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Ukraine-Krieg
Rätselhafte Attacke auf Putin-Villa: Neue Zweifel an Russlands Beweisen – Trump reagiert
Hat die Ukraine die Putin-Residenz mit Drohnen angegriffen? Russland hat jetzt ein Video als angeblichen Beweis veröffentlicht. Doch die CIA widerspricht.
Update, 1. Januar, 6:19 Uhr: Neue Enthüllung zum mutmaßlichen Angriff auf die Putin-Villa: Der US-Geheimdienst CIA geht von falschen Darstellungen des Kremls aus. Demnach sollen die jüngsten Drohnenangriffe der Ukraine nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dessen Residenz zum Ziel gehabt haben. Das berichteten das Wall Street Journal sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung. Demnach habe ein Angriff einem militärischen Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der Nähe des Anwesens. Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst den schweren Vorwürfen aus Moskau. Zunächst hatte auch Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Putin die Ukraine wegen des angeblichen Angriffs kritisiert.
Angriff auf Putins Residenz? Ukraine und CIA widersprechen Russlands Darstellung
Update, 17:16 Uhr: Kiew reagiert auf Russlands angebliche Beweise für die Behauptung, die Ukraine habe vor wenigen Tagen Putins Residenz angegriffen. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst sprach von gefälschten Karten und Fakes der russischen Seite. Nach ukrainischen Medienberichten sah der Geheimdienst in Kiew darin den Beginn einer russischen Kampagne, um die Bemühungen der Ukraine und der USA für einen Friedensplan zu torpedieren.
Rätselhafte Attacke auf Putin-Villa: Russland veröffentlicht angeblichen Video-Beweis
Erstmeldung: Moskau – Nach tagelangen ukrainischen Forderungen nach Belegen hat Russland erstmals angebliche Beweise für den umstrittenen Drohnenangriff im Ukraine-Krieg auf eine Putin-Residenz präsentiert. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte ein Video mit Drohnenfragmenten und detaillierten Flugrouten, um die Vorwürfe gegen Kiew zu untermauern. Doch die Ukraine weist die Darstellungen kategorisch als Lüge zurück. Was ist dran an den Vorwürfen?
Russland bleibt jedenfalls bei seiner Darstellung zum umstrittenen Drohnenangriff auf die Putin-Villa. In einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video listete Generalmajor Alexander Romanenkow, Chef der Luftabwehrraketentruppen, detaillierte Angaben zu Orten, Uhrzeiten und Flugrouten einzelner Drohnen in der Nacht auf den 29. Dezember auf. „Der Terroranschlag des Kiewer Regimes war zielgerichtet, sorgfältig geplant und erfolgte in mehreren Stufen“, erklärte Romanenkow laut der Nachrichtenagentur AFP in Moskau.
Angebliche Attacke auf Putin-Residenz bei Nowgorod: Russland legt Video als Beweis vor
Das Ministerium veröffentlichte im Streit um den Angriff auf die Putin-Residenz über die staatliche Nachrichtenagentur Tass zusätzlich Videoaufnahmen, die einen Uniformierten in einem Wald sowie Fragmente einer angeblich ukrainischen Drohne zeigen. Der Mann mit verdecktem Gesicht beschreibt einen sechs Kilogramm schweren Sprengsatz an der Drohne vom Typ „Tschaklun-B“: „Es ist ein seltener Fall, dass wir einen nicht detonierten Kampfsatz haben.“ Ein weiteres, nicht überprüfbares Video zeigt einen angeblichen Augenzeugen, der von Explosionsgeräuschen beim Abschuss der Drohnen berichtet.
Nach Romanenkows Darstellung wurden die ukrainischen Drohnen aus den Regionen Tschernihiw und Sumy abgeschossen und zielten auf Putins Residenz im Gebiet Nowgorod. Der Offizier wiederholte frühere Angaben der russischen Staatsführung, wonach die Flugabwehr alle Drohnen abgeschossen habe und keine Schäden an der Waldai-Residenz entstanden seien. Putin verbringt dort nach Medienberichten bisweilen Wochenenden mit seiner Familie.
Die Präsentation der angeblichen Beweise erfolgte als Reaktion auf Forderungen aus Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Moskauer Vorwürfe kategorisch als Lüge zurückgewiesen. Er bezeichnete sie als Versuch Russlands, die Friedensverhandlungen zu stören und neue Angriffe auf Regierungsgebäude in Kiew zu rechtfertigen.
Fake News oder nicht? Ukraine und Russland streiten über mutmaßlichen Angriff auf Putin-Villa
Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte noch einen Tag zuvor die Rhetorik verschärft und von einem „terroristischen Akt“ gesprochen, „der auf einen Abbruch des Gesprächsprozesses zielt“. Der Angriff richte sich nicht nur gegen Putin, sondern auch gegen Trumps Friedensbemühungen. Moskau drohte mit einer härteren Haltung bei den laufenden Gesprächen über ein Kriegsende, betonte aber, den Dialog fortsetzen zu wollen. Einen Beweis für seine Behauptungen legte Peskow aber zunächst nicht vor. Stattdessen stieß der frühere russische Staatschef Dmitri Medwedew Todesdrohungen gegen Selenskyj aus.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha widersprach zunächst den russischen Darstellungen: „Russland hat seit Montag keine Belege für den angeblichen Angriff vorgelegt. Denn es gibt sie nicht. Es gab keinen solchen Angriff.“ Er kritisierte, dass sich mehrere Staaten wegen der angeblichen Attacke besorgt gezeigt hätten. Auch die deutsche Bundesregierung schloss laut einem Reuters-Bericht nicht aus, dass es sich bei der Darstellung des Vorfalls um Fake News aus Moskau handeln könnte, um einen Vorwand für weitere Ukraine-Attacken zu haben.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
US-Präsident Donald Trump bestätigte bislang ein Telefonat mit Putin zu dem Vorfall. „Das ist nicht gut“, kommentierte Trump die angebliche Attacke. Putin hatte Trump bereits am Sonntag vor dessen Treffen mit Selenskyj kontaktiert und am Montag erneut angerufen, wobei der angebliche Drohnenangriff Hauptthema war. Die Moskauer Informationskampagne folgte zeitlich auf intensive Verhandlungen zwischen USA und Ukraine über Kriegsbeendigung und Sicherheitsgarantien.
Fake News im Ukraine-Krieg: Experten bezweifeln Darstellung Russlands
Experten äußerten ebenfalls Zweifel an der russischen Darstellung. Das US-Institut für Kriegsstudien verwies darauf, dass die üblichen Beweise für Drohnenangriffe im Ukraine-Krieg fehlten: „Die Umstände dieses angeblichen Angriffs entsprechen nicht dem beobachteten Muster von Beweisen, wenn ukrainische Streitkräfte Angriffe auf Russland durchführen.“ Die russische Internetplattform „Sota“ berichtete, dass Bewohner der Region kein Flugabwehrfeuer gehört hätten.
Vierzehn Anwohner berichteten dem unabhängigen Nachrichtenportal Mozhem Obyasnit, dass sie keine SMS-Warnungen vor einer Drohnenbedrohung erhalten und auch keine summenden Geräusche oder Explosionen gehört hätten, die typisch für einen Drohnenangriff seien. „Es gab in jener Nacht keinen Lärm, keine Explosionen, nichts“, wurde ein Anwohner von der Moscow Times zitiert. „Wenn so etwas passiert wäre, hätte die ganze Stadt darüber gesprochen.“ (Quellen: AFP, dpa, Moscow Times, Tass) (jek)