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Merz sichert seiner Partei den Posten

CDU-Politiker soll neuer Wehrbeauftragter werden – Esken hat erneut das Nachsehen

Die CDU sichert sich wohl nach 25 Jahren wieder das Amt des Wehrbeauftragten des Bundestags. Ein Favorit von Merz wird schon gehandelt.

Berlin – Friedrich Merz (CDU) wurde am Dienstag (6. Mai) zum Bundeskanzler gewählt, scheiterte aber zunächst im ersten Wahlgang. Unterdessen sickerte eine neue Personalie der schwarz-roten Koalition durch: CDU-Chef Merz sicherte seiner Union offenbar das Amt des Wehrbeauftragten des Bundestags. Damit ist vom Tisch, dass SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken den Posten bekommt, wie zuvor spekuliert worden war.

Friedrich Merz sicherte der CDU offenbar das Amt des Wehrbeauftragten. Saskia Esken (SPD) hat das Nachsehen.

Neuer Wehrbeauftragter steht offenbar fest – Merz sichert Posten der CDU

Wie es am Tag der Kanzlerwahl im Podcast „Berlin Playbook“ von Politico hieß, steht schon fest, wer stattdessen der neue Wehrbeauftragte des Bundestags werden soll: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte soll den Posten bekommen, heißt es dort unter Berufung auf hohe Parteikreise. Offiziell bestätigt ist die CDU-Personalie noch nicht.

Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags

Die Wehbeauftragte des Bundestags soll laut bundestag.de als „Anwalt der Soldaten“ fungieren. Zu den Aufgaben des Wehrbeauftragten des Bundestags gehören die Wahrung der Grundrechte der Soldatinnen und Soldaten sowie die Kontrolle der Inneren Führung der Bundeswehr. Die Erkenntnisse über den inneren Zustand der Bundeswehr stellt der oder die Wehrbeauftragte einmal im Jahr dem Bundestag vor. Ihre Informationen erhält sie über angemeldete oder unangemeldete Besuche bei der Truppe, durch Gespräche sowie Eingaben aus der Bundeswehr.

Neuer Wehrbeauftragter im Merz-Kabinett? Otte ist Verteidungspolitiker

Henning Otte ist aus Niedersachsen und ist damit ein Vertreter des CDU-Landesverbands, der bisher keinen nennenswerten Posten in der neuen Regierung erhalten hat. Sollte er tatsächlich neuer Wehrbeauftragter werden, holt Friedrich Merz einen Fachpolitiker ins Amt: Otte hat in der Bundeswehr gedient und ist Reserveoffizier. Von 2014 bis 2021 war er verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit 2022 ist er Vize-Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundestags.

Auch in seinem Wahlkreis Celle-Uelzen hat Otte Verbindungen zur Verteidigung: Der große deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall liegt in diesem Wahlkreis. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte Otte in seinem Wahlkreis 35,2 Prozent der Erststimmen. Nach der Wahl erklärt er laut az-online.de: „Unser Ziel muss sein, die hohe Zahl an AfD-Sympathisanten zu drücken. Wir müssen durch unser Handeln überzeugen und den Menschen vermitteln, dass eine national ausgerichtete AfD-Politik zu Arbeitslosigkeit und zu einer Kriegsgefahr führt.“

Otte gilt als enger Merz-Vertrauter, auch bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD saß er mit am Tisch. Laut Cellescher Zeitung verhandelte Otte für die CDU mit in der Arbeitsgruppe Außen und Verteidigung, Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Otte ist Favorit als Wehrbeauftragter: Posten wäre nach 25 Jahren wieder bei Union

Mit Otte als Wehrbeauftragten wäre das Amt nach 25 Jahren wieder bei der Union. Seit dem Jahr 2000 hatte fast immer ein SPD-Politiker das Amt des Wehrbeauftragten inne, mit einer Unterbrechung von 2010 bis 2015, als FDP-Mann Königshaus Wehrbeauftragter war. Die letzte Wehrbeauftragte aus der Union war die CSU-Politikerin Claire Marienfeld-Czesla von 1995 bis 2000. Hier die Wehrbeauftragten der letzten 25 Jahren im Überblick:

  • Eva Högl (SPD) von 2020 bis 2025
  • Hans-Peter Barschels (SPD) von 2015 bis 2020
  • Hellmut Königshaus (FDP) von 2010 bis 2015
  • Reinhold Robbe (SPD) von 2005 bis 2010
  • Wilfried Penner (SPD) von 2000 bis 2005

Pistorius bleibt Verteidigungsminister, CDU soll dafür Posten des Wehrbeauftragten bekommen

Dass der Posten nach 25 Jahren wieder an die Union geht, liegt laut Politico daran, dass sich die Koalitionspartner in der Regel das Amt des Verteidigungsministers und das des Wehrbeauftragten aufteilen. Da das Verteidigungsministerium bei der SPD bleibt – Boris Pistorius behält den Posten – forderte die Union das Amt des Wehrbeauftragten.

Henning Otte hatte bereits in der Ära von Angela Merkel Ambitionen auf ein Amt in der Regierung: Er wollte damals parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium werden, die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war aber offenbar dagegen. (smu)

Rubriklistenbild: © Imago

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