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Zugeständnisse an SPD

Wahl der Verfassungsrichter: CDU lehnt Deal mit den Linken ab

Aus der Union gab es Kritik an der SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf für das Verfassungsgericht. Spahn will von der Fraktion trotzdem eine Zustimmung.

Berlin – Am Freitag stimmt der Bundestag über drei neue Verfassungsrichter ab. Für zwei von ihnen hat dabei die SPD das Vorschlagsrecht, für einen die Union. Der Wahlausschuss des Bundestags hat am Montagabend (7. Juli) die vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten für die frei werdende Richterposten am Bundesverfassungsgericht nominiert: Günter Spinner, vorgeschlagen von CDU und CSU, Frauke Brosius-Gersdorf und Ann-Katrin Kaufhold, vorgeschlagen von der SPD.

Alle drei bekamen den Angaben zufolge die nötige Zweidrittelmehrheit im aus zwölf Mitgliedern bestehenden Wahlausschuss des Bundestags. Am Freitag soll im Plenum des Bundestags final über die Vorschläge abgestimmt werden. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat die Unions-Abgeordneten jetzt dazu aufgerufen, den Kandidatinnen der SPD zuzustimmen.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

SPD-Kandidatin für das Verfassungsgericht: Union kritisiert Brosius-Gersdorf

Die Nominierung von Brosius-Gersdorf stieß innerhalb der Unionsfraktion auf deutliche Kritik. Sie hatte sich unter anderem in der Corona-Pandemie für eine Impfpflicht eingesetzt und polarisierende Positionen vertreten. Auch gebe es erhebliche Vorbehalte aufgrund ihrer Haltung zum § 218a StGB, der die Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen regelt, und den damit verbundenen Fragen des Lebensschutzes, berichtet die Welt. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig bezeichnete Brosius-Gersodrf auf der Plattform X als „unwählbar“. 

Für die Wahl der Nachbesetzung im Verfassungsgericht: Jens Spahn hat die Abgeordneten der Union aufgerufen, den Kandidatinnen der SPD zuzustimmen. (Archivbild)

Spahn ruft Union zur Unterstützung der SPD-Kandidatinnen auf: „So haben wir es miteinander vereinbart“

Die Fraktionsführung habe Verständnis für diese Bedenken signalisiert, jedoch betont, dass angesichts eines möglichen Scheiterns der gesamten Richterwahl ein Kompromiss erforderlich sei. Spahn habe in diesem Zusammenhang davor gewarnt, dass ein Scheitern der Wahl zu einer dauerhaften Verlagerung der Zuständigkeit für die Verfassungsrichterwahl vom Bundestag auf den Bundesrat führen könne.

Auch verwies Spahn darauf, dass sich die Union mit der Nominierung Günter Spinners dem einvernehmlichen Vorschlag aller amtierenden Verfassungsrichter angeschlossen habe. Im Gegenzug unterstütze die Unionsfraktion die beiden Personalvorschläge der SPD. „So haben wir es miteinander vereinbart“, erklärte Spahn.

Für Zweidrittelmehrheit bei Verfassungsrichterwahl: Linke oder AFD sind Zünglein an der Waage

Union, SPD und Grüne verfügen im Bundestag auch in Kombination nicht über die für die Wahl von Verfassungsrichterinnen und -richtern erforderliche Zweidrittelmehrheit. Dies bedeutet, dass eine erfolgreiche Wahl nur durch zusätzliche Stimmen aus den Reihen der Linken oder der AfD ermöglicht werden kann. Die Abstimmung über die Nachbesetzung am Bundesverfassungsgericht ist für Freitag anberaumt. Angesichts der bestehenden Mehrheitsverhältnisse wäre ein Votum ohne Beteiligung der AfD nur dann möglich, wenn Union, SPD, Grüne und Linke geschlossen abstimmen würden.

Allerdings existiert innerhalb der Union ein Grundsatzbeschluss, wonach es keine parlamentarische Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linken geben soll. Die Linke wiederum fordert ausdrücklich, als Teil des demokratischen Spektrums in parlamentarische Entscheidungsprozesse einbezogen zu werden.

Vor der anstehenden Wahl beharrte die Linke auf Gesprächen mit der Union. Parteivorsitzender Jan van Aken erklärte: „Ohne Gespräch keine Wahl, das ist ganz einfach.“ Ziel der Linken sei es, mit der Union Absprachen zu treffen. Die Union lehnt Gespräche mit der Linken aber weiterhin ab. „Wir haben jetzt nicht die Absicht, da auf die Linke zuzugehen oder in irgendwelche Gespräche mit den Linken einzutreten“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Steffen Bilger in Berlin.

Die AfD-Fraktionsführung kündigte unterdessen an, den von der Union nominierten Kandidaten unterstützen zu wollen. Die beiden Kandidatinnen, die von der SPD vorgeschlagen wurden, würden hingegen keine Zustimmung der AfD finden, wie Fraktionsvorsitzende Alice Weidel erklärte. (lw mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/dts Nachrichtenagentur

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