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UFC Freedom 250

„Lasst uns loslegen“: UFC-Weltmeister ruft zum Protest gegen Trumps Party

Trump will seinen 80. Geburtstag groß feiern. Doch der Widerstand wächst. Ein UFC-Kämpfer will den Protest per Megafon „bis vor die Tore“ des Weißen Hauses tragen.

Ein historisches Ereignis in Washington, D. C., steht vor der Haustür. US-Präsident Donald Trump feiert am 14. Juni 2026 seinen 80. Geburtstag und lädt zum UFC Freedom 250 ein. Auf dem südlichen Rasen vor dem Weißen Haus entsteht eine Arena für 4.000 geladene Gäste, in deren Mitte MMA-Kämpfe ausgetragen werden. Doch es regt sich Widerstand gegen das Kampfsportspektakel: in der Zivilgesellschaft, laut aktuellen Umfragen und jetzt auch in den Reihen der Athleten.

US-Präsident Donald Trump bei einem UFC-Event in Begleitung seiner Tochter Ivanka Trump (m.) und UFC-Präsident Dana White. (Archivbild)

Eine Woche vor dem Event meldete sich der amtierende UFC-Kämpfer Sean Strickland zu Wort. Der im Mai frisch gekürte UFC-Weltmeister im Mittelgewicht gab auf Instagram bekannt, er sei darüber informiert worden, dass er als Besucher der UFC-Veranstaltung unerwünscht sei und das Gelände an diesem Tag nicht betreten dürfe. „Ich habe Witze über Israel und Epstein gemacht“, schrieb Strickland. In einem Videobeitrag legte er sarkastisch nach und schilderte, wie ihn UFC-Funktionäre angerufen hätten. Er sei „nicht überrascht“ gewesen.

Das dürfte daran liegen, dass Strickland zu der Gruppe ehemaliger Trump-Fanatiker gehört, die aus zwei Gründen in den vergangenen Monaten mit dem Präsidenten brachen: dem Umgang mit den Akten zu Jeffrey Epstein und dem Iran-Krieg. Wie Podcaster Tucker Carlson und Candace Owens oder Ex-Kongressabgeordnete der Republikaner, Marjorie Taylor Greene, wurde auch Strickland zum scharfen Kritiker Trumps.

Mit seiner jetzigen Sperre will sich der UFC-Kämpfer aber offenbar nicht abfinden. Obwohl ihm der Zugang zum Gelände verweigert werde, kündigte er an, trotzdem nach Washington zu reisen. „Anscheinend bin ich nicht amerikanisch genug, um zum ‚Freedom 250‘ zu gehen. Aber ich habe trotzdem noch meine Eintrittskarte. Übrigens: Wir gehen trotzdem hin. Ich bringe ein Megafon mit“, so Strickland, der seine Fans im Anschluss aufforderte, sich ihm anzuschließen: „Wir gehen direkt bis vor die Tore. [...] Lasst uns verdammt noch mal loslegen. Nicht auf bedrohliche Art, wir machen eine friedliche Demo.“ In den sozialen Medien bekam der UFC-Champion viel Zuspruch und wurde bereits zum neuen Symbol des Widerstands gegen Trump erklärt.

UFC-Weltmeister und „No Kings“-Bewegung rufen um Protest gegen Trump auf

Den plant aber nicht nur Strickland. Auch die „No Kings“-Bewegung ruft am 14. Juni zum Protest gegen Trumps Geburtstagsfeier. Im ganzen Land soll es Gegenveranstaltungen geben, berichtet der britische Guardian. Unter anderem in der New Yorker Town Hall versammeln sich Künstlerinnen wie Patti Smith und Jane Fonda unter dem Titel „A Night to Build Community“. Auch in der Hauptstadt, unweit von Trumps UFC-Party, soll demonstriert werden.

In einer Erklärung der „No Kings“-Bewegung hieß es: „Wir können zulassen, dass autoritäre Politik und Korruption diese Zeit prägen. Oder wir können die Geschichte Amerikas zu einer Geschichte machen, in der Menschen – unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Identität, Weltanschauung und Zugehörigkeit – zusammenkommen, um unsere Rechte zu verteidigen und eine Zukunft zu gestalten, die auf der Macht des Volkes gründet.“ Beim ersten Protesttag im Juni 2025 – an Trumps 79. Geburtstag – mobilisierte „No Kings“ laut eigenen Angaben rund fünf Millionen Menschen im ganzen Land. Im März 2026 waren es beim letzten Aufruf bereits acht Millionen gewesen sein.

Sean Strickland nach seinem Sieg im Kampf um den UFC-Weltmeistertitel im Mittelgewicht.

Aktuelle Umfragen machen deutlich, dass die überwiegende Mehrheit mit dem von Trump geplanten Spektakel bereits jetzt nur wenig anfangen kann. Eine am Freitag veröffentlichte YouGov-Umfrage zeigt: 51 Prozent der US-Bevölkerung lehnen UFC Freedom 250 ab. Lediglich 17 Prozent befürworten es. Noch kritischer wird die eigens für das Event errichtete Arena namens „The Claw“ bewertet: 57 Prozent der Befragten sprechen sich gegen den Bau des temporären Stadions auf dem Südrasen aus, wie Daily Beast berichtet.

In Washington, D. C., dürfte es am 14. Juni besonders diffus werden, wenn enttäuschte Republikaner, ehemalige MAGA-Stars und die gesamte Linke beim Trump-Protest aufeinandertreffen. Was dabei in der Hauptstadt passieren kann, macht die Erinnerung an Trumps erste Amtszeit deutlich. Nachdem George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen war, demonstrierten zehntausende Menschen rund um das Weiße Haus gegen Rassismus und Staatsgewalt. Die Trump-Regierung ließ die bis dato friedliche Demonstration nach Video-Recherchen der New York Times gezielt mit Tränengas und Blendgranaten attackieren, um dem Präsidenten einen Fototermin in einer nahegelegenen Kirche zu ermöglichen. (Verwendete Quellen: Daily Beast, YouGov, New York Times, Guardian, Social Media, eigene Recherche) (dil)

Rubriklistenbild: © afp

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