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Video-Kolumne „USA ungefiltert“

Trumps irre Drohungen: Ist der US-Präsident nur „anders“ oder „psychisch krank“?

Donald Trumps wilde Äußerungen im Iran-Krieg erschrecken mittlerweile sogar Hardliner. Für Kolumnistin Sandra Navidi drängt sich eine brisante Frage auf.

Ein Social-Media-Post von Donald Trump über den Iran hat Amerika schockiert. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht unwiederbringlich ausgelöscht werden“, polterte er am Dienstag. Dabei waren wir ja schon einiges gewohnt, denn bereits zum Osterfest hatte er gepostet: „Macht die verdammte Meeresenge auf, ihr verrückten Bastarde. Gepriesen sei Allah“. Allerdings hatte er sich auf wesentlich vulgärere Art und Weise ausgedrückt, die ich hier nicht wiederholen kann und möchte.

Für Videokolumnistin Sandra Navidi ist die Sache klar: Donald Trump hat nicht mehr „alle Tassen im Schrank“ – und gefährdet uns alle.

Die Reaktionen waren Ungläubigkeit und Entsetzen, selbst im eigenen Lager. Sogar die ultrarechte ehemalige QAnon-Abgeordnete Marjorie Taylor-Greene twitterte: „Trump ist verrückt geworden“. Eines war schnell klar: Hier geht es um mehr als Politik. Es geht um die geistige Verfassung des mächtigsten Mannes der Welt.

Trump droht Iran Völkermord und Kriegsverbrechen an – nicht nur sein Geisteszustand beunruhigt

Denn wenn ein US-Präsident Völkermord und Kriegsverbrechen androht, Anspielungen auf den Einsatz von Atomwaffen macht und irrational und unverantwortlich handelt, drängt sich eine brisante Frage auf: Ist der Mann einfach nur anders oder psychisch krank im klinischen Sinne?

Trumps blutrünstige und zum Teil mordlüsterne Kommentare gegenüber dem Iran sind keine bloßen rhetorischen Entgleisungen mehr, sondern Teil eines gefährlichen Musters. Nämlich Größenwahn, Rachsucht, völlige Enthemmtheit und Kontrollverlust. Angesichts der Risiken für die gesamte Welt ist Trumps Geisteszustand keine Privatsache, sondern eine Frage globaler Sicherheit.

