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„Operation Epic Fury“

US-Bodentruppen im Iran-Krieg: Trump bieten sich fünf Szenarien

Perspektive: Fünf mögliche Szenarien für den Einsatz von US-Bodentruppen zeigen, wie schnell sich der Iran-Krieg vertiefen könnte.

Die Regierung Trump erwägt die Option, US-Bodentruppen in den Krieg im Iran zu entsenden. Ein solcher Schritt wäre noch vor wenigen Wochen undenkbar gewesen und würde den Charakter und die Intensität des Konflikts grundlegend verändern.

Auf die Frage, ob er Bodentruppen entsenden könnte, sagte Donald Trump: „Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden wir das vielleicht tun.“

Laut Reuters erörtern Regierungsvertreter den möglichen Einsatz von „Tausenden von US-Soldaten“ in der Region, um die militärische Flexibilität zu erhöhen, während sich die Operation weiterentwickelt. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, doch die Gespräche markieren einen möglichen Kurswechsel weg von einem Einsatz, der von Luft- und Seestreitkräften dominiert wird, hin zu begrenzten, gezielten Bodenmissionen. Die erklärten Ziele von „Operation Epic Fury“ sind weitreichend: Zerschlagung der iranischen Raketenfähigkeiten, Schwächung seiner Marine und Sicherstellung, dass es keine Atomwaffe entwickeln kann.

Bodentruppen im Iran: Strategische Optionen und Risiken im Überblick

Es gibt fünf mögliche Szenarien, wie Bodentruppen im Iran eingesetzt werden könnten. Das heikelste betrifft die Sicherung der iranischen Bestände an hoch angereichertem Uran – eine Operation, die Regierungsvertreter intern als außerordentlich komplex und gefährlich beschreiben. Eine weitere Option wäre die Einnahme der Insel Kharg, des Terminals, über das etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden, wobei US-Beamte jedoch warnen, ein solcher Schritt würde US-Truppen iranischen Raketen- und Drohnenangriffen aussetzen.

Ein drittes Szenario konzentriert sich auf die Straße von Hormus, wobei Truppen möglicherweise entlang der iranischen Küste stationiert würden, um die sichere Passage von Öltankern zu gewährleisten. Ein viertes Szenario sähe vor, dass US-Streitkräfte beauftragt werden, kritische Energieinfrastruktur wie das Gasfeld South Pars zu schützen – ein Echo von Missionen während des Irak-Kriegs. Die fünfte und extremste Option ist eine großangelegte Invasion nach Art des Irak-Kriegs, die von Regierungsvertretern allgemein als höchst unwahrscheinlich eingestuft wird.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Trump behält alle Optionen: Operation Epic Fury und mögliche Bodentruppen im Iran

Ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte zu Reuters: „Es ist derzeit keine Entscheidung getroffen worden, Bodentruppen zu entsenden, aber Präsident Trump behält klugerweise alle Optionen in der Hinterhand. „Der Präsident ist darauf fokussiert, alle definierten Ziele der Operation Epic Fury zu erreichen: Irans ballistische Raketenfähigkeit zu zerstören, seine Marine zu vernichten, sicherzustellen, dass seine Terror-Proxies die Region nicht destabilisieren können, und zu garantieren, dass Iran niemals über eine Atomwaffe verfügen kann.“

Keines der fünf Bodentruppenszenarien gilt als unmittelbar bevorstehend, doch schon ihre Prüfung unterstreicht, wie schnell sich der Konflikt vertiefen könnte. Und wie schmal der Grat inzwischen ist zwischen einem begrenzten Krieg und einem deutlich umfassenderen.

Riskante Operation: Eliteeinheiten könnten Irans Nuklearbestände sichern

Eine der sensibelsten und strategisch bedeutendsten Optionen, über die diskutiert wird, ist der Einsatz von US-Truppen zur Sicherung der iranischen Bestände an hoch angereichertem Uran. Diese Option wäre eine außergewöhnlich komplexe Mission ohne Erfolgsgarantie.

Die nukleare Infrastruktur des Iran ist nicht an einem einzigen Ort konzentriert, sondern über mehrere Standorte verteilt, von denen viele tief unter der Erde liegen, gegen Angriffe gehärtet und durch gestaffelte Flugabwehr geschützt sind. Selbst eine begrenzte Operation unter Führung von Eliteeinheiten der US-Spezialkräfte würde vermutlich breitere militärische Unterstützung erfordern, einschließlich Luftunterstützung und einer dauerhaften logistischen Präsenz am Boden.

Die Risiken reichen über das Schlachtfeld hinaus. Jeder Versuch, Nuklearmaterial physisch zu sichern, könnte von Teheran als existentielle Bedrohung des Regimes gewertet werden. Dies wiederum könnte eine rasche Eskalation auslösen, den Konflikt wahrscheinlich über seinen derzeitigen Rahmen hinaus ausweiten und regionale Akteure hineinziehen.

US-Truppen im Visier: Kontrolle der Insel Kharg birgt hohe Risiken

Eine weitere Option ist eine Bodenoperation zur Einnahme der Insel Kharg, des Terminals, über das etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Die USA haben dort bereits Ziele bombardiert, aber nun wird in Washington darüber debattiert, ob die physische Kontrolle über die Insel wirksamer wäre, als lediglich ihre Infrastruktur zu zerstören. Die strategische Logik ist eindeutig: Die Kontrolle über Kharg würde Irans Fähigkeit, Öl zu exportieren, massiv einschränken, eine zentrale Einnahmequelle abschneiden und Washington zugleich Einfluss auf die globalen Energieflüsse verschaffen.

