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Vier Stunden im Bundestag

Generaldebatte live: Merz bügelt Weidel ab – für Ukraine-Krieg-Satz kassiert er „interessante Reaktion“

Friedrich Merz hat in der Generaldebatte im Bundestag erste Erfolge der Regierung vorgestellt. Alice Weidel (AfD) attackierte er scharf. News-Ticker.

Update von 16.25 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor zu hohen Erwartungen an die Folgen einer vorzeitigen deutschen Klimaneutralität gewarnt. „Selbst wenn wir alle zusammen morgen am Tag klimaneutral wären in Deutschland, würde keine einzige Klimakatastrophe auf der Welt weniger geschehen, würde kein einziger Waldbrand weniger geschehen, würde keine einzige Überschwemmung in Texas weniger geschehen“, sagte Merz am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag.

Der Bundeskanzler sprach damit die jüngsten Waldbrände etwa in Thüringen und Sachsen und die Flutkatastrophe in Texas mit mehr als 100 Toten an. Merz verwies darauf, dass Deutschland nur rund ein Prozent der Weltbevölkerung repräsentiere und rund zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen verursache.

Merz bekannte sich aber explizit zu den Pariser Klimazielen, mit denen die globale Erwärmung auf 1,5 bis zwei Grad im Vergleich zu vorindustriellen Werten begrenzt werden soll. „Wir stehen zu diesen internationalen Verpflichtungen“, stellte Merz klar. „Auch an dieser Stelle werden wir den Koalitionsvertrag einhalten“, fuhr Merz fort. Darin setzt sich die Bundesregierung weiter das Ziel, bis 2045 treibhausgasneutral zu sein.

Kritik an Merz‚ Äußerungen kam am Mittwoch auch aus dem Lager der schwarz-roten Regierung selbst. „Damit kann kein Wissenschaftlicher einverstanden sein“, schrieb der ehemalige SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Online-Dienst X. „Mit dieser Argumentation könnten hunderte Länder den Klimaschutz sofort beenden.“

Bundestag-Debatte: Miersch zitiert Roland Kaiser und geht auf Weidel los

Update von 14.15 Uhr: Der SPD-Abgeordnete Matthias Miersch kritisierte während der Generaldebatte im Bundestag die Aussagen von AfD-Chefin Alice Weidel und zitierte dabei den Sänger Roland Kaiser: „Was hat dir dein Herz gestohlen?“ Mit dieser Liedzeile startete Miersch in seine Rede. Dabei ging es vor allem um Weidels Kommentare zur Migration. „Wie kann man so eiseskalt, so hasserfüllt als Mensch eine solche Rede halten, wie Sie das eben getan haben?“, rief Miersch.

Der SPD-Politiker ergänzte: „Wie Sie über Menschen mit Migrationshintergrund geredet haben, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die Migrationshintergrund haben und Tag für Tag dieses Land bereichern.“ Er zog einen Vergleich zur „Rassenlehre“ aus der Zeit des Nationalsozialismus und betonte, nicht umsonst hätten die „Väter und Mütter des Grundgesetzes ein Parteiverbot in die Verfassung aufgenommen.“ Die Rede von Weidel ist laut Miersch ein Beleg dafür, dass die AfD verfassungsfeindlich agiert. Daher müsse es ein Verbotsverfahren geben.

Update von 11.13 Uhr: Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, attackiert in seiner Bundestagsrede ebenfalls zuallererst die AfD: „Das ist das, was sie am meisten fürchten: eine Regierung, die liefert, und je mehr wir liefern, desto schriller wird ihr Geschrei.“ Wer aber regelmäßig „auf der falschen Seite der Autokratien“ stehe – Stichwort China und Russland – sei „sicher kein Patriot”.

Der Haushalt der neuen Bundesregierung bedeute eine Rückkehr zu Stabilität und Handlungsfähigkeit, so Spahn. Doch es brauche seine Zeit, bis die Bürger wieder Vertrauen fassten. Gerade bei der Steuerung der Migration gebe es einen großen Vertrauensverlust.

Als Spahn zur Corona-Politik zu sprechen kommt, wegen der er als Ex-Gesundheitsminister massiv in der Kritik steht, ruft Alice Weidel (AfD) immer wieder dazwischen, was ihr eine Ermahnung von Bundestagspräsidentin Klöckner einheimst: Weidel solle still sein, „sonst können Sie den Saal verlassen“.

Update von 11.04 Uhr: Linken-Politikerin Heidi Reichinnek kritisiert in ihrer Rede im Bundestag in Rekord-Redegeschwindigkeit die Merz-Regierung. „Jeder Cent, der in die Rüstung fließt, fehlt an anderen Stellen“, erklärt sie. „Whatever it takes, die Rechnung zahlen die anderen – das ist ein Skandal“.

