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USA mit Kriegsrhetorik
Trump will Grönland und schwankt zwischen Kauf oder Militärschlag als „Option“
Kaufen oder militärisch erobern? Die US-Regierung um Trump ist sich uneins, wie sie den Nachbarstaat Grönland übernehmen kann. Dänemark sieht Angriff auf einen NATO-Staat.
Washington, D.C./Kopenhagen/Nuuk – US-Präsident Donald Trump betrachtet Grönland schon lange als natürlichen Teil der Vereinigten Staaten. Bereits Ende 2024 war er diesbezüglich in die Offensive gegangen und hatte gegenüber Dänemark Ansprüche bekundet. Doch Grönland ist ein politisch selbstverwalteter Bestandteil des Königreichs Dänemark, was auf Trump bislang wenig Eindruck macht. Denn mit Beginn des Jahres 2026 – und fast zeitgleich mit den Militärschlägen gegen Venezuela – nimmt er erneut das Nachbarland ins Visier.
Ganz klar jedoch dürfte der US-Regierung ihre eigene Übernahmestrategie nicht sein, sie sendet nämlich höchst unterschiedliche Signale. Das Weiße Haus schließt einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, während der Außenminister Marco Rubio Berichten zufolge von einem Kauf der Arktisinsel spricht. Dazu schreibt etwa das Wall Street Journal: „Die Invasionsrhetorik ist vermutlich Trumpsches Säbelrasseln, das darauf abzielt, Verhandlungen über den Kauf der Insel anzustoßen oder zumindest eine andere Form einer erweiterten US-Präsenz zu erreichen.(...).“
Trump-Sprecherin erläutert „amerikanischen Anspruch“ auf Grönland
Am Dienstagabend (Ortszeit) erklärte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt zum „amerikanischen Anspruch“ auf Grönland: „Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung.“ Rubio hingegen, der aktuell auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist, sagte Medienberichten zufolge in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten.
Ziel sei ein Kauf Grönlands, berichteten das Wall Street Journal und die New York Times unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Sitzung fand am Montag statt. Die NY berichtete weiter, dass Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten
Dänemark und Europäer wehren sich gegen US-Vorstöße zu Grönland
Dänemark seinerseits weist den „US-Anspruch“ auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurück. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur.
In einer gemeinsamen Erklärung machten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark am Dienstag klar: Grönland gehört den Grönländern. „Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen“, hieß es in der auch von Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichneten Erklärung. Auch die Regierung in Grönland, wo rund 57.000 Menschen leben, lehnt die Begehrlichkeiten der US-Regierung ab.
Gegenwind zu Trumps Grönland-Plan auch im US-Kongress
Im US-Kongress gibt es ebenfalls Kritik an Trumps Regierung. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen und der republikanische Senator Thom Tillis, beide Mitglieder im Auswärtigen Ausschuss, teilten mit: Wenn Dänemark und Grönland klarstellten, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe, müssten die USA ihre Vertragsverpflichtungen einhalten und die Souveränität des Königreichs Dänemark respektieren. (Quellen: dpa, AFP, eigene Recherche) (ktho)