende 2027 angespannt bleiben. Das geht aus einem neuen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. „Die kombinierte Wirkung kurzfristiger Lieferausfälle und eines langsameren Kapazitätswachstums könnte zwischen 2026 und 2030 zu einem kumulativen Verlust von rund 120 Milliarden Kubikmetern LNG-Lieferungen führen“, erklärte die in Paris ansässige Behörde. Neue Verflüssigungsprojekte in anderen Regionen würden die Verluste zwar langfristig ausgleichen, die angespannten Märkte aber noch bis 2026 und 2027 belasten.
Update, 10:21 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei seiner Ankunft zum EU-Gipfel in Zypern betont, dass eine Rückkehr zur Stabilität im Nahen Osten im „Interesse aller“ liege. „Es liegt im Interesse aller, dass die Stabilität so schnell wie möglich zurückkehrt und die Weltwirtschaften beruhigt werden“, sagte Macron. Die Auswirkungen des US-israelischen Krieges gegen den Iran erschüttern zunehmend die Weltwirtschaft. In Zypern sind Gespräche mit Staatschefs aus dem Nahen Osten geplant.
Iran-Krieg: EU-Staaten befürchten neue Migrationskrise
Update, 9:20 Uhr: Südeuropäische EU-Staaten warnen angesichts der Konflikte im Nahen Osten vor einer neuen Migrationskrise. Bei einem Treffen am Rande einer informellen Zusammenkunft des Europäischen Rates in Zypern betonten die Regierungschefs von Zypern, Griechenland, Italien und Malta die Notwendigkeit eines koordinierten europäischen Vorgehens, um eine Situation wie im Jahr 2015 zu verhindern. Damals hatte eine starke Zunahme von Flüchtlingsbewegungen, vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, die EU vor erhebliche politische und organisatorische Herausforderungen gestellt. Konkrete Maßnahmen wurden in der gemeinsamen Mitteilung der vier Staaten jedoch nicht formuliert.
Update, 8:19 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat betont, dass die USA es mit einem Ende des Iran-Krieges nicht eilig hätten – anders als Teheran. „Ich habe alle Zeit der Welt“, schrieb Trump am Donnerstag in sozialen Netzwerken. Der Iran hingegen habe diese Zeit „nicht“. „Die Uhr tickt“, warnte er.
Unterdessen erklärten israelische Sicherheitskreise nach ersten Explosionen in Teheran seit Inkrafttreten der Waffenruhe, dass Israel den Iran derzeit nicht angreife. Die USA verlegten zudem einen dritten Flugzeugträger in die Region – ein Signal, das den Druck auf Teheran weiter erhöht.
Iran-Krieg: EU berät über Auswirkungen und Straße von Hormus
Update, 7:00 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs haben eine Reihe von Vertretern aus dem Nahen Osten und der Golfregion zu ihrem Gipfeltreffen in Zypern eingeladen. Beim Mittagessen am Freitag soll es um den Iran-Krieg und die weiteren Verhandlungen gehen, an denen die Europäer nicht direkt beteiligt sind. Sie hoffen auf eine Öffnung der Straße von Hormus, damit die Ölpreise sinken.
Update, 24. April, 5:50 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Einsatz einer Atomwaffe gegen den Iran ausgeschlossen. „Nein, ich würde sie nicht einsetzen“, sagte Trump im Weißen Haus. „Warum sollte ich eine Atomwaffe einsetzen, wenn wir sie auf ganz konventionelle Weise auch ohne dezimiert haben?“, fügte Trump hinzu. „Eine Atombombe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen“, stellte der US-Präsident klar.
News zum Iran-Krieg: Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um drei Wochen verlängert
Update, 23:48 Uhr: Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit.
Update, 22:22 Uhr: Fast zwei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs haben die USA einen dritten Flugzeugträger in die Region verlegt. Die „USS George H.W. Bush“ habe im Indischen Ozean den Verantwortungsbereich des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos Centcom erreicht, teilte Centcom am Donnerstag im Onlinedienst X mit und veröffentlichte ein Foto des Flugzeugträgers mit zahlreichen Kampfflugzeugen an Deck.
