Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

US-Präsident fand es „great“

Selenskyj korrigiert Kurs: Fünf Dinge verhindern Eklat im Oval Office

Selenskyjs Gespräch mit Trump verlief am Montag wesentlich angenehmer als das erste Treffen im Oval Office. Der Ukraine-Präsident bewies Geschick.

Washington, D. C. – Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sich gefühlt hat, als er am Montag die Stufen zum Weißen Haus in Washington hinaufging, weiß nur er. Doch die Nervosität war Selenskyj anzusehen vor seinem Ukraine-Gipfel mit US-Präsident Donald Trump.

Ukraine-Verhandlungen in Washington: Trump-Gipfel mit Merz und Co. in Bildern

Wolodymyr Selenskyj ist zurück im Weißen Haus.
Wolodymyr Selenskyj ist zurück im Weißen Haus. Auf Einladung Donald Trumps verhandelt der ukrainische Präsident dort über einen möglichen Frieden im Krieg mit Russland. © afp
Gipfel im Weißen Haus zum Ukraine-Krieg
Der Gipfel im Weißen Haus zum Ukraine-Krieg wurde in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Noch vor wenigen Tagen war nichts über ein Treffen Trumps mit Selenskyj bekannt gewesen. © imago
Trump und Putin in Alaska
Dem Treffen Trumps mit Selenskyj ging der historische Gipfel des US-Präsidenten mit Russlands Machthaber Wladimir Putin in Alaska zuvor. Die beiden Staatsoberhäupter berieten im nördlichsten US-Bundesstaat über den Ukraine-Krieg und einen möglichen Frieden. © afp
Ukraine Gipfel in Washington
Die Erwartungen an den Ukraine-Gipfel sind so hoch wie die Aufmerksamkeit, die ihm geschenkt wird. Ursache sind unter anderem Selenskyjs letzter Besuch im Weißen Haus und die Dynamik, die seit Trumps Treffen mit Putin in die Ukraine-Verhandlungen gekommen zu sein scheint. © dpa
Selenskyj bei Trump
Im Gegensatz zum letzten Treffen Trumps mit Selenskyj im Weißen Haus war die Atmosphäre diesmal deutlich besser. Endete der letzte Auftritt noch im hitzigen Wortgefecht und im diplomatischen Debakel, waren beide diesmal um eine freundliche Beziehung bemüht. © afp
Selensky und Trump im Oval Office
Brian Glenn, Journalist beim rechtsextremen Sender Real America, hatte Wolodymyr Selenskyj beim letzten Besuch noch für seine Kleidung kritisiert. Der ukrainische Präsident erschien damals in einem Millitär-Pullover. Diesmal trug Selenskyj Anzug und Hemd. „Sie sehen in diesem Anzug fantastisch aus“, kommentierte Glenn Selenskyjs Outfit. Mit seiner Antwort hatte der ukrainische Präsident die Lacher auf seiner Seite. „Sie tragen denselben Anzug. Ich habe mich umgezogen, Sie offenbar nicht“, so Selenskyj. © afp
Vance im Oval Office
Am Treffen mit Wolodymyr Selenskyj im Oval Office nahmen neben Trump US-Außenminister Marco Rubio (r.) und Vizepräsident JD Vance teil. Der hatte den ukrainischen Präsidenten beim letzten Besuch im Weißen Haus noch attackiert und ihm Undankbarkeit vorgeworfen. © afp
Pete Hegseth
Ein weiterer Vertreter der Regierung Trumps beim Besuch Wolodymyr Selenskyjs: Verteidigungsminister Pete Hegseth. © imago
Limousine von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Weißen Haus
Nicht nur Wolodymyr Selenskyj reiste spontan nach Washington, DC. Unterstützung erhielt er beim Treffen mit Donald Trump von einer großen Delegation aus Europa. Hier kommt die Limousine von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Weißen Haus an. © imago
Meloni bei Trump
Meloni gilt als politische Verbündete Donald Trumps. Wie der Rechtspopulist in den USA setzt Italiens Ministerpräsidentin und Chefin der rechtsextremen Partei „Fratelli d‘Italia“ auf harte Abschiebepolitik und geschlossene Grenzen. In Sachen Ukraine-Krieg steht Meloni aber fest an der Seite Selenskyjs und ihrer europäischen Begleiter. © afp
Emmanuel Macron in Washington
Donald Trumps Protokollchefin Monica Crowley begrüßt Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron an der Tür des Weißen Hauses. Diese Rolle hat in der Vergangenheit bei solchen Besuchen Melania Trump übernommen. Von der First Lady war beim heutigen Ukraine-Gipfel aber zunächst nichts zu sehen. © afp
Ukraine-Treffen in Washington
Hier begrüßt Crowley Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Weißen Haus. © dpa
Alexander Stubb in Washington
Der wohl überraschendste Name auf der Liste der europäischen Delegation bei Trumps Gipfel gehört wohl Alexander Stubb. Finnlands Präsident dürfte aber eine Schlüsselrolle beim Versuch zukommen, Trump von Europas Position im Ukraine-Krieg zu überzeugen. Sein Land teilt sich mehr als 1.300 Kilometer Landgrenze mit Russland. Stubb dürfte die Aufgabe zukommen, Trump davon zu überzeugen, dass bei den Verhandlungen mit Russland nicht nur die Zukunft der Ukraine, sondern die Sicherheit Europas auf dem Spiel steht. © afp
