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„Gefahr war sehr nahe“

Russland greift direkt an rumänischer Nato-Grenze an - Fährpassagier schildert Szene

Ein Feuerball am Horizont am ukrainischen Donauufer. (Archivbild)
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Ein Feuerball am Horizont am ukrainischen Donauufer. (Archivbild)

Russland hat in der Nähe der rumänischen Stadt Isaccea einen Drohnenangriff gestartet. Damit befand sich der Angriff nah an der Nato-Grenze.

Isaccea - Am Dienstagmorgen (26. September) meldeten Behörden in der ukrainischen Region Odessa einen neuen russischen Drohnenangriff. Der Schlag habe sich direkt an der Grenze zu Rumänien ereignet, in der Nähe der Stadt Isaccea im Kreis Tulcea, berichtete die rumänische Nachrichtenseite Jurnalul. Der Ukraine-Krieg rückt damit wieder einmal nahe an die Nato-Grenze.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe zielten die russischen Drohnen auf Häfen an der Donau. Eine Drohne stürzte in der Nähe einer Fähre mit rumänischen Arbeitern ab und explodierte. Nach Angaben des Telegram-Kanals des ukrainischen Militärs wurden Angriffe von Shahed-136-Drohnen auf die Häfen von Reni, Orliwka und Ismail gemeldet. Gegen 1 Uhr morgens wurde in der Gegend der Luftalarm aktiviert, der erst am Morgen wieder aufgehoben wurde.

Russischer Drohnenangriff: Hafeninfrastruktur beschädigt

In Ismail sei die Hafeninfrastruktur beschädigt und mehrere Lagerhäuser und Fahrzeuge beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, auf seinem Telegram-Kanal mit.

Zunächst hatte der ukrainische Generalstab mitgeteilt, dass alle 24 Shahed-Drohnen und elf von zwölf Marschflugkörpern während des russischen Angriffs auf die Hafeninfrastruktur in der Region Odessa abgefangen worden seien.

Russischer Drohnenangriff: Zwei Lkw-Fahrer verletzt

Zwei Lkw-Fahrer wurden im ukrainischen Orliwka nach dem Drohnenangriff verletzt, sagten Quellen von Antena 3 CNN, einem rumänischen Nachrichtensender. Das Gebäude des Grenzübergangs, mehrere Lagerhallen und etwa 30 Lastwagen seien beschädigt worden und sechs Spezialfahrzeuge seien in Brand geraten, sagten die zitierten Quellen.

Der Verkehr über den Grenzübergang Isaccea war aufgrund der Angriffe vollständig gesperrt. Der ausgehende Verkehr werde nach Galați Rutier umgeleitet, schrieb Jurnalul.

Zeuge: „Die Gefahr war sehr nah“

Bilder des Drohnenangriffs hat ein freiwilliger Helfer aufgenommen, der nach eigenen Angaben fast wöchentlich zwischen Isaccea und Orliwka an der ukrainischen Küste reist. Er bringt Hilfsgüter in die Ukraine. Am Montagabend sei er auf dem Weg nach Orliwka gewesen, auf die Fähre gestiegen und auf den Beginn der Überfahrt gewartet. Dem rumänischen Onlinemagazin Digi24 sagt er: „Ich war Passagier auf dem Lastkahn. Die Gefahr war sehr nah. Die erste Drohne fiel außerhalb der Grenze, was man im Video sieht, ist der Moment als die zweite Drohne fällt. Sie fiel 30 bis 40 Meter entfernt von den Menschen auf der Fähre.“

Der Mann forderte den Kapitän der Fähre auf, sich so schnell wie möglich von dem Ort zu entfernen. Verletzt wurde an Bord offenbar niemand.

Russland bombardiert Häfen um Getreidetransporte zu verhindern

Aus Angst vor russischen Luftangriffen bringen die ukrainischen Getreide-Transporteure seit Wochen immer wieder nachts ihre Schiffe vorübergehend am rumänischen Ufer des Donau-Arms Chilia unter, der die Grenze zur Ukraine bildet. Diese Schutzmöglichkeit hätten Diplomaten der EU und der USA im August mit rumänischen und ukrainischen Behörden ausgehandelt, sagte der Direktor des rumänischen Schwarzmeer-Hafens Constanta, Florian Vizan, der dpa. Er sei bei diesen Gesprächen dabei gewesen.

Das Umladen von Getreide auf ukrainischer Seite von einem Schiff auf das andere müsse oft wegen drohender Angriffe unterbrochen werden. „Die Ukrainer bringen ihre Schiffe dann sicherheitshalber vorübergehend auf die rumänische Seite“, sagte Vizan. Deswegen dauerten die Getreideexporte derzeit so lange.

Ein großer Teil der ukrainischen Getreideexporte läuft über den rumänischen Hafen Constanta, weil die ukrainischen Schwarzmeer-Häfen wegen der russischen Angriffe nicht zur Verfügung stehen. Russland hatte in diesem Sommer das 2022 von der UN initiierte Abkommen zum Transport von Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer aufgekündigt.

Seit Wochen greift Russland verstärkt die ukrainischen Donau-Häfen an der Grenze zu Rumänien an, um die Getreidetransporte zu verhindern. (sot mit dpa)

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