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„Flamingo“-Foto veröffentlicht

Neue Verheißung: Ukraine-Rakete soll Taurus mühelos übertreffen

3.000 Kilometer Reichweite – weitere Details bleiben geheim: Von Selenskyjs Rakete werden Wunder erhofft. Optisch ähnelt sie einem Flop der Geschichte.

Kiew – „Bis Ende 2025 werden wir in der Lage sein, im Inland militärische Ausrüstung im Wert von 35 Milliarden Dollar zu produzieren“, sagt Herman Smetanin. Gegenüber dem Kyiv Independent (KI) hat der Minister für strategische Industrien der Ukraine davon gesprochen, dass das Land trotz oder wegen des Ukraine-Kriegs seine Produktion von Marschflugkörpern im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um das Achtfache gesteigert habe – was nicht bedeutet, dass auch am Ende dieses Jahres eine Steigerung erfolgt sein wird. Allerdings berichtet das Online-Medium aktuell, dass die Ukraine einen brandneuen Marschflugkörper gegen Wladimir Putins Invasionsarmee zur Serienreife entwickelt habe.

Neue Ukraine-Rakete will Taurus in den Schatten stellen

„Flamingo“ heiße der neue Langstrecken-Marschflugkörper, dem eine Reichweite von 3.000 Kilometern zugeschrieben wird. Das wäre dann mindestens die dritte schwere Luft-Boden beziehungsweise Boden-Boden-Waffe aus ukrainischer Produktion neben der „Palyanitsya“-Raketendrohne und dem „Neptune“-Marschflugkörper. „Heute stammen Schätzungen zufolge 30 bis 40 Prozent der Waffen, die unsere Truppen an der Front einsetzen, aus der Ukraine“, sagte Oleksandr Kamyschin gegenüber Kyiv Independent.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Der Industrielle aus dem Kreis um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wollte mit dieser Aussage auch über den aktuellen Frontverlauf hinausblicken: „Ich bin zuversichtlich, dass wir nach unserem Sieg ukrainische Waffen in die ganze Welt exportieren werden.“ Das hieße, dass mit der „Flamingo“ auch dem deutschen Taurus-Marschflugkörper Konkurrenz für einen kommenden Waffengang der Nato gegen Russland erwachsen könnte. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte eine Lieferung dieser Luft-Boden-Langstreckenbombe an die Ukraine immerhin für möglich gehalten – und damit das konsequente Nein des vorherigen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) aufgeweicht.

Von Kiew schon lange angefragt: der Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.

Wenn die Lieferung in ein Gesamtkonzept der westlichen Unterstützer eingebettet gewesen wäre, wie Merz betont hat. Lange hatte die Ukraine um diese Waffe fast schon gebettelt, um damit das Übel des Ukraine-Krieges an der Wurzel zu packen und Angriffe auf Putins Kernland führen zu können. Was jetzt für die Verteidiger aus eigener Kraft möglich werden könnte; Luftlinie liegen die beiden Hauptstädte Kiew und Moskau rund 800 Kilometer entfernt, St. Petersburg ist nur etwas mehr als 200 Kilometer weiter weg. Allerdings hätten diese Ziele auch schon in Reichweite des von der Ukraine entwickelten Marschflugkörpers „Long Neptune“ gelegen.

Raketen im Ukraine-Krieg: Bisher sind keine Attacken auf russische Schaltzentralen bekannt geworden

Aber bisher sind keine Attacken auf russische Schaltzentralen bekannt geworden; möglicherweise hat sich die Ukraine also mehr versprochen, als die Waffen halten können, oder die Ukraine hatte eh nie vorgehabt, den Kreml direkt anzugehen. Die Befürchtungen der vorherigen deutschen Bundesregierung unter SPD-Regie könnten also grundlos gewesen sein. Tatsächlich existieren von der „Flamingo“-„Wunderwaffe“ lediglich ein Miniatur-Modell als Ausstellungsstück sowie ein Foto, das ein Fotojournalist der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) gemacht und dann zuerst auf seinem persönlichen Facebook-Account hochgeladen haben soll.

„Der von Russland besetzte Anteil des ukrainischen Staatsgebiets ist von Ende 2023 bis heute lediglich von rund 18 auf etwa 19 Prozent gestiegen. Entsprechend überzeugt ist Kiew davon, genügend Zeit zu haben, um die eigene Position sowohl diplomatisch als auch militärisch zu stärken.“

Dmytro Kuleba, Friedrich Ebert Stiftung

Der in der Ukraine entwickelte Langstrecken-Marschflugkörper Flamingo ist in die Serienproduktion gegangen, berichtete der Fotojournalist Efrem Lukatsky von AP am 17. August“, schreibt Dmytro Basmat für Kyiv Independent. Weitere Details fehlen. Die Abbildung zeigt zwei auf jeweils einem eigenen Tieflader montierte Raketen, die oben auf ihrem Rumpf vermutlich ihren Antrieb tragen – und damit wie eine moderne Variante der vom Hitler-Regime gebauten und letztendlich erfolglosen V1-Rakete aussehen. Von einer modernen Anmutung wie die des Taurus-Marschflugkörpers keine Spur.