Update, 20:45 Uhr: Iranische Medien berichten von Explosionen im Westen und Osten der Hauptstadt Teheran. Demnach wurden Luftabwehrsysteme gegen „feindliche Ziele“ aktiviert. Ein US-Beamter sagte laut dem Nachrichtensender Al Jazeera, es gebe keine Änderung im Status der Waffenruhe mit dem Iran. Auch ein israelischer Sicherheitsbeamter dementierte gegenüber dem Sender Kan News Angriffe gegen Ziele im Iran.
Update, 20 Uhr: Der iranische Parlamentssprecher Bagher Ghalibaf ist laut dem israelischen Sender Keshet 12 aus dem iranischen Verhandlungsteam zurückgetreten. Grund seien Differenzen mit den Revolutionsgarden über die Verhandlungsführung mit den USA. Ghalibaf sprach sich demnach für Verhandlungen aus, die Revolutionsgarden bestanden zunächst auf einem Ende der US-Blockade.
Update, 17:45 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Zerstörung von Schiffen angeordnet, die Minen in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus legen. Die US-Marine solle „jedes Boot, auch wenn es noch so klein ist“, „beschießen und zerstören“, erklärte Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Es darf kein Zögern geben. Außerdem räumen unsere Minensuchboote gerade die Meerenge“, schrieb er weiter.
Iran-Krieg: Teheran sammelt Maut an Straße von Hormus ein
Update, 16 Uhr: Das Tauziehen um eine Öffnung der Straße von Hormus verhindert weiterhin eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs: Nachdem Teheran am Vortag zwei Tanker in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge festgesetzt hatte, erhielt der Iran am Donnerstag eigenen Angaben zufolge erstmals Einnahmen aus seinen für die Durchfahrt der blockierten Straße von Hormus erhobenen Mautgebühren. „Die ersten Einnahmen aus den Mautgebühren für die Straße von Hormus wurden auf das Konto der Zentralbank eingezahlt“, erklärte der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Update, 13:36 Uhr: Das US-Militär gibt bekannt, einen weiteren mit dem Iran in Verbindung stehenden Öltanker beschlagnahmt zu haben. Das meldet AP.
Update, 13:16 Uhr: Der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi hat Deutschland und die europäischen Regierungen zu mehr Engagement für einen grundlegenden Wandel im Iran aufgerufen und vor einer Fortsetzung der Beschwichtigungspolitik gewarnt. „Meiner Ansicht nach hat Europa eine wichtige, sehr wichtige Rolle. Ich denke aber, Europa untergräbt selbst, was es tun könnte“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
„Ich erwarte von westlichen Regierungen, die deutsche Regierung eingeschlossen, die Herangehensweise von mehr als vier Jahrzehnten zu beenden. Das war ein Versuch der Beschwichtigung in Erwartung von Verhaltensänderungen des Regimes. Das hat in all den Jahren zu nichts geführt“, so Pahlavi weiter. Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als möglicher Übergangsführer ins Gespräch gebracht – innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Rolle jedoch umstritten.
Iran-Krieg: Pahlavi attackiert Führung in Teheran
Update, 11:39 Uhr: Der iranische Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi hat die Europäer bei einem Besuch in Berlin zu einer entschlosseneren Haltung gegenüber der Führung in Teheran aufgerufen. „Wenn Sie glauben, Sie könnten mit diesem Regime Frieden schließen, irren Sie sich gewaltig“, sagte Pahlavi am Donnerstag. Stabilität sei nicht möglich, solange auch nur eine „abgeschwächte Version dieses Systems“ fortbestehe.
Das Regime sei „noch nie so schwach wie jetzt“, betonte Pahlavi und sah eine einmalige Gelegenheit, „dem ein Ende zu setzen“. Europa stehe vor der Wahl „zwischen einem sterbenden Regime, das uns alle gefährdet, und einem freien Iran“. Die Annahme, dass Führungsfiguren wie Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf oder Außenminister Abbas Araghtschi „plötzlich zu Pragmatikern geworden sind“, bezeichnete er als falsch. „Je früher dieses Regime verschwunden ist, desto eher wird auch der Konflikt enden – nicht durch Verhandlungen mit den Überresten dieses Regimes, sondern indem wir dem iranischen Volk helfen, dieses Regime zu überwinden.“
Update, 10:48 Uhr: Die Räumung von Seeminen in der Straße von Hormus könnte nach Einschätzung des US-Militärs mehrere Monate dauern. Eine Pentagon-Einschätzung, über die die Washington Post am Mittwoch berichtete, nennt einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten. Ein Pentagonsprecher bezeichnete die Angaben zwar als „ungenau“, machte aber auch auf AFP-Anfrage keine näheren Angaben.
