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SIM-Karten in Drohnen
Putin-Drohnen absichtlich nach Polen? Neues Detail alarmiert
Polnische SIM-Karten in russischen Drohnen weisen auf gezielte Tests hin. Warschau zeigt sich empört und beruft NATO-Partner ein.
Warschau – Die nächtlichen Drohneneinsätze Russlands an Polens Ostgrenze haben das Sicherheitsgefühl der Region erschüttert. Während Kampfjets starteten und mehrere Flughäfen den Betrieb einschränkten, steht im Raum, ob Moskau den Luftraum zufällig verletzte – oder bewusst die Reaktion der NATO testete.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Besonders brisant, wie unter anderem Defense Express nun berichtet: Schon im Sommer tauchten in den Trümmern russischer Drohnen 4G-Modems mit SIM-Karten polnischer Netzbetreiber auf, in einem Fall sogar mit einer litauischen Karte. Fachleute werten dies als Indiz für gezielte Vorbereitung.
Putin-Drohnen absichtlich nach Polen? SIM-Karten als Indiz
Laut einer Auswertung, die sich auf einen internen Bericht vom 2. Juli 2025 stützt, schreibt das genannte Portal, wurden die Funde frühzeitig an polnische und litauische Partner gemeldet. Die Analyse deutet darauf hin, heißt es auf dem ukrainischen Portal UNITED24 Media, dass Russland die Anbindung seiner Drohnen an westliche Mobilfunknetze erprobte – als Vorbereitung für Flüge über Polen und Litauen.
Mobilfunk in Drohnen ermöglicht Echtzeit-Aufklärung, Kurskorrekturen und – je nach Nutzlast – das Erfassen der Luftabwehr-Bedingungen und der Aktivitäten im Funkverkehr. Diese Methoden werden von Moskau im Ukraine-Krieg seit Langem eingesetzt. Unklar bleibt, ob die in Polen abgeschossenen Drohnen tatsächlich polnische oder litauische SIM-Karten an Bord hatten; Ermittlungen dazu laufen, so The Kyiv Post.
Russlands Präsident Wladimir Putin seine Drohnen: In Mniszkow (Zentralpolen) sichern Militär und Einsatzkräfte Wrackteile einer russischen Drohne. Am 10. September 2025 drangen nach polnischen Angaben mindestens 19 russische Drohnen in den Luftraum des NATO-Staates ein.
Routenwahl, Manöver und Timing von Putins Drohnen: Muster statt Versehen?
Polnische OSINT-Analysen (Open Source Intelligence, d.h.: Systematische Auswertung frei zugänglicher Informationen zur Gewinnung von Erkenntnissen)beschreiben eine bewusst programmierte Route: Eintritt nahe Dorohusk/Dubienka, ein südlicher Bogen östlich an Chelm und Zamosc vorbei, Ausflug nahe Hrebenne. Das Profil ähnelt früheren Luftraumverletzungen; mehrere Drohnen wurden abgefangen, vier Airports schlossen temporär, berichtet die Euromaidan Press.
Die zeitliche Nähe zu den russisch-belarussischen Manövern „Sapad-2025“ (Start: 12.09., siehe „Infobox“) verstärkt den Verdacht eines „Stresstests“ gegen Polens Luftverteidigung. In Polen identifizierte Attrappen aus Sperrholz und Schaumstoff, sogenannte „Gerbera“, deuten zudem auf gemischte Schwärme aus Späh-, Lock- und Angriffsplattformen hin, konstatiert Defense Express.
Sapad-2025: Russisch-belarussisches Großmanöver
Das Manöver „Sapad-2025“ (übersetzt „Westen-2025“) ist eine gemeinsame Militärübung von Russland und Belarus, die vom 12. bis 16. September 2025 auf belarussischem Gebiet durchgeführt wird. Geplant sind rund 13.000 Soldaten mit umfangreicher militärischer Ausrüstung. Offiziell dient die Übung der „Verteidigungsfähigkeit“ beider Staaten und der Abwehr von Aggressionen.
Kritiker in der NATO und den Nachbarstaaten Polen und Litauen sehen in „Sapad-2025“ jedoch eine mögliche Machtdemonstration und einen „Stresstest“ im Kontext des Ukraine-Krieges. Belarus hat das Manöver im Vorfeld verkleinert und vom NATO-Grenzgebiet ins Landesinnere verlegt, was als signalpolitische Geste zur Deeskalation gewertet wird. Das Manöver wird auch mit historischen Großübungen wie Sapad-2021 verglichen, die als Vorbereitung der russischen Invasion 2022 galten. (Quellen: dailywrap.net, n-tv.de, nau.ch, t-online.de)
Politische Wucht: Scharfe Worte aus Warschau und Washington
In den USA verschärften Politiker den Ton. Der Republikaner Joe Wilson schreibt auf X: „Russland greift den NATO-Verbündeten Polen mit iranischen Shahed-Drohnen an. Das ist ein Akt des Krieges“ – und forderte „zwingende Sanktionen“ sowie Waffen, „die Russland treffen können“. Der Demokrat Dick Durbin stellt sich einer zufälligen Flugroute der russischen Drohnen entgegen und mahnt: „Wiederholte Verletzungen des NATO-Luftraums sind eine Probe unserer Entschlossenheit.“
Ausländische SIM-Karten in russischen Drohnen: Bekanntes Muster – neue Qualität
Der Einsatz ausländischer SIM-Karten in russischen Drohnen ist nicht völlig neu: Bereits 2023 wurden in abgeschossenen Shaheds Karten des ukrainischen Anbieters Kyivstar dokumentiert. Auffällig ist nun, bemerkt die The Kyiv Post, die mutmaßlich koordinierte Menge von unbemannten Luftfahrzeugen, die polnischen Luftraum tangierte – und die Kombination aus Routenwahl, Manöverzeitpunkt und SIM-Indizien.
Für Europas Sicherheit bedeutet das eine doppelte Aufgabe: Luftabwehr gegen Massenschwärme skalieren – und hybride Aufklärung durch vernetzte Drohnen stören. Fachleute verweisen auf mehr elektronische Kampfführung, engere Daten-Kooperation und schnellere Entscheidungen. Parallel wächst der Druck, Produktionsstätten und Logistik der Angreifer zu schwächen. (Quellen: Defense Express, UNITED24 Media, Euromaidan Press, The Kyiv Post) (chnnn)