Die 16 absurdesten Donald-Trump-Momente 2025

Trumps Gaza Video auf Großleinwänden bei einem Konzert der Band „Massive Attack“ auf dem Unaltrofestival in Italien
Im Februar postete Donald Trump ein KI-generiertes Video, das seine Zukunftsvision für den Gaza-Streifen zeigte. Darin zu sehen waren goldene Trump-Statuen und riesige Hoteltürme. Nach eigener Aussage wollte er das Gebiet zur „Riviera des Nahen Ostens“ machen. Auch eine Vertreibung der lokalen Bevölkerung stand im Raum. Im Hintergrund lief ein KI-generierter Song mit dem Text „Trump-Gaza, Number one“. Auf dem Foto sieht man ein Konzert der Trump-kritischen Band „Massive Attack“, die das Video im Bühnenbild nutzte. © IMAGO / Alessandro Bremec
Flagge Grönlands im Wind
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit sprach Donald Trump immer wieder davon, Grönland zu US-Staatsgebiet zu machen. Im März sagte er über Dänemark: „Sie sagen, sie hätten Anrechte [auf Grönland]. Ich weiß nicht, ob das wahr ist. Aber ich denke nicht.“ Dass Grönland völkerrechtlich tatsächlich zu Dänemark gehört, schien dem US-Präsidenten egal zu sein. © IMAGO / Kristian Tuxen Ladegaard Berg
US-Präsident Trump sitzt an seinem Schreibtisch im Oval Office, neben ihm steht der 4-jährige Sohn von Elon Musk
Während einer Pressekonferenz im Oval Office flüsterte Elon Musks Sohn X Æ A-Xii dem US-Präsidenten Beleidigungen zu. In den Aufnahmen zu hören sind Sätze wie „Du bist nicht der Präsident. Du musst weggehen.“ oder „Ich möchte, dass du den Mund hältst.“ © IMAGO / CNP / AdMedia
Demonstrantin hält ein gelbes Schild mit einem Pinguin und dem Schriftzug „Don‘t tariff on me“
Am 02.04.2025 veröffentlichte Donald Trump seine Zollliste, die die Weltwirtschaft ins Chaos stürzte. Auf der Liste der sanktionierten Länder standen auch die Heard- und McDonald-Inseln. Erstens gehören sie zu Australien, bräuchten also gar keine eigene Zollregelung und zweitens leben auf ihnen quasi ausschließlich Pinguine. Daraufhin kam die Vermutung auf, Trump habe die Liste von ChatGPT erstellen lassen. Online machten Witze über sanktionierte Pinguine die Runde. © IMAGO / Carl Seibert
McMahon im Weißen Haus
So sehr Trump KI, bzw. AI auch liebt, so wenig Ahnung scheint seine Bildungsministerin Linda McMahon von der Technologie zu haben. Im April freute sie sich darüber, dass Kinder in der Schule zukünftig den Umgang mit „A.1.“ lernen sollen. Die Abkürzung AI schien ihr fremd zu sein. Vor ihrer Politik-Karriere managte McMahon bis 2009 zusammen mit ihrem Ehemann die Show-Wrestling-Liga WWE. © IMAGO / Bonnie Cash - Pool via CNP
Zwei Soldaten winken bei Trumps Militärparade aus einem Panzer, darüber ein gigantischer Monitor mit dem Logo der UFC
Zum 250-jährigen Bestehen der US Army ließ Trump eine Militärparade veranstalten. Zufälligerweise fiel sie exakt auf seinen Geburtstag am 14. Juni. Über den Panzern thronten riesige Werbeanzeigen der Hauptsponsoren – darunter die Kampfsport-Liga UFC und Coinbase, eine Handelsplattform für Kryptowährungen. © IMAGO / Tom Williams
US-Präsident Trump auf dem Dach des West Wings des Weißen Hauses
Große Verwirrung herrschte im August, als Trump einen Spaziergang auf dem Dach des Weißen Hauses machte. Mit Reportern unterhielt er sich über seine Pläne, das Gebäude umzubauen. Auf die Frage, was er noch alles bauen wolle, antwortete er scherzhaft „Atomraketen“. © IMAGO / Pool / ABACA
Hufeisenmagnet zieht mehrere Metallkugeln an, 3D-Illustration
In mehreren Reden stellte Donald Trump absurde Thesen über Magnete auf. Glaubt man dem US-Präsidenten, wisse niemand, was Magnete überhaupt seien. Außerdem würden sie ihre Funktion verlieren, wenn man Wasser auf sie schüttet. © IMAGO / Zoonar.com / Cigdem Simsek
Logo des neuen „Department of War“
Von einigen wird Trump als Friedenspräsident gefeiert. Immerhin habe er in der ersten Amtszeit keinen neuen Krieg angefangen. Doch ein Dekret des Präsidenten vom 5. September will nicht so recht in dieses Bild passen. Trump benannte das „Department of Defense“ (Verteidigungsministerium) kurzerhand in „Department of War“ (Kriegsministerium) um. Damit ist der ehemalige Fox News-Moderator Pete Hegseth nun offiziell „Kriegsminister“. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump spricht vor Kameras
Am 10. September wurde der Rechtsextreme und Trump-Vertraute Charlie Kirk ermordet. Donald Trump drückte sein Entsetzen aus, doch als er nur drei Tage nach dem Vorfall gefragt wurde, wie er mit dem Verlust umgehe, war von Trauer oder Empathie wenig zu spüren. Der US-Präsident beteuerte, dass es ihm „sehr gut“ gehe. Statt über Kirk zu sprechen, wechselte er abrupt das Thema und redete lieber darüber, wie großartig sein neuer Ballsaal werden würde. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Armenische und albanische Flagge im Wind, Illustration
Bei einer Pressekonferenz im September redete Trump davon, zwischen „Aberbaidschan“ und Albanien vermittelt zu haben. Eigentlich meinte er Aserbaidschan und Armenien. Es war nicht das erste Mal, dass ihm dieser Fehler passierte. Insgesamt gibt es mindestens drei dokumentierte Fälle. Beim Gipfel der „Europäischen Politischen Gemeinschaft“ machte Albaniens Premier Edi Rama daraufhin Witze über die großartige Streitschlichtung zwischen seinem Land und Aserbaidschan. © iunewind / IMAGO
Bild eines weitgehend zerstörten Teils des East Wings am Weißen Haus während der Abrissarbeiten
Im Oktober rollten Bagger an und zerstörten den historischen East Wing des Weißen Hauses vollständig. Hier soll Trumps neuer Ballsaal entstehen. Weder wurde die Öffentlichkeit im Vorhinein über den Abriss informiert, noch gibt es für das Projekt eine Genehmigung der zuständigen Planungskommission. Finanziert wird es durch private Spenden, unter anderem von Amazon, Apple, Microsoft, Google und Meta. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump
Ebenfalls im Oktober präsentierte Trump im Weißen Haus Modelle eines Triumphbogens für Washington. Er soll zum 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet werden. Das größte Exemplar gefalle ihm natürlich am besten. Schnell gaben Internet und Presse dem Projekt den Namen „Arc de Trump“. Kritiker sehen Parallelen zu den Machtbauten historischer Diktatoren, beispielsweise zu Napoleon oder zu Plänen für Hitlers „Welthauptstadt Germania“. So bezeichnet etwa „Der Standard“ Trump als „Möchtegern-Cäsar“. © Jim Lo Scalzo/Imago
Bild einer auf Papier gezeichneten Uhr
Donald Trump prahlte mit seinem guten Abschneiden bei einem IQ-Test. Der sei teilweise „wirklich schwierig“ gewesen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelte es sich jedoch um den Montreal-Cognitive-Assessment-Test – ein Demenztest, der im Rahmen einer Routineuntersuchung durchgeführt wurde. Aufgaben bestehen unter anderem darin, eine bestimmte Uhrzeit mit gezeichneten Uhrzeigern darzustellen oder ein Nashorn zu erkennen. © AndreyPopov / IMAGO
Links: Musiker Kenny Loggins während eines Auftritts. Rechts: US-Präsident Donald Trump inszeniert sich in einem KI generierten Video als Kampfjet-Pilot, der eine Krone trägt.
Als Reaktion auf die „No Kings“-Proteste postete Donald Trump ein KI-generiertes Video (rechts), das ihn mit einer Königskrone zeigt. In einem Kampfjet fliegt das KI-Abbild des Präsidenten über die Protestierenden und wirft Fäkalien auf diese ab. Im Hintergrund läuft der Song „Danger Zone“, den man aus dem Film „Top Gun“ kennt. Sänger Kenny Loggins (links) protestierte gegen die Nutzung seines Liedes. © Dave Alloca/imago/Truth Social (Screenshot)
US-Präsident Trump in Japan
Bei einem Besuch in Japan wirkte Donald Trump verwirrt. Geistesabwesend läuft er am Begrüßungskomitee vorbei. Premierministerin Sanae Takaichi muss den US-Präsidenten immer wieder auf den richtigen Weg führen. Am Ende kommen beide wieder bei ihrem Startpunkt an  © Mark Schiefelbein/dpa

Experten haben schon früh vor Trump gewarnt. Zwar sollten Psychiater seit der Gold-Border-Rule von Anfang der 70er-Jahre keine Ferndiagnosen mehr bei öffentlichen Personen stellen. Trotzdem veröffentlichten 2017 27 Fachleute eine Warnung in dem Band „The Dangerous Case of Donald Trump“, weil sie in seinem erratischen Verhalten eine systemische Bedrohung erkannten. Fachleute sehen bei ihm bösartigen Narzissmus, antisoziale Züge, hypermanisches Temperament und eine Impulskontrollstörung. Außerdem häufen sich zunehmend mehr Hinweise auf kognitiven Verfall und Demenz.

Ich meine: Wir sehen doch alle mit eigenen Augen, dass der Mann nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und uns damit alle gefährdet. Der Kaiser hat keine Kleider. Die amerikanische Demokratie bettet die Präsidentschaft zwar in institutionelle Kontrollen ein, aber wie wir gesehen haben, hat Trump es geschafft, diese Kontrollen zu einem großen Teil auszuhebeln.

Mindestens genauso beunruhigend wie Trumps Geisteszustand ist die Tatsache, dass ihm niemand Grenzen setzt. Das zeigt, dass nicht nur mit dem Präsidenten etwas nicht stimmt, sondern mit dem gesamten System, das ihn hervorgebracht hat – und das ihn weiterhin trägt. (Sandra Navidi)

Rubriklistenbild: © Montage: Alex Brandon/dpa/fkn

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