Die Sechs-Monats-Schätzung wurde demnach den Mitgliedern des Streitkräfteausschusses des Repräsentantenhauses in einer vertraulichen Unterrichtung mitgeteilt. Der Iran soll möglicherweise 20 oder mehr Minen in und um die Meerenge ausgelegt haben – darunter per GPS ferngesteuerte, schwimmende Minen, die besonders schwer zu lokalisieren seien. Die Frage der Minenräumung hat erhebliche Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Straße von Hormus, durch die im Normalfall rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports verläuft, ist seit Beginn des Iran-Krieges faktisch gesperrt. Auch seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran haben kaum Schiffe die Meerenge passiert.
News zum Iran-Krieg: Teheran richtet weiteren Mann hin
Update, 10:17 Uhr: Im Iran ist am Donnerstag ein Mann wegen angeblicher Mitgliedschaft in der verbotenen Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin hingerichtet worden. Sultan-Ali Schirsadi-Fakhr wurde laut der Website der iranischen Justiz, Misan Online, am Morgen wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe“ sowie „Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst des israelischen Regimes“ gehängt. Wann er festgenommen wurde, blieb zunächst unklar. Dem Bericht zufolge lebte der Verurteilte zeitweise in Spanien; ob er eine weitere Staatsangehörigkeit besaß, wurde nicht bekannt gegeben.
Update, 9:26 Uhr: CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat die geplanten politischen Gespräche mit Schah-Sohn Reza Pahlavi in Berlin verteidigt. „Er ist das einzige Oppositionsgesicht, das man kennt. Und für viele Iraner ist das halt die Alternative erst einmal zum Mullah-Regime“, sagte Laschet im ARD-„Morgenmagazin“. Er betonte, Pahlavi sehe sich selbst lediglich als Übergangsfigur: „Er sieht sich so als Übergang, auch nicht als dauerhafter Herrscher, auch nicht als neuer Schah.“ Laschet verwies zudem auf eine frühere Begegnung mit Pahlavi in München und bezeichnete ihn als relevanten Gesprächspartner, der Einblicke in die aktuelle Lage im Iran geben könne.
Verhandlungen im Iran-Krieg: Teherans Bereitschaft noch offen
Update, 8:40 Uhr: Ob der Iran noch einmal an den Verhandlungstisch zurückkehrt, ist weiter offen. Unklar ist auch, worüber die Kriegsparteien genau sprechen werden. Vom regierungstreuen iranischen Sender Press TV ist zu hören, dass der Iran gelernt habe, unter maximalem Sanktionsdruck zu überleben. „Selbst wenn die Blockade morgen aufgehoben würde, würde der Iran sich weiterhin weigern, an Gesprächen teilzunehmen, solange der Feind darauf besteht, die Atomfrage anzusprechen“, hieß es. „Das Atomthema ist effektiv vom Tisch.“
Update, 7:33 Uhr: Nach Informationen des Wall Street Journal bemühen sich Vermittlerstaaten, darunter die Türkei, Pakistan und Ägypten, derzeit fieberhaft, ein neues Treffen zwischen den USA und dem Iran zu arrangieren, möglicherweise für diesen Freitag. Der Iran lässt sich dabei von Donald Trump nicht unter Druck setzen: Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf laut dpa auf X.
Erstmeldung: Wie geht es im Iran-Krieg weiter? Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Experten, schrieb jetzt auf X: „Es ist verlockend zu glauben, dass Zeit und Druck den Iran zum Einlenken zwingen werden. Doch das werden sie nicht.“ Die Trump-Regierung werde irgendwann vor der „unausweichlichen Wahl stehen: Eskalation oder Zugeständnisse“. Selbst ein begrenzter Militärschlag werde Iran kaum zur Kapitulation bewegen. „Wahrscheinlicher ist, dass er eine Eskalation auslöst und die Krise, die er eigentlich eindämmen will, verschärft.“
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