Weidels Ausführungen bei der Generaldebatte bezeichnet Reichinnek als „pure Heuchelei“, da die AfD keine Politik für Arme, sondern für Reiche wolle. „Frau Weidel, wie lebt es sich denn so mit ihrer doppelten Diät in der Schweiz?“, fragt sie süffisant. „Es ist einfach nur billig.“

Aber auch Union und SPD lassen nach Reichinneks Ansicht ärmere Menschen im Stich. „Es kotzt mich langsam an, ihre Ausreden dafür zu hören!“ Zur SPD gerichtet sagt sie:. „Ich kann nicht mal mehr wütend auf Euch sein, Ihr tut mir nur noch leid.“ Die SPD werde in der Koalition mit der Union „untergehen“.

Generaldebatte im Bundestag: Miersch (SPD) kanzelt AfD-Weidel ab - „eiseskalt und hasserfüllt“

Update von 10.37 Uhr: „Wie kann man so eiseskalt, so hasserfüllt als Mensch eine Rede halten, wie Sie sie eben gehalten haben?, fragt SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Miersch Weidel bei seiner Rede im Bundestag. Dass Weidel von der „Transformation des Staatsvolks“ gesprochen habe, erinnere ihn an alte Zeiten, „wo es um „Rassenlehre ging“, so Miersch bei der Redeschlacht im Bundestag weiter, unter lautem Protest aus der AfD-Fraktion. „Ihre Rede heute war ein Beispiel davon, dass Sie verfassungsfeindlich agieren, und deshalb muss es auch ein Parteiverbotsverfahren geben!“

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die Komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Generaldebatte im Bundestag live: Merz stellt Regierungserfolge vor und sieht „Wende“

Update von 10.11 Uhr: Friedrich Merz hat seine Rede beendet, in der er vor allem die ersten Erfolge der ersten Regierungswochen aufgezählt hat und sich auch immer wieder direkt an die AfD richtete. In der Koalition mit Klingbeils SPD habe er die „Wende in der Wirtschaftspolitik eingeleitet“, ist der Kanzler sich sicher. Bald werde es eine Reform des Bürgergelds geben, die Vorbereitungen würden „auf Hochtouren“ laufen.

Weidel hatte zuvor in ihrer Rede kritisiert, das Bürgergeld sei der „mächtigste Magnet“ für Migrantinnen und Migranten, nach Deutschland zu kommen. Merz entgegnete ihr, die Debatte müsse „nicht mit Schaum vor dem Mund und nicht mit Ausländerdiskriminierung“ geführt werden. Die AfD wolle „in Wahrheit eine andere Gesellschaft“, wetterte Merz, er dagegen wolle ein „offenes, liberales, freiheitliches Land“. Trotz oder gerade wegen der zahlreichen AfD-Zwischenrufe während seiner Bundestags-Rede wolle er weiter daran arbeiten.

Update von 9.55 Uhr: Friedrich Merz geht bei der Generaldebatte im Bundestag auch auf die Stromsteuer-Debatte ein und verteidigt die Entscheidung der Koalition, auf die Senkung der Stromsteuer für alle vorerst zu verzichten. „Von den möglichen 200 Euro Entlastung für Familien im Jahr machen wir jetzt 150 Euro möglich“, rechnet Merz in Bezug auf die Senkung der Netzentgelte und dem Streichen der Gasumlage vor. „Das sind drei Viertel von dem wir uns vorgenommen haben, und das gilt ab 2026“, betont der Kanzler. „Das ist eine Entlastung von 10 Milliarden Euro für Familien und Unternehmen“, betont der Kanzler.

Dann kommt Merz zur Migrationspolitik: Die ersten Weichen seien gestellt für „eine nachhaltige Reduzierung der illegalen Migration“. Zur AfD gerichtet sagt er: „Sie werden jetzt langsam ihr politisches Kampfthema los, dem sie ihre Existenz verdanken. Wir werden dieses Problem lösen und ihnen nicht die Freude machen, es zu erhalten, denn sie leben davon, dass sie ständig damit in Deutschland Stimmung machen können!“

Generaldebatte im Bundestag jetzt: Merz kontert Weidel - „interessante Reaktion!“

Update von 9.45 Uhr: Kanzler Merz spricht nun und antwortet direkt auf Weidels Auftritt im Bundestag. Er kritisiert deren „üble Nachrede“ und „persönliche Herabsetzungen“. „Frau Weidel, ich weise ihre pauschale und undifferenzierte Herabwürdigung der Bundesregierung mit aller Entschiedenheit zurück“, erklärt er unter Applaus.

