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Insa-Umfrage
Kanzler Merz im Umfragendebakel: Union sackt weiter ab – AfD baut Vorsprung aus
Die Bundesregierung um Merz hat mit dem Tankrabatt und einem 1000-Euro-Bonus Vorschläge zur Bürgerentlastung vorgelegt. Doch für eine bessere Stimmung sorgt das nicht.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) formulierte es erstmals 2018. Damals wollte er Parteivorsitzender werden und traute sich zu, die Werte der AfD „zu halbieren“. 2023 dann in der Opposition relativierte er die Aussage mit einem Seitenhieb auf die damals regierende Ampel: „Wenn die Politik der Bundesregierung die AfD jetzt eher wieder stärkt, dann kann die Opposition sie nicht halbieren“, erklärte er gegenüber T-Online. Damals lag die AfD bei 19 Prozent.
Und aktuell? Aktuell kommt die AfD auf 27 Prozent – und liegt damit drei Prozentpunkte vor der Kanzlerpartei. Im neuen „Sonntagstrend“ des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild gewinnt die Partei einen Punkt, während die Union einen Punkt verliert und bei 24 Prozent landet. Damit ist der Abstand nach Angaben der Zeitung so groß wie noch nie in einem Insa-„Sonntagstrend“.
Union verliert in Umfrage: Energiekrise wohl Hauptursache für Umfragedebakel bei Regierungsparteien
Unverändert bleiben die Werte der früheren Ampel-Parteien SPD (14 Prozent), Grüne (13 Prozent) und FDP (3 Prozent). Die Linke gewinnt einen Punkt und kommt auf 11 Prozent. Das BSW verliert (-1) und wäre mit 3 Prozent weiter nicht im Bundestag vertreten. Die Umfrageergebnisse im Überblick:
AfD 27 Prozent (+1)
Union 24 Prozent (-1)
SPD 14 Prozent (0)
Grüne 13 Prozent (0)
Linke 11 Prozent (+1)
BSW 3 Prozent (-1)
FDP 3 Prozent (0)
Sonstige 5 Prozent (0)
Das schlechte Abschneiden der Union dürfte auch auf die Energiekrise zurückzuführen sein. Die explodierenden Spritpreise machen der Bevölkerung zu schaffen, doch wirklich spürbare Entlastung ist nicht in Sicht. Die beschlossene Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel muss bei den Menschen erst einmal ankommen, und in dem 1000-Euro-Bonus, der von den Arbeitgebern und nicht vom Staat geleistet werden soll, sehen viele eine Mogelpackung. Denn nicht einmal staatliche Institutionen sind bereit, hier in Leistung zu treten.
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel
Aktuelle Umfrage: Auch im ZDF-„Politbarometer“ liegt AfD vorn
Nun könnte man sich darauf stützen, dass unterschiedliche Umfragen verschiedene Zahlen erheben und die AfD bei Insa traditionell etwas besser abschneidet. Jedoch bildet auch das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“ die AfD erstmals als stärkste Kraft ab. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU laut Forschungsgruppe Wahlen auf 25 Prozent (minus 1); die AfD hingegen läge unverändert bei 26 Prozent. Auch andere Forschungsinstitute sahen die AfD in der Wählergunst vorn – bei YouGov lag der Abstand zuletzt sogar bei vier Prozentpunkten (AfD 27, Union 23 Prozent).
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge. 1201 Wahlberechtigte wurden vom 13. bis 17. April 2026 befragt, bei einer maximalen Fehlertoleranz von ± 2,9 Prozentpunkten. (Quellen: AFP, eigene Recherche) (ktho)