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US-Politik
Drei Tote bei weiterem Angriff der USA auf Boote vor Südamerika
Donald Trump lässt weiter mutmaßliche „Drogen-Boote“ in der Karibik abschießen. Die Zahl der Opfer im Konflikt vor der Küste steigt.
Update, 22.09 Uhr: Die USA haben erneut einen Angriff auf Boote in Südamerika durchgeführt - es ist bereits der siebte bekannte Schlag gegen mutmaßliche Drogenschmuggler in der Karibik. Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte, dass bei dem Angriff am Freitag drei Männer getötet wurden. Sie sollen laut US-Geheimdiensten einer kolumbianischen Terrororganisation angehört und „erhebliche Mengen Drogen“ transportiert haben.
Die Angriffe sind Teil der verschärften Haltung der Donald Trump-Regierung gegen südamerikanische Länder, die angeblich am Drogenschmuggel in die USA beteiligt sind. „Diese Kartelle sind die Al-Qaida der westlichen Hemisphäre“, schrieb Hegseth auf X. Man werde sie weiter wie Terroristen behandeln.
Erstmeldung vom 19. Oktober 2025: Washington, D.C. – Die USA entsandten vor einigen Wochen Kriegsschiffe in die Karibik. Damit wolle man den Drogenschmuggel bekämpfen, hieß es. Statt wie früher verdächtige Schiffe anzuhalten und zu durchsuchen, wird nun offenbar direkt scharf geschossen. Das wirft, gelinde gesagt, see- und völkerrechtliche Fragen auf.
Im Bild: Bereits Anfang September 2025 beschoss die US-Armee ein Boot aus Venezuela. Im Oktober teilte US-Präsident Donald Trump mit, die USA hätten auch ein mutmaßliches Drogenboot aus Kolumbien angegriffen.
Bereits im September hatte der US-Präsident Donald Trump den Abschuss eines Schnellboots aus Venezuela mit mutmaßlichen Drogenhändlern an Bord angeordnet. Der Republikaner zeigte sich zufrieden, vor wenigen Tagen auch ein U-Boot aus Kolumbien mit angeblicher Drogenfracht abgeschossen zu haben. „Es war mir eine große Ehre“, schrieb Trump am Samstag (18. Oktober) auf seiner Plattform Truth Social.
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Das Boot habe sich auf einer bekannten Schmuggelroute in Richtung der Vereinigten Staaten befunden, teilte der US-Präsident weiter mit. „Der US-Geheimdienst bestätigte, dass dieses Schiff hauptsächlich mit Fentanyl und anderen illegalen Betäubungsmitteln beladen war“, schrieb der Republikaner weiter. An Bord hätten sich „vier bekannte Narkoterroristen“ befunden. Zwei der Insassen wurden getötet, die anderen beiden seien in ihre Herkunftsländer Ecuador und Kolumbien zurückgebracht worden, wo sie nun strafrechtlich verfolgt würden. „Mindestens 25.000 Amerikaner wären gestorben, wenn ich zugelassen hätte, dass dieses U-Boot an Land gelangt“, so Trump weiter.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro wirft den USA vor, bei einem Einsatz gegen mutmaßliche Drogentransporte in der Karibik einen unschuldigen Fischer getötet zu haben. „Die USA haben das nationale Territorium Kolumbiens verletzt und einen ehrlichen, hart arbeitenden Kolumbianer ermordet“, schrieb der Präsident auf der Plattform X. „Wir erwarten Erklärungen von der US-Regierung“, so Petro. Der Militäreinsatz der USA in der Karibik soll bislang mindestens 27 Menschen ihr Leben gekostet haben und hatte auch das Verhältnis zwischen Venezuela und Washington erheblich belastet.
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Aus Sicht von Völkerrechtsexperten seien die US-Einsätze gegen Boote vollstreckte Todesurteile in internationalen Gewässern – ohne vorherige Anklage. Es handle sich „um die vorsätzliche Tötung von Menschen, weder in einem bewaffneten Konflikt noch in Selbstverteidigung“, kommentierte der Rechtsexperte Brian Finucane auf dem Rechtsportal Just Security. Die US-Regierung beanspruche für sich, „völlig außerhalb des Gesetzes zu töten“. Washington hatte Drogenkartelle wie die venezolanischen „Tren de Aragua“ als Terrororganisationen eingestuft. Das berechtige aber nicht zum Einsatz militärischer Gewalt, so Finucane weiter.
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Zuletzt genehmigte US-Präsident Trump zudem Aktionen des US-Geheimdienstes Central Intelligence Agency (CIA) in Venezuela. Das hat historisch einen negativen Beigeschmack: Die CIA war im 20. Jahrhundert an mehreren Regimewechseln in Lateinamerika beteiligt. „Wie viele Staatsstreiche durch die CIA soll es noch geben? Lateinamerika will sie nicht, braucht sie nicht und lehnt sie ab“, kommentierte Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro die US-Militäreinsätze in der Karibik.
1954 unterstützte die CIA etwa den Militärputsch gegen Jacobo Árbenz in Guatemala, 1973 förderte sie den Sturz des demokratisch gewählten chilenischen Präsidenten Salvador Allende. Auch beim Putsch in Argentinien 1976 sowie beim gescheiterten Invasionsversuch in der Schweinebucht auf Kuba 1961 spielte der US-Geheimdienst eine aktive Rolle. Ebenso involviert war die CIA bei Mordversuchen an Fidel Castro, sowie in den Militärputsch von 1964 in Brasilien und bei der Tötung von Che Guevara in Bolivien. (Quellen: dpa, AFP, Just Security, Truth Social, X) (bme)