Als Merz die Regierungsarbeit im Kontext des Ukraine-Kriegs verteidigt, reagiert die AfD-Fraktion mit ironischem Raunen. Merz kritisiert diese Reaktion scharf: „Das ist eine interessante Reaktion von ihnen!“ Er verweist auf die schwersten Angriffe in der Ukraine seit dreieinhalb Jahren in der vergangenen Nacht. Merz wirft Weidel vor, bei ihrer Eröffnungsrede weder zur Ukraine-Situation noch zu internationalen Partnern Stellung bezogen zu haben. Es sei eine „rein nationalistische Rede“ gewesen.

Friedrich Merz sprach bei der Generaldebatte im Bundestag auch über den Ukraine-Krieg.

Update von 9.05 Uhr: Die Generaldebatte im Bundestag hat mit einer Rede von Oppositionsführerin Alice Weidel (AfD) begonnen. Als größte Oppositionspartei im Bundestag darf Weidel noch vor Kanzler Friedrich Merz ans Rednerpult treten. Merz und Klingbeil verfolgen ihre Rede teils mit versteinerten, teils mit belustigten Minen und raunen sich immer wieder einige Worte zu.

Die AfD-Chefin beginnt ihre Rede im Bundestag wie zu erwarten mit dem Thema Migration und wirft der Bundesregierung „mangelhafte“ Maßnahmen an der Grenze vor. „Das ist keine Migrationswende, das ist Volksverdummung“, wirft sie der schwarz-rotzen Koalition in scharfem Ton vor. Weidel beschimpft Merz als „Lügenkanzler“ und wirft ihm vor, dass seine „gebrochenen Wahlversprechen ganze Kataloge füllen“. Als Hauptvorwurf nannte sie das Aufweichen der Schuldenbremse, sie spricht dabei von einem „beispiellosen Staatsstreich“.

Für den Begriff „Lügenkanzler“ bekommt Weidel direkt eine Ermahnung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).

AfD-Vorsitzende Alice Weidel am Mittwoch bei der Generaldebatte im Bundestag, Friedrich Merz und Lars Klingbeil sitzen dahinter.

Generaldebatte heute: Premiere für Merz – Weidel redet vor ihm

Berlin – In der vergangenen Wahlperiode hat Friedrich Merz in der Generaldebatte dem Kanzler Olaf Scholz noch als Oppositionsführer eingeheizt. Jetzt tritt er erstmals in neuer Rolle in der Haushaltswoche auf.

Friedrich Merz wird am heutigen Mittwoch (9. Juli) erstmals als Bundeskanzler in einer Generaldebatte des Bundestags reden. Die Beratungen über den Etat des Kanzleramts gelten als Höhepunkt der Haushaltsberatungen und werden von der Opposition in der Regel zur Abrechnung mit der Regierungsarbeit genutzt. Für Schwarz-Rot sind es inzwischen neun Wochen.

Eröffnet wird die Debatte ab 9.00 Uhr von der AfD-Fraktionschefin Alice Weidel als Führerin der größten Oppositionsfraktion. Erst danach spricht der CDU-Vorsitzende Merz. Insgesamt sind vier Stunden für die Debatte vorgesehen, berichtet die dpa. Die AFP schreibt von dreieinhalb Stunden. 

Merz steht den Abgeordneten danach in einer Regierungsbefragung Rede und Antwort (13.00 Uhr). Dafür sind 70 Minuten vorgesehen. Danach debattiert das Parlament über die Etats für das Auswärtige Amt, Verteidigung und Entwicklungshilfe.

Wie ist die innenpolitische Bilanz in der Generaldebatte heute?

Merz ist inzwischen 65 Tage im Amt. Er wird seine Rede bei der Generaldebatte dazu nutzen, eine erste Zwischenbilanz der schwarz-roten Regierungsarbeit zu ziehen. Unter anderem hat die Koalition in ihren ersten zwei Monaten Maßnahmen zur Ankurbelung von Investitionen und zur Einschränkung der irregulären Migration auf den Weg gebracht.

Außenpolitisch war der Start vom Ukraine-Krieg, dem Krieg in Israel und Gaza und Israel gegen den Iran geprägt. Beim Nato-Gipfel verpflichtete Deutschland sich zudem zu dem Ziel, künftig fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.

Haushalt 2025 im Bundestag: Schwarz-Rot beschließt Rekordverschuldung

Die schwarz-rote Regierung hatte am Dienstag ihren ersten Entwurf zum Haushalt ins Parlament eingebracht. Er sieht für 2025 und in den Folgejahren massive Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung, aber auch eine Rekordverschuldung vor. (Redaktion mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © Katharina Kausche / dpa

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