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Alle Wechsel im Überblick

Warken, Linnemann, Amthor: Merz verkündet Regierungs-Rochade – Statement sorgt für Verwunderung

Thorsten Frei, Nina Warken, Carsten Linnemann, Franziska Hoppermann und Philipp Amthor: Auf dem Personalkarussell von Kanzler Merz ist einiges los.

Update, 10.30 Uhr: Spannende Entwicklungen kurz nach der Pressekonferenz von Friedrich Merz. Am Morgen hatte der Kanzler seine Kabinettsumbildung verkündet (siehe voriges Update). Kurz vor dem Statement wurde vermeldet, dass Merz außerdem Verkehrsminister Patrick Schnieder austauschen lassen wolle. Zur Verwunderung vieler hatte sich der Kanzler während seines Auftritts allerdings nicht dazu geäußert. Nun soll klar sein, warum.

Denn wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, soll der Favorit auf die Nachfolge Schnieders, Fritz Güntzler, dem Kanzler am Morgen für das Amt abgesagt haben. Das Medium schreibt weiterhin