Merz bei Trump
Mit von der Partie in Washington, DC ist Friedrich Merz. Dem Bundeskanzler wurde nach seinem letzten Besuch bei Donald Trump ein guter Auftritt attestiert. Diesmal will der CDU-Chef Wolodymyr Selenskyj bei seinen Verhandlungen über Frieden im Ukrainekrieg unterstützen. © afp
Merz bei Trump in Washington
Gegenüber der ARD bezeichnete Merz, hier bei der Ankunft am Weißen Haus, die Entwicklungen nach dem Treffen Trumps und Putins als „Licht und Schatten“. Der Bundeskanzler übte geschickt verpackte Kritik am US-Präsidenten. „Die Presse in Russland jubelt. Ein bisschen weniger wäre auch gut gewesen“, so der CDU-Chef in der Tagesschau. © afp
Ukraine Trump
In ähnlicher Besetzung hatte eine Delegation aus Europa in Sachen Ukraine-Krieg schon einmal Kontakt zu Donald Trump aufgenommen. Damals waren Keir Starmer, Emmanuel Macron, Polens Ministerpräsident Donald Tusk und Friedrich Merz in die Ukraine gefahren. Gemeinsam mit Wolodymyr Selenskyj berieten sie telefonisch mit Trump © imago
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer scheint frohen Mutes, als er zum Ukraine-Gipfel bei Donald Trump eintrifft. © dpa
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei den Verhandlungen über den Ukraine-Krieg
Die Europäische Union (EU) vertritt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei den Verhandlungen über den Ukraine-Krieg in Washington, DC. Von der Leyens letzter Besuch bei Trump endete mit einem Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. © dpa
Von der Leyen und Selenskyj
Kurz vor dem Ukraine-Gipfel mit Trump in Washington, DC empfing Ursula von der Leyen Wolodymyr Selenskyj in Brüssel. Dort beriet die EU-Kommissionspräsidentin sicherlich auch das gemeinsame Vorgehen mit dem Präsidenten der Ukraine. © imago
Ukraine Gipfel in Washigton
Die große Runde in Washington, DC zum Ukraine-Gipfel versammelt: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der britische Premier Keir Starmer, die Präsidenten Alexander Stubb (Finnland), Wolodymyr Selenskyj (Ukraine), Donald Trump (USA), Emmanuel Macron (Frankreich) stellen sich mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz und Nato-Generalsekretär Mark Rutte (v.l.n.r.) zum Gruppenbild auf. © afp
Macron und Trump in Washington
Bei der ersten gemeinsamen Pressekonferenz verteilte Donald Trump Komplimente in alle Richtungen. Sein Treffen mit Wolodymyr Selenskyj sei wunderbar gewesen. Friedrich Merz als Freund zu haben, sei eine „große Ehre“ für ihn, so der US-Präsident. Über Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (im Bild) sagte Trump: „Ich mag ihn seit dem ersten Tag. Und ich mag ihn immer noch. Das ist ungewöhnlich.“ © afp
Meloni bei Trump in Washington
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nannte Donald Trump „eine großartige Führungspersönlichkeit, die viele inspiriert“. Sie habe „trotz ihres jungen Alters schon viel erreicht“, so Trump über die Rechtspopulistin. „Sie regiert auch schon eine ganze Zeit lang. Andere haben nicht so lange durchgehalten wie sie“, scherzte der US-Präsident über seine Kollegin aus Italien, das berühmt ist für seine häufigen Regierungswechsel. © afp
Vance und Starmer
JD Vance im Gespräch mit dem britischen Premier Keir Starmer. Der Vizepräsident war erst vor kurzem zum Urlaub auf den britischen Inseln. Sein Besuch im südenglischen Cotswolds löste Protest der heimischen Bevölkerung aus. © afp
Merz nach Treffen mit Trump
Nach dem ersten Gespräch mit Donald Trump beim spontanen Ukraine-Gipfel im Weißen Haus zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz sich optimistisch. Der Weg sei „offen für komplizierte Verhandlungen“. Vom US-Präsidenten forderte Merz, den Druck auf Wladimir Putin zu erhöhen. Der Kanzler wiederholte außerdem die Forderung der europäischen Vertreter nach einer Waffenruhe. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein weiteres Treffen ohne eine Waffenruhe stattfinden kann“, stellte Merz klar. © dpa
Selenskyj und Trump nach Treffen im Weißen Haus
Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den vorangegangenen Austausch mit Donald Trump als „sehr gute Unterhaltung“. Man habe über „viele sensible Dinge“ gesprochen, so der ukrainische Präsident. Trump wiederum kündigte bereits ein Dreiertreffen zwischen ihm, Selenskyj und Russlands Präsidenten Wladimir Putin an. Die Frage sei „nicht, ob, sondern wann“ ein solcher Gipfel stattfinden würde. © afp

