Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Revolutionsgarden als Torwächter

Mautstation für Tanker: Irans Revolutionsgarden werden zu Torwächtern bei Hormus

Iran hat den Krieg überlebt – und die Kontrolle über Hormus gewonnen. Trump akzeptierte Teherans neue Rolle stillschweigend. Das verändert das globale Machtgefüge.

Am Ende ließ Donald Trump sich selbst kaum eine Wahl. Vor die selbst auferlegte Entscheidung gestellt, entweder die iranische Zivilisation auszulöschen oder einen Waffenstillstand zu vereinbaren und eine neue Ära des Friedens zu verkünden, entschied er sich wenig überraschend für Letzteres. Bislang ist jedoch nichts gelöst, und die von Pakistan vermittelte Waffenruhe läuft auf wenig mehr hinaus, als dass Iran und Amerika sich darauf geeinigt haben, über ihre Differenzen zu verhandeln.

US-Präsident Donald Trump verkündete die Waffenruhe mit Iran – doch Analysten warnen, dass Teheran durch die stillschweigende Billigung der Hormus-Kontrolle gestärkt hervorgehen könnte.

Solange kein endgültiges Friedensabkommen vorliegt, kann es kein schlüssiges Urteil darüber geben, wer gewonnen oder verloren hat. Doch Irans Führer haben genügend Gründe, sich selbst zu überzeugen, dass sie keinen Millimeter nachgegeben haben. Vor allem sind sie weiterhin an der Macht, das Regime ist der vereinten Macht Amerikas und Israels direkt gegenübergetreten und hat diese Bewährungsprobe überstanden.

Irans Führung überlebt: Das Regime hat Amerika und Israel direkt standgehalten und gewonnen

Ein Krieg, der am 28. Februar mit der Erklärung des amerikanischen Präsidenten an die Iraner begann, „die Stunde eurer Freiheit ist gekommen“, und dann die Islamische Republik gleich mit dem ersten Schlag enthauptete, indem ihr Oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, getötet wurde, ist nun in einer Phase des Stillstands angelangt. Das Regime ist nicht nur intakt geblieben, sondern weiterhin in der Lage, Raketen auf seine Feinde abzufeuern, und kann sich deshalb zumindest als überlebensfähig betrachten.

Die Erklärung von Abbas Araghchi, dem iranischen Außenminister, verspricht lediglich, dass „wenn Angriffe gegen Iran eingestellt werden, unsere mächtigen Streitkräfte ihre Verteidigungsoperationen einstellen werden“. Am bedeutsamsten ist jedoch der nächste Satz: „Für einen Zeitraum von zwei Wochen wird die sichere Passage durch die Straße von Hormus durch Koordinierung mit den iranischen Streitkräften und unter gebührender Berücksichtigung technischer Einschränkungen möglich sein.“

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Revolutionsgarden als Türsteher: Jeder Tanker muss sich künftig mit dem IRGC abstimmen

Daraus folgt, dass jeder Tanker, der die Straße befahren will, sich zunächst mit dem iranischen Militär, also den Revolutionsgarden (IRGC), ins Benehmen setzen muss. Vor dem Krieg erfolgte die Passage durch diese internationale Wasserstraße nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und bedurfte keiner Genehmigung irgendeines Staates, geschweige denn seiner Streitkräfte. Nun wird jedes Schiff eine „Koordinierung“ mit den Revolutionsgarden benötigen, was einem grundlegenden Wandel der bisherigen Praxis gleichkommt.

Noch bemerkenswerter ist, dass Trump die iranische Erklärung weiterverbreitet hat und damit eine stillschweigende amerikanische Billigung der neuen Rolle der Revolutionsgarden in einer der großen Arterien der Weltwirtschaft suggeriert. In normalen Zeiten ist dies die tägliche Durchgangsroute für 20 Prozent des weltweiten Ölhandels, was der iranischen Einflussnahme auf die Schifffahrt zusätzliche Schwere verleiht. Dies ist daher keine Rückkehr zum status quo ante bellum, sondern die Festschreibung eines veränderten Machtgefüges.

Zwei Millionen Dollar pro Tanker: Iran verdiente am Krieg – und könnte es wieder tun

Während des Konflikts setzte Iran an der Straße von Hormus eine neue Realität durch, indem die Revolutionsgarden die Schiffe „feindlicher“ Staaten – also Amerikas und seiner Verbündeten – ausschlossen, während andere Länder ihre Schiffe für einen Berichten zufolge bei 2 Millionen US-Dollar pro Tanker angesetzten Preis senden durften. Diese Summe, ursprünglich auf 1,6 Millionen britische Pfund beziffert, entspricht etwa 1,87 Millionen Euro und war nicht in US-Dollar, sondern in chinesischen Renminbi oder Kryptowährungen zu entrichten.

Wenn dieser neue Status quo Bestand haben sollte, würde er einen strategischen Gewinn für Iran darstellen. Selbst wenn die Revolutionsgarden nachgäben und allen Tankern, einschließlich denen „feindlicher“ Staaten, sicheren Durchgang gewährten und auf Forderungen nach Zahlungen verzichteten, bedeutete allein das Prinzip, dass alle Schiffe ihrer „Koordinierung“ bedürfen, eine entscheidende Veränderung zugunsten Irans. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt könnten die Iraner, vielleicht unter Verweis auf die in ihrer Erklärung erwähnten „technischen Einschränkungen“, die Beschränkungen wieder einführen.

Tanker-Maut im Krieg: Iran soll bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff verlangt haben

Ebenso könnten sie das System der Zahlungen wieder einführen, das spöttisch mit einer „Mautstation“ für Tanker verglichen wurde. Falls dies geschieht, hätte das Regime sich eine neue, sanktionssichere Einnahmequelle gesichert, die im Laufe der Zeit zum Wiederaufbau seines Raketenarsenals und möglicherweise seiner Atomanlagen genutzt werden könnte, sofern nicht in den anstehenden Verhandlungen neue und überprüfbare Beschränkungen vereinbart werden. Genau deshalb werden diese Gespräche von entscheidender Bedeutung sein und über Irans künftigen Handlungsspielraum entscheiden.

Die Amerikaner werden auf ein wasserdichtes Abkommen zielen müssen, das verhindert, dass Iran sein Atomprogramm und seine Raketen wiederherstellt. Ihre Verhandlungsposition wird dadurch gestärkt, dass Iran derzeit kein Uran anreichert, weil die entsprechenden Anlagen zerstört worden sind. Doch dies war eine Errungenschaft des vorangegangenen Krieges im Juni vergangenen Jahres, nicht des jüngsten Konflikts, sodass die aktuelle Offensive kaum zusätzliche Sicherheiten geschaffen hat.

Verhandlungen als Schlüssel: Amerika braucht ein wasserdichtes Abkommen zu Atom und Raketen

Sofern Amerika ein solches Abkommen nicht sichern kann, besteht die Gefahr, dass Iran seine „Koordinierung“ der Straße von Hormus in einen neuen Weg ummünzt, die Wiederherstellung all seiner verlorenen Fähigkeiten zu finanzieren. Selbst wenn Trump ein solches Abkommen erreichen kann, ist eine unbeabsichtigte Folge seiner Kampagne eine neue Konfliktachse im Libanon. Die Hisbollah trat am 2. März auf der Seite ihres iranischen Patrons in den Krieg ein, indem sie Raketen auf Israel abfeuerte.

Dies veranlasste den Nachbarn, mit einer Bodenoffensive und Luftangriffen im gesamten Libanon zu reagieren, die bislang mehr als 1.500 Menschen das Leben gekostet und 1,2 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben haben. Benjamin Netanyahu, der israelische Premierminister, hat den Waffenstillstand im Hinblick auf Iran akzeptiert, jedoch nicht, entscheidenderweise, in Bezug auf den Libanon. Dieser Krieg wird also weitergehen, aus dem einfachen Grund, dass Trump nicht die Macht besitzt, alle Flammen des Flächenbrandes zu ersticken, den er selbst entfacht hat.

Libanon als offene Wunde: Netanyahu akzeptiert Waffenstillstand – aber nicht für den Libanon

Vielleicht ist das iranische Regime schwerer geschwächt, als Außenstehende begreifen können. Verzweiflung und Wut in einem zerstörten Land mit ruinierter Wirtschaft könnten es noch in einer unkontrollierbaren Revolution hinwegfegen, und Amerika sowie Israel könnten weiterhin ihr Möglichstes tun, um eine solche Erschütterung auszulösen. Noch jedoch können Irans Führer Genugtuung aus ihrem eigenen Überleben ziehen und auf ihre Fähigkeit verweisen, massiven Druck bislang ausgehalten zu haben.

Dank ihrer faktischen Beherrschung der Straße von Hormus könnten sie diesen Konflikt in einer stärkeren Position beenden, als sie ihn begonnen haben. In dem Maße, in dem sie diesen Hebel kontrollieren, werden sie in jeder künftigen Auseinandersetzung über Sanktionen, Atomprogramm oder regionale Einflusssphären über ein Machtmittel verfügen, das vor Kriegsbeginn nicht in dieser Form existierte. (Dieser Artikel von David Blair entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Celal Gunes

Kommentare