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Sipri-Bericht
Rüstungsausgaben machen Sprung, den es seit 33 Jahren nicht gab – Deutschland verpasst Ziel trotzdem
Die weltweiten Militärausgaben steigen stark an. Auch Deutschland macht bei der Rüstung einen Sprung. Spannend ist der Blick auf Russland und die Ukraine.
Berlin – Der Ukraine-Krieg tobt weiter, auch der Gaza-Konflikt ist noch immer nicht final geklärt. Besonders die EU und auch der Nahe Osten reagieren darauf – und ziehen die Militärausgaben stark an. Das zeigt der neue Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri eindrücklich. Auch Deutschland legt zu und landet als einziges westeuropäisches Land in den Top 5 der weltweiten Rüstungsausgaben. Spannend wird es beim Blick auf Russland und die Ukraine.
Insgesamt sind die weltweiten Militärausgaben 2024 zum zehnten Mal in Folge gestiegen. Alle Staaten wandten rund 2,72 Billionen US-Dollar (etwa 2,38 Billionen Euro) für das Militär auf, heißt es im Sipri-Bericht. Das waren inflationsbereinigt 9,4 Prozent mehr als 2023. Einen solchen Anstieg von einem aufs nächste Jahr hat es seit 33 Jahren, seit dem Ende des Kalten Krieges 1991, nicht gegeben.
Sipri-Bericht zu Rüstungsausgaben: Deutschland bei Militärausgaben erstmalig seit Wiedervereinigung in Top 5
Deutschland verbrauchte laut Sipri 88,5 Milliarden Dollar (rund 77,6 Milliarden Euro) für das Militär und lag somit zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung vor allen anderen Ländern Zentral- und Westeuropas – erstmalig seit 34 Jahren also. Weltweit kam die Bundesrepublik auf Platz vier, hinter dem Spitzenreiter USA sowie China und Russland auf den Plätzen zwei und drei. Zuvor lag Deutschland noch auf Rang 7.
Militärausgaben steigen 2024 weltweit – Blick auf Russland und Ukraine besonders spannend
Der Sipri-Bericht zeigt, dass alle europäischen Staaten - mit Ausnahme von Malta - ihre Militärausgaben 2024 erhöhten. Russland war mit 149 Milliarden Dollar (knapp 131 Milliarden Euro) das Land in Europa, das mit Abstand am meisten für sein Militär ausgab. Das entsprach 7,1 Prozent des russischen BIP .Die von Russland angegriffene Ukraine verwandte 64,7 Milliarden Dollar (rund 56,7 Mrd. Euro) darauf. Mit 34 Prozent war die Ukraine weltweit das Land, das den größten Anteil seines BIP für seinen Militärapparat ausgab.
Der gigantische Sprung bei den Ausgaben zeige die „verschlechterte Sicherheitslage weltweit“, erklärt etwa Diego Lopes da Silva vom Friedensforschungsinstitut Sipri. Besonders spannend sei laut ihm, dass Russland seine Ausgaben für das Militär im Jahr 2024 noch einmal um 30 Prozent gesteigert habe. Die von Russland angegriffene Ukraine hingegen lediglich um 2 Prozent.
USA seit Jahren Nummer eins bei Militärausgaben – auch China legt bei Rüstung stark zu
Die USA, seit Jahren die unangefochtene Nummer eins bei den Militärausgaben, machten mit 997 Milliarden Dollar (874 Milliarden Euro) 37 Prozent der weltweiten militärischen Aufwendungen aus. Ein erheblicher Anteil des US-Haushalts war dem Bericht zufolge für die Modernisierung der militärischen Fähigkeiten und des US-Atomwaffenarsenals vorgesehen.
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China steigerte seine Aufwendungen um sieben Prozent und verzeichnete somit drei Jahrzehnte ununterbrochenen Anstiegs seiner Militärausgaben. Die schätzungsweise 314 Milliarden Dollar (etwa 275 Milliarden Euro) gab China dem Bericht zufolge unter anderem für den Ausbau seiner Fähigkeiten auf dem Gebiet des Cyberkriegs sowie seines Atomwaffenarsenals aus.
Militärausgaben 2024: Rüstungs-Bericht zeigt, wie viele Nato-Länder Zwei-Prozent-Ziel erreichen
Während 2023 elf Nato-Mitglieder die Zielmarke des Militärbündnisses, mindestens 2 Prozent ihres BIP für die Verteidigung auszugeben, erreichten, waren es 2024 gemäß der Sipri-Methodik 18 der 32 Nato-Mitglieder. Der rasche Anstieg der Ausgaben bei den europäischen Nato-Mitgliedern lässt sich laut Sipri-Forscherin Jade Guiberteau Ricard mit der andauernden Bedrohung durch Russland erklären sowie mit dem möglichen Rückzug der USA aus dem Bündnis.
Der jährlich erscheinende Sipri-Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt gilt als umfassendste Datensammlung dieser Art. Die Friedensforscher stützen sich dabei auf offizielle Regierungsangaben zum Verteidigungshaushalt und auf weitere Quellen und Statistiken - deshalb weichen die Zahlen traditionell von den Angaben der Nato und einzelner Länder ab. Zu den Ausgaben zählt Sipri auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung. (han/dpa)