Auch bei Beobachtern kamen Erinnerungen hoch an das letzte Treffen der beiden im Oval Office: Damals herrschte unverhohlene Aggression gegenüber Selenskyj im Weißen Haus. Der Präsident, dessen Land sich seit dreieinhalb Jahre im Krieg mit Russland befindet, wurde verbal angegriffen und verhöhnt.

Schon Empfang durch Trump am Weißen Haus war anders als beim ersten Besuch von Selenskyj

Doch sofort zeichnete sich am Montag in Washington ab, dass es diesmal besser laufen könnte. Trump empfing Selenskyj vor dem Weißen Haus offen und freundlich und erklärte auf Zurufe von Journalisten, er „liebe“ die Ukraine. Der US-Präsident schien um eine gute Atmosphäre bemüht.

Dennoch blieb die Aufregung groß: Direkt nach seiner Ankunft wurde Selenskyj erneut ins Oval Office geführt, wo Heerscharen an Journalisten und Kameraleute auf ihn warteten und es sogleich wieder losging mit einer Diskussion zum Ukraine-Krieg live vor den Augen der Welt. Auch Vize-Präsident JD Vance war wieder dabei, der Selenskyj beim letzten Besuch in den USA besonders aggressiv angegangen war.

Wohlwollendes Tätscheln von US-Präsident von Donald Trump (r.): Diesmal kam es mit dem ukrainischen Präsidenten im Oval Office nicht zum Eklat.

Gute Stimmung statt Eklat: Das machte Selenskyj am Montag im Oval Office anders

Doch was gut begann, ging für Selenskyj gut weiter: Ein neuer Eklat blieb aus, stattdessen herrschte recht gute Stimmung im Oval Office mit Trump. Das lag auch daran, dass der ukrainische Präsident gleich mehrere Dinge anders machte als beim ersten Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus. Folgende Punkte fielen auf:

  • Selenskyjs Outfit
  • Selenskyjs besonderes Geschenk an Trump
  • Selenskyjs Bezugnahme auf verschleppte ukrainische Kinder
  • Selenskyjs Dankeshymne an Trump
  • Selenskyjs Crash-Kurs in Trump-Diplomatie mit europäischen Regierungschefs

„Beautiful“: Trump gefiel Selenskyjs Outfit bei Ukraine-Gipfel im Weißen Haus in Washington

Was Selenskyj bei seinem zweiten Besuch im Weißen Haus tragen würde, war mit Spannung erwartet worden. Der Grund: Selenskyj war bei seinem Besuch bei Trump im März spöttisch darauf angesprochen worden war, dass er nicht Anzug und Krawatte trage. Dies wurde ihm als mangelnder Respekt ausgelegt, die Stimmung war auf Anhieb im Eimer. Dabei hatte der fehlende Anzug von Selenskyj einen Grund: Der ukrainische Präsident hat seinem Volk versprochen, bis zum Ende des Ukraine-Kriegs aus Solidarität mit seinen Soldaten keinen Anzug mehr zu tragen.

Am Montag beim Gipfel in Washington trug Selenskyj zwar auch keine Krawatte, aber ein weitaus eleganteres und formelles Outfit als beim ersten Mal, als er in Militärkleidung kam. Trump gefiel das: Als Selenskyj aus dem Auto ausstieg, sagte er sofort, dass Selenskyj „beautiful“ und „great“ aussehen.

Es mag verrückt klingen, dass der Erfolg eines Ukraine-Gipfels auch davon abhängt, was ein Staatsgast trägt. Doch bei Trump ist das offenbar so – und Selenskyj spielte diesmal mit.

