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Teurer Ukraine-Krieg

Putins Armee blutet aus: Russische Verluste übersteigen Rekruten seit Monaten

Russlands Verluste übersteigen neue Rekruten – europäische Militärhilfe stärkt die ukrainische Front. Putin lässt dennoch nicht von Angriffen ab.

Die genaue Anzahl der Verluste im Ukraine-Krieg ist eigentlich streng geheim. Bei einem Treffen am Freitag (13. März) mit seinem schwedischen Amtskollegen, dem Oberbefehlshaber Mikael Claesson, sprach der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Oleksandr Syrsky nun über die russischen Verluste: Diese würden seit drei Monaten in Folge die Zahl der neuen Rekruten übersteigen.

Russische Soldaten im Sektor Sumy an der Front im Ukraine-Krieg. (Archivbild)

„Der Kreml hat nicht die Absicht, seine Offensivaktionen einzustellen, obwohl er auf dem Schlachtfeld erhebliche Verluste erleidet, die seit drei Monaten in Folge die Zahl der Verstärkungstruppen übersteigen, die sich der russischen Armee anschließen“, schrieb Syrsky in einem Beitrag auf Facebook. Die genaue Zahl der russischen und ukrainischen Opfer ist nicht bekannt. Dennoch gibt es erste Versuche, diese zu erfassen.

Syrsky sagt: Russlands Verluste übersteigen seit Monaten Rekruten

Wie die Kyiv Post berichtet, informierte der Oberbefehlshaber den schwedischen Befehlshaber über die Lage entlang der rund 1.200 Kilometer langen Frontlinie. Außerdem dankte er der schwedischen Regierung, dem König und dem schwedischen Volk für ihre anhaltende militärische Unterstützung – darunter auch das kürzlich von Stockholm angekündigte 21. Militärhilfepaket für die Ukraine, das angeblich moderne Luftabwehrsysteme, Fernkampfkapazitäten und Munition umfasst.

Schweden engagiert sich weiterhin aktiv in mehreren internationalen Koalitionen zur Unterstützung des ukrainischen Verteidigungssektors, darunter Initiativen zur Entwicklung der ukrainischen Luftwaffe, Marine, Drohnensysteme, gepanzerter Fahrzeuge, Minenräumungsoperationen und militärischer Informationstechnologie. Syrsky erklärte, die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und ihren NATO-Partnern trage zum Aufbau einer neuen Sicherheitsarchitektur für Europa bei. „Gemeinsam werden wir siegen“, erklärte er abschließend.

Selenskyj bremst Russlands Frühjahrsoffensive: „Karten“ passten nicht

Die Hilfe europäischer Länder für die Ukraine scheint unerlässlich: Auch wenn Moskau viele Soldaten verloren hat und der Krieg die Wirtschaft schwächt, rückt der Kreml nicht vom Ziel einer Unterwerfung der Ukraine ab. Eine Diskrepanz die sich wohl auch an der Front bemerkbar macht, wie zuletzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte.

Er zweifelt an der Stoßkraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee. Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagte Selenskyj in Kiew. Nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus. „Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein – wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte“, sagte Selenskyj, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. „Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten.“

Der Blutzoll für den Ukraine-Krieg erhöht sich derweil stetig für Wladimir Putin: So verlor Russland innerhalb eines einzigen Tages 860 weitere Soldaten. Laut dem ukrainischen Generalstab belaufen sich die russischen Gesamtverluste an Militärpersonal seit Kriegsbeginn auf rund 1.277.620 Gefallene und Verwundete. Zuletzt musste die Regierung in Moskau auch erhebliche Materialverluste verzeichnen. Allein an einem Tag wurden sieben Panzer, fünf gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 50 Artilleriesysteme zerstört. Seit Kriegsbeginn hat Russland demnach insgesamt mehr als 11.700 Panzer und über 38.000 Artilleriesysteme eingebüßt.

Mediazona zählt Gefallene: Freiwillige tragen laut Daten die Hauptlast im Ukraine-Krieg

Eine gemeinsame Untersuchung von BBC Russian und Mediazona erfasst russische Gefallene durch die systematische Auswertung offizieller Quellen, regionaler Medien und sozialer Netzwerke. Die Daten basieren auf dem russischen Nachlassregister. Ein Todesfall gilt als bestätigt, wenn er durch staatliche Stellen, Medien, Angehörige oder Fotos von Friedhöfen und Traueranzeigen belegt ist. Während Verluste der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk grundsätzlich nicht zählen, werden russische Staatsbürger, die dort freiwillig oder mobilisiert dienen, erfasst. Die Zuordnung erfolgt dabei stets nach der Truppengattung der Einheit (z. B. Luftlandetruppen) und nicht nach der individuellen Spezialisierung des Soldaten.

Grafiken von Mediazona zeigen, dass 37,3 Prozent der Gefallenen Freiwillige waren. Sie bilden seit Frühsommer 2022 die Hauptlast der Verluste. Zu Beginn des Krieges waren noch die Luftlandetruppen am stärksten betroffen. Insgesamt machen diese 2,4 Prozent der Gefallenen aus. Insgesamt erfasste Mediazona in diesem aufwendigen Verfahren mit Stand 14. März 201.051 Verluste, .

Putin verliert Gebiete: Doch die Ukraine erobert Frontgebiete zurück

Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten. Zuletzt mit Beginn des fünften Kriegsjahres gelang es den ukrainischen Verteidigern aber, die Lage zu stabilisieren. Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj teilte sogar mit, im Februar habe seine Armee mehr Territorium zurückerobert, als sie aufgegeben habe.

Im Gegensatz dazu errechnete der ukrainische Militärblog DeepState immer noch einen Verlust von 126 Quadratkilometern. Es sei aber nur halb so viel wie im Januar und der niedrigste Verlust seit Juli 2024. (Quellen: dpa, AFP, Kyiv Post, Facebook, Mediazona, BBC Russian, DeepState, frühere Berichterstattung) (kox)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sergey Bobylev

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