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Militäreinsatz „klingt für mich gut“

Trump droht nach Venezuela-Aktion: „Brauche“ Grönland, „Kolumbien ist sehr krank“ und Kuba „riesiges Problem“

Nach Venezuela droht Donald Trump nun auch Kuba und Kolumbien. Selbst ein Nato-Partner rückt in den Fokus des US-Präsidenten.

Washington, D. C. – Die Mehrheit der Völkerrechtler ist überzeugt: Der Angriff der USA auf Venezuela missachtet die regelbasierte Ordnung der UN-Charta. Doch US-Präsident Donald Trump machte in einem Telefoninterview mit The Atlantic klar, dass nach Venezuela auch andere Länder Ziel einer US-Intervention werden könnten. Dabei hat der Republikaner offenbar schon konkrete Länder im Visier: „Wir brauchen Grönland, absolut. Wir brauchen es zur Verteidigung“, so der US-Präsident. Und er drohte auch Kolumbien.

US-Präsident Donald Trump (Archivbild, 2025).

Das lateinamerikanische Land sei „sehr krank“ und werde von einem „kranken Mann“ regiert, der es liebe, „Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen, und er wird das nicht mehr lange tun“, sagte der US-Präsident am Sonntag (4. Januar) gegenüber Journalisten in der Air Force One. Auf die Frage eines Reporters, ob er einen Militäreinsatz gegen die kolumbianische Regierung durchführen würde, antwortete der US-Präsident laut Reuters: „Das klingt für mich gut.“

Auch Kolumbien und Kuba rücken in den Fokus von US-Präsident Trump: „Riesiges Problem“

Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro hatte die US-Intervention in Venezuela scharf verurteilt. Am Sonntag wies er auf X die US-Vorwürfe bezüglich des Drogenhandels zurück. „Kolumbien - für immer frei“, schrieb er am Ende. Im vergangenen Jahr warf Petro Washington vor, bei einem Einsatz gegen mutmaßliche Drogentransporte in der Karibik einen unschuldigen Fischer getötet zu haben. „Die USA haben das nationale Territorium Kolumbiens verletzt und einen ehrlichen, hart arbeitenden Kolumbianer ermordet“, schrieb der Präsident damals auf der Plattform X. „Wir erwarten Erklärungen von der US-Regierung.“

Neben Kolumbien haben die USA offenbar auch Kuba im Blick. US-Außenminister Marco Rubio, der selbst kubanische Wurzeln hat, hatte die Regierung in Havanna zuletzt gegenüber NBC News als „riesiges Problem“ bezeichnet. Würde er in Havanna leben und wäre er Teil der Regierung, wäre er besorgt. „Ich denke, es ist kein großes Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind“, so Rubio weiter. Kubas Regierung habe schließlich den entmachteten venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro unterstützt.

„Über Kuba werden wir bald sprechen“, sagte der US-Präsident am Samstag vor Journalisten. Militärische Maßnahmen gegenüber dem wirtschaftlich geschwächten Land ziehe er aber nicht in Betracht. Kuba sehe ohnehin so aus, als sei es kurz vor dem Zusammenbruch. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel übte scharfe Kritik an den USA. „Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen“, schrieb er am Samstag auf X. Der US-Angriff auf Venezuela sei „Staatsterror“ und die internationale Gemeinschaft müsse dringend auf die „kriminelle Attacke der USA“ reagieren, so Miguel Díaz-Canel weiter.

Grönland wehrt sich gegen Gebietsansprüche – und sieht USA als Sicherheitsrisiko

In den vergangenen Monaten hatte Trump immer wieder mit der Übernahme Grönlands gedroht. Nach der Militäraktion in Venezuela hatte die Ehefrau des stellvertretenden Stabschefs im Weißen Haus, Katie Miller, auf der Plattform X eine Karte Grönlands in US-Farben mit dem Wort ‚Soon‘ (‘Bald‘) gepostet. Die dänische Ministerpräsidenten Mette Frederiksen forderte den US-Präsidenten daraufhin „dringend auf, die Drohungen gegen einen historisch engen Verbündeten und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk einzustellen, die sehr deutlich gesagt haben, dass sie nicht zum Verkauf stehen.“

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Die USA hätten kein Recht Grönland zu übernehmen, teilte die Ministerpräsidentin in einer per E-Mail versandten Erklärung mit. „Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten sagt, ‚wir brauchen Grönland‘, und uns mit ⁠Venezuela und einer Militärintervention in Verbindung bringt, ist das nicht nur falsch. Es ist respektlos“, erklärte auch Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen. Dänemarks Geheimdienst stufte einem CNN-Bericht zufolge die USA bereits vor einiger Zeit als potenzielles Sicherheitsrisiko ein – ein Novum unter Nato-Staaten.

Die Lage Grönlands in der Arktis macht die Insel geostrategisch bedeutsam. In der im vergangenen November veröffentlichten nationalen Sicherheitsstrategie betont die Trump-Regierung die Notwendigkeit einer westlichen Hemisphäre, „die frei bleibt von feindseligen äußeren Eingriffen oder dem Besitz von Schlüssel-Ressourcen und die kritische Lieferketten unterstützt; und wir wollen sicherstellen, dass wir weiter Zugang haben zu Orten von entscheidender strategischer Bedeutung“. (Quellen: dpa, AFP, CNN, Reuters, X, The Atlantic) (bme)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Francis Chung / UPI Photo

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