Selenskyjs Geschenk an Trump war ein Brief seiner Frau an Melania und brach das Eis

Als Selenskyj und Trump am Montag im Oval Office vor der versammelten Presse Platz nahmen, holte der Ukrainer sogleich ein Papier hervor, um es Trump als Geschenk an dessen Frau zu überreichen. Es sei ein Schreiben seiner Frau Olena Selenska an Melania Trump, erklärte der ukrainische Präsident.

Er nahm damit Bezug auf den Brief, den Trump im Namen seiner Ehefrau wiederum Wladimir Putin bei deren Gipfel in Alaska überreicht hatte. Melania Trump hatte in dem Schreiben an Putin appelliert, verschleppte Kinder zu ihren Familien in der Ukraine zurückzubringen.

Nun also ein Brief von der First Lady der Ukraine an die First Lady der USA. Bei Trump schien das anzukommen: Er nahm den Brief mit Wohlwollen in Empfang, das Geschenk war ein weiterer Eisbrecher.

Selenskyj stellte beim Gipfel mit Trump Lage der ukrainischen Kinder in den Fokus

Den Brief von Melania Trump an Putin nutzte Selenskyj auch danach geschickt: Er brachte am Montag im Weißen Haus immer wieder das Drama der im Ukraine-Krieg verschleppten Kinder zur Sprache. Putin ist wegen deportierter ukrainischer Kinder beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt worden. Wegen dieses Verstoßes gegen das Völkerrecht läuft ein internationaler Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten.

Selenskyj brachte das emotionale Thema im Verlauf des Nachmittags in Washington mehrfach auf den Tisch. Und Trump konnte gar nicht anders, als zuzustimmen. Schließlich war es seine eigene Ehefrau Melania, die das Thema prominent platziert hatte.

Auch Ursula von der Leyen sagte später in der großen Runde der europäischen Regierungschefs mit Trump, dass ihr „als Mutter und Großmutter“ das Thema der verschleppten ukrainischen Kinder besonders am Herzen liege.

Danke, danke, danke: Selenskyj verhindert neuen Eklat mit JD Vance im Oval Office

Vielen ist es in Erinnerung: Beim Eklat im Oval Office im März warf JD Vance Selenskyj vor, dass er den USA nicht genug Dank ausspreche für ihre bisherige Unterstützung im Ukraine-Krieg. Vance ging Selenskyj aggressiv mit den Worten an „Haben Sie einmal Danke gesagt?“ und warf ihm dann wieder und wieder mangelnde Dankbarkeit vor.

Selenskyj hat daraus gelernt: Er sagte in der Pressekonferenz mit Trump und Vance fast in jedem Satz mindestens einmal „Danke“. Sein Lob an den US-Präsidenten und dessen Einsatz war überschwänglich. JD Vance saß daneben – und blieb diesmal ruhig. Mangelnden Dank konnte er dem Ukraine-Präsidenten diesmal nun wirklich nicht vorwerfen.

Selenskyj bekam vor Treffen Crash-Kurs in Trump-Diplomatie von europäischen Regierungschefs

Selenskyj ist zwar ein ehemaliger Schauspieler. Beim ersten Besuch im Oval Office fiel es ihm dennoch schwer, seine Fassade zu wahren. Die Attacken aus Trumps Regierung brachten ihn aus der Fassung, er reagierte emotional.

Das sollte diesmal anders werden: Selenskyj wurde vor seinem zweiten Besuch im Oval Office am Montag intensiv gebrieft, wie er mit Trump umzugehen habe. Vor dem Besuch in den USA war er bei Friedrich Merz und in Brüssel zu Gast, diskutierte intensiv die Strategie gegenüber Trump.

Auch direkt bevor Selenskyj am Montag ins Weiße Haus fuhr, soll er in Washington nochmal mit den europäischen Staatschefs um Merz zusammengekommen sein. Dabei wurde ihm wohl eingebläut, dass er diesmal ruhig bleiben müsse, egal wie sehr Trump ihm unter Druck setze. Der Plan funktionierte – eben auch, weil Trump und Vance diesmal nicht im Angriffsmodus waren. Wären sie Selenskyj erneut angegangen wie beim ersten Besuch, wer weiß, was dann geschehen wäre.

Doch letztlich ist nicht die Stimmung beim Gipfel entscheidend für die Ukraine, sondern was an konkreten Ergebnissen des Treffens herauskommt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nicht optimistisch, dass Putin wirklich Frieden will. Als nächsten Schritt in den Ukraine-Verhandlungen soll es wohl ein trilaterales Treffen mit Putin, Selenskyj und Trump geben. (smu)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Aaron Schwartz

Kommentare