Allerdings sind die Risiken erheblich. Reuters berichtet, dass US-Regierungsvertreter vor einer „sehr riskanten“ Operation gewarnt haben, da Iran die Insel mit Raketen und Drohnen bedrohen kann, was die Zahl der US-Opfer potenziell drastisch erhöhen würde. Ihre geringe Größe und exponierte Lage im Golf würden US-Truppen verwundbar machen und die Insel möglicherweise in einen prominenten, schwer zu verteidigenden Außenposten in einer aktiven Konfliktzone verwandeln.

Globale Ölversorgung in Gefahr: US-Optionen entlang der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus bleibt der unmittelbarste Brennpunkt des Konflikts – mit globalen Ölversorgungslinien, die auf dem Spiel stehen. Während sich die US-Operationen bislang auf Luft- und Seestreitkräfte stützen, könnte die Sicherung der sicheren Passage für Tanker den Einsatz von Truppen entlang der iranischen Küste erforderlich machen.

Auch wenn eine solche Mission als Einsatz zum Schutz des globalen Handels und der Energieversorgung gerahmt würde, würde sie dennoch eine erhebliche Eskalation darstellen. Schon eine begrenzte Präsenz auf iranischem Territorium birgt das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen, einschließlich Angriffen auf US-Truppen und regionale Einrichtungen. Was als defensive Operation beginnt, könnte sich rasch ausweiten und Washington tiefer in einen breiteren und unberechenbareren Konflikt hineinziehen.

South Pars im Visier: US-Mission erinnert an frühere Irak-Einsätze

Eine begrenztere Option, über die diskutiert wird, ist der Einsatz von US-Truppen zur Sicherung kritischer Energieanlagen wie des Gasfelds South Pars. Dieser Ansatz würde an frühere US-Missionen im Irak erinnern, bei denen Truppen damit beauftragt waren, wichtige Ölinfrastruktur in Zeiten der Instabilität zu schützen.

Auch wenn der Umfang enger gefasst wäre, bleiben solche Operationen selten begrenzt. Die Sicherung großer, hochrangiger Ziele erfordert in der Regel eine dauerhafte Bodenpräsenz, wodurch die Truppen anfällig für Raketen-, Drohnen- oder Angriffe nach Art eines Aufstands werden.

US-Bodentruppen im Iran: Vollständige Besetzung stößt auf massive Hindernisse

Die extremste Option – eine vollständige Invasion und Besetzung des Iran – gilt weiterhin als höchst unwahrscheinlich. Umfang, Kosten und militärische Herausforderung würden die Einsätze im Irak oder in Afghanistan weit übertreffen, die sich beide zu langwierigen, kostspieligen Konflikten entwickelten, die Jahre dauerten, Billionen von Dollar verschlangen und keine klare oder dauerhafte politische Lösung brachten. Irans größere Bevölkerung, schwieriges Terrain und stärkere staatliche Institutionen würden jede Besetzung noch komplexer machen.

Doch während sich die militärischen Optionen erweitern, wächst die öffentliche Unterstützung nicht mit. Von CNN zitierte Umfragen zeigen eine überwältigende Ablehnung des Einsatzes von Bodentruppen. Eine Umfrage von CNN ergab, dass sich 60 Prozent der Amerikaner gegen eine Entsendung aussprachen, 12 Prozent waren dafür. Eine Erhebung von Quinnipiac stellte eine noch größere Diskrepanz fest: 74 Prozent zu 20 Prozent.

Entscheidend ist, dass sich diese Ablehnung über Parteigrenzen hinweg erstreckt. Selbst unter Republikanern bleibt die Unterstützung begrenzt: Nur 27 Prozent in der CNN-Umfrage und 37 Prozent in der Quinnipiac-Erhebung befürworteten die Entsendung von Truppen. Das schafft eine klare politische Begrenzung für Trump, der wiederholt versprochen hat, neue, langwierige Kriege im Nahen Osten zu vermeiden. Er ist sich auch der nahenden Midterms sehr bewusst.

Begrenzte Bodeneinsätze im Iran bergen militärische, politische und wirtschaftliche Risiken

Die Tatsache, dass der Einsatz von US-Bodentruppen im Iran überhaupt erwogen wird, zeigt, wie schnell sich der Konflikt von einer Kampagne aus Luftschlägen in eine weitaus gefährlichere Phase verlagern könnte. Selbst begrenzte Bodeneinsätze bergen erhebliche militärische, politische und wirtschaftliche Risiken, und die Erfahrung legt nahe, dass solche Missionen sich nur schwer eindämmen lassen, sobald sie begonnen haben.

Vorerst scheint die Regierung eher darauf bedacht zu sein, sich Handlungsfreiheit zu bewahren, als sich auf eine Eskalation festzulegen. Doch die Trennlinie zwischen den aktuellen Operationen und der Entsendung von Bodentruppen wird immer dünner – und legt ein zentrales Dilemma offen: Wie lassen sich ambitionierte Kriegsziele erreichen, ohne in einen deutlich größeren Konflikt hineinzuschlittern? Wie die USA dieses Gleichgewicht in den kommenden Wochen handhaben, könnte nicht nur den Verlauf des Krieges bestimmen, sondern auch seine weitergehenden globalen Auswirkungen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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