Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Trotz Waffenruhe
Iran und die USA greifen sich in der Straße von Hormus gegenseitig an
Trotz Waffenruhe kommt es zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus zu gegenseitigem Beschuss. Beide Seiten schieben einander die Schuld zu.
Die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg hat einen schweren Rückschlag erlitten. Am Donnerstag lieferten sich amerikanische und iranische Streitkräfte in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus ein Feuergefecht. Beide Seiten schieben sich gegenseitig die Schuld zu – während US-Präsident Donald Trump weiterhin auf eine diplomatische Lösung setzt.
Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte (Centcom) erklärte auf der Plattform X, man habe „unprovozierte iranische Angriffe“ abgewehrt und mit „Schlägen zur Selbstverteidigung“ reagiert. Drei Lenkwaffenzerstörer der US-Marine seien beim Durchqueren der Meerenge in Richtung Golf von Oman attackiert worden. Iranische Kräfte hätten dabei mehrere Raketen abgefeuert sowie Drohnen und kleine Boote eingesetzt.
Iran wirft USA Verstoß gegen Waffenruhe vor
Aus iranischer Sicht stellt sich der Vorfall völlig anders dar. Das Militär in Teheran beschuldigt die USA, zuerst einen iranischen Öltanker angegriffen zu haben, der sich von den Küstengewässern in Richtung Straße von Hormus bewegte. Der regierungstreue Sender Press TV zitierte das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya mit dem Vorwurf, Washington habe die Waffenruhe gebrochen.
Darüber hinaus sollen die USA laut iranischen Angaben mit Unterstützung „regionaler Länder“ Luftangriffe auf zivile Gebiete entlang der Küste sowie auf der Insel Gheschm durchgeführt haben. Die iranischen Streitkräfte hätten daraufhin US-Kriegsschiffe östlich der Meerenge unter Beschuss genommen.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
Das Pentagon erklärte, sämtliche Bedrohungen seien „neutralisiert“ worden. Zudem habe man iranische Militäreinrichtungen angegriffen, die für die Attacken verantwortlich gewesen seien – darunter Raketen- und Drohnenabschussrampen sowie Kommando- und Kontrollzentren. Eine Eskalation werde nicht angestrebt, doch die US-Streitkräfte würden geschützt.
Trump droht: Deal jetzt oder brutale Schläge
Trump forderte den Iran erneut auf, eine Friedensvereinbarung schnell zu unterzeichnen. Ansonsten werde das US-Militär iranische Einheiten in Zukunft noch viel härter und viel gewaltsamer treffen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran werde „von WAHNSINNIGEN angeführt, und hätten sie die Chance, eine Atomwaffe einzusetzen, würden sie es ohne Frage tun – aber diese Gelegenheit werden sie nie bekommen“.
Trump schrieb weiter, den iranischen Angreifern sei schwerer Schaden zugefügt worden. Ihre Boote seien gesunken, ihre Raketen und Drohnen abgeschossen worden. „Sie fielen so wunderschön auf den Ozean herab, als ob ein Schmetterling in sein Grab fallen würde!“ Ein normales Land hätte diese Zerstörer passieren lassen, aber der Iran sei kein normales Land. Die US-Schiffe würden sich nun wieder der US-Seeblockade gegen den Iran anschließen.
Trump vergleicht Angriffe mit spielerischer Ohrfeige
ABC News berichtete, Trump habe dem Sender in einem Telefoninterview gesagt: „Die Waffenruhe läuft, sie gilt.“ Die Angriffe auf den Iran verglich er in demnach mit einer kleinen, spielerischen Ohrfeige. Vor Journalisten sagte Trump wenig später, es werde offensichtlich sein, wenn die Waffenruhe nicht mehr gelte. Dann würde aus dem Iran viel Rauch aufsteigen – eine Anspielung auf ein bereits mehrfach von Trump angedrohtes massives Bombardement.
Zuletzt schien eine Einigung über ein Ende des Kriegs näherzurücken. Trump hatte gesagt, die Gespräche liefen sehr gut, er halte einen Deal in den kommenden Tagen für möglich. Auch am Donnerstagabend (Ortszeit) äußerte sich erneut optimistisch. Der Iran hatte allerdings Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurückgewiesen. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft, hieß es. Man werde den pakistanischen Vermittlern eine Antwort dazu übergeben.
Die Straße von Hormus gilt als eine der international wichtigsten Wasserstraßen. Über sie werden große Mengen Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten exportiert. Seit Kriegsbeginn hat der Iran die Schifffahrt durch Angriffe und Drohungen praktisch lahmgelegt. Die USA reagierten mit einer Blockade für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen.
Trotz der jüngsten Gefechte zeigte sich Trump zuletzt optimistisch, dass bald eine Einigung mit Teheran erzielt werden könne. Die militärischen Spannungen bleiben jedoch hoch – gut einen Monat nach Beginn der Waffenruhe scheint ein dauerhafter Frieden in weiter Ferne. (spr) (Verwendete Quellen: dpa)