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Trotz Waffenruhe

Iran und die USA greifen sich in der Straße von Hormus gegenseitig an

Trotz Waffenruhe kommt es zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus zu gegenseitigem Beschuss. Beide Seiten schieben einander die Schuld zu.

Die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg hat einen schweren Rückschlag erlitten. Am Donnerstag lieferten sich amerikanische und iranische Streitkräfte in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus ein Feuergefecht. Beide Seiten schieben sich gegenseitig die Schuld zu – während US-Präsident Donald Trump weiterhin auf eine diplomatische Lösung setzt.

Der Iran kündigt ein Genehmigungsverfahren für Schiffe an. (Archivbild)

Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte (Centcom) erklärte auf der Plattform X, man habe „unprovozierte iranische Angriffe“ abgewehrt und mit „Schlägen zur Selbstverteidigung“ reagiert. Drei Lenkwaffenzerstörer der US-Marine seien beim Durchqueren der Meerenge in Richtung Golf von Oman attackiert worden. Iranische Kräfte hätten dabei mehrere Raketen abgefeuert sowie Drohnen und kleine Boote eingesetzt.

Iran wirft USA Verstoß gegen Waffenruhe vor

Aus iranischer Sicht stellt sich der Vorfall völlig anders dar. Das Militär in Teheran beschuldigt die USA, zuerst einen iranischen Öltanker angegriffen zu haben, der sich von den Küstengewässern in Richtung Straße von Hormus bewegte. Der regierungstreue Sender Press TV zitierte das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya mit dem Vorwurf, Washington habe die Waffenruhe gebrochen.

Darüber hinaus sollen die USA laut iranischen Angaben mit Unterstützung „regionaler Länder“ Luftangriffe auf zivile Gebiete entlang der Küste sowie auf der Insel Gheschm durchgeführt haben. Die iranischen Streitkräfte hätten daraufhin US-Kriegsschiffe östlich der Meerenge unter Beschuss genommen.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Das Pentagon erklärte, sämtliche Bedrohungen seien „neutralisiert“ worden. Zudem habe man iranische Militäreinrichtungen angegriffen, die für die Attacken verantwortlich gewesen seien – darunter Raketen- und Drohnenabschussrampen sowie Kommando- und Kontrollzentren. Eine Eskalation werde nicht angestrebt, doch die US-Streitkräfte würden geschützt.

Trump droht: Deal jetzt oder brutale Schläge

Trump forderte den Iran erneut auf, eine Friedensvereinbarung schnell zu unterzeichnen. Ansonsten werde das US-Militär iranische Einheiten in Zukunft noch viel härter und viel gewaltsamer treffen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran werde „von WAHNSINNIGEN angeführt, und hätten sie die Chance, eine Atomwaffe einzusetzen, würden sie es ohne Frage tun – aber diese Gelegenheit werden sie nie bekommen“.

Trump schrieb weiter, den iranischen Angreifern sei schwerer Schaden zugefügt worden. Ihre Boote seien gesunken, ihre Raketen und Drohnen abgeschossen worden. „Sie fielen so wunderschön auf den Ozean herab, als ob ein Schmetterling in sein Grab fallen würde!“ Ein normales Land hätte diese Zerstörer passieren lassen, aber der Iran sei kein normales Land. Die US-Schiffe würden sich nun wieder der US-Seeblockade gegen den Iran anschließen. 

Trump vergleicht Angriffe mit spielerischer Ohrfeige

ABC News berichtete, Trump habe dem Sender in einem Telefoninterview gesagt: „Die Waffenruhe läuft, sie gilt.“ Die Angriffe auf den Iran verglich er in demnach mit einer kleinen, spielerischen Ohrfeige. Vor Journalisten sagte Trump wenig später, es werde offensichtlich sein, wenn die Waffenruhe nicht mehr gelte. Dann würde aus dem Iran viel Rauch aufsteigen – eine Anspielung auf ein bereits mehrfach von Trump angedrohtes massives Bombardement. 

Zuletzt schien eine Einigung über ein Ende des Kriegs näherzurücken. Trump hatte gesagt, die Gespräche liefen sehr gut, er halte einen Deal in den kommenden Tagen für möglich. Auch am Donnerstagabend (Ortszeit) äußerte sich erneut optimistisch. Der Iran hatte allerdings Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurückgewiesen. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft, hieß es. Man werde den pakistanischen Vermittlern eine Antwort dazu übergeben. 

Die Straße von Hormus gilt als eine der international wichtigsten Wasserstraßen. Über sie werden große Mengen Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten exportiert. Seit Kriegsbeginn hat der Iran die Schifffahrt durch Angriffe und Drohungen praktisch lahmgelegt. Die USA reagierten mit einer Blockade für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen.

Trotz der jüngsten Gefechte zeigte sich Trump zuletzt optimistisch, dass bald eine Einigung mit Teheran erzielt werden könne. Die militärischen Spannungen bleiben jedoch hoch – gut einen Monat nach Beginn der Waffenruhe scheint ein dauerhafter Frieden in weiter Ferne. (spr) (Verwendete Quellen: dpa)

Rubriklistenbild: © Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

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