Die Waffe sieht nach einer Konstruktion mit Bordmitteln aus, das Bild davon wie heimlich und verstohlen geknipst. Die Palyanitsya“-Raketendrohne und den „Neptune“-Marschflugkörper hatte die Ukraine selbstbewusster und vollmundiger angekündigt. „Das ukrainische Militär hat sich bisher nicht zu der gemeldeten Produktion geäußert. Der Produktionszeitplan wurde nicht bekannt gegeben, und es bleibt unklar, wann die Flamingo-Raketen regelmäßig auf dem Schlachtfeld zum Einsatz kommen werden“, schreibt Dmytro Basmat weiter.

Ukraine setzt alle Hoffnung auf jeden einzelnen Taurus-Klon: „Das ist unser Trumpf“

Während verschiedene Medien also herausposaunen, dass die Ukraine die Produktion der „Flamingo“ starte, hat sich Veronika Melkozerova zuletzt im März kritisch über die neuen Waffen geäußert. Zwar hatte die Ukraine zu der Zeit mit der „Long Neptune“ einen Schlag gelandet auf eine Ölraffinerie in Tuapse, rund 1.000 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet in der russischen Region Krasnodar entfernt. Der Angriff löste einen Brand aus, dessen Löschung drei Tage dauerte, wie die Autorin für das Magazin Politico festgehalten hat. Zudem hat sie notiert, was der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Welt nach diesem Angriff hatte wissen lassen wollen. „Wir sind mit den Ergebnissen von Long Neptune zufrieden.“

Ansonsten aber herrscht Schweigen über etwaige Erfolge dieser Waffe auf russischem Gebiet – „Im Wesentlichen hat Putin Trump stillschweigend bestätigt, wie sehr unsere tiefen Schläge dem russischen Energiesektor schaden. Das ist unser Trumpf“, zitierte Melkozerova in Politico einen Facebook-Post des ukrainischen Abgeordneten Roman Lozinskyi. Seit diesem Schlag ist fast ein halbes Jahr vergangen und von größeren Versorgungslücken scheinen die Verteidiger an den Kontaktlinien wenig zu spüren. Russland drückt dagegen mit Glasfaserdrohnen gegen das Militär und mit Shahed-Drohnen gegen das zivile Leben; das ist eine neue Realität, an der die „Long Neptune“ bisher wenig ändern konnte.

Experten zweifeln an Putin-Entgegenkommen: Ein Waffenstillstand sei in der Ukraine nicht in Sicht

Ende 2024 wollte Wolodymyr Selenskyj 100 dieser Art von Raketen produziert haben; bis Ende 2025 rund 3.000. Raketen wie auch die Raketendrohne „Palianytsia“ – „die russische Militärflugplätze angreifen und ,das Angriffspotenzial des Feindes zerstören‘ soll“, wie Chris York im Kyiv Independent geschrieben hat. Das war Mitte August 2024; in diesem Jahr bis heute ist kein solcher Erfolg der „Palianytsia“ publik geworden. Weil sich möglicherweise kein solcher Erfolg eingestellt hat. Laut York sei die Ukraine stolz gewesen auf die Entwicklung dieser Waffe, weil sie bis zur Einsatzreife offenbar nur eineinhalb Jahre gebraucht hätte.

Nach dem erfolgreichen Schlag gegen die Ölraffinerie sei in Sozialen Netzwerken ein Video zur Palianytsia“ aufgetaucht, ohne viel Erkenntnisse, dafür aber mit viel Geheimniskrämerei, wie York berichtet: „Die Motivation ist groß: Je früher Palianytsia bereit ist, desto mehr Leben kann es schützen und desto weniger Leid wird die Zivilbevölkerung ertragen müssen“, lautete einer der Kernsätze des Clips, wie das Online-Medium wiedergibt.

Die Veröffentlichung des „Flamingo“ folgt einem ähnlichen Prinzip – das veröffentlichte Foto steckt voller Verheißung, ohne jedoch konkret zu werden. Aber das Bild wirft wieder Kohlen ins Feuer der Leidenschaft. Ein Waffenstillstand sei in der Ukraine nicht in Sicht, schreibt Dmytro Kuleba. Dem Analysten des deutschen Thinktanks Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge hätten beide Seiten starke Anreize weiterzukämpfen. Den Grund dafür sieht er darin, dass Russland als das Land, das „angeblich alle Trümpfe in der Hand hält“, wie er schreibt, tatsächlich militärisch kläglich versagt.

Offenbar hat noch keine Waffe auf der einen oder anderen Seite dazu verholfen, den Gegner entscheidend und damit unwiederbringlich zurückzuwerfen – die „Flamingo“ ist zwangsweise der nächste Träger der Hoffnung. Wie Dmytro Kuleba formuliert: „Der von Russland besetzte Anteil des ukrainischen Staatsgebiets ist von Ende 2023 bis heute lediglich von rund 18 auf etwa 19 Prozent gestiegen. Entsprechend überzeugt ist Kiew davon, genügend Zeit zu haben, um die eigene Position sowohl diplomatisch als auch militärisch zu stärken.“

Rubriklistenbild: © IMAGO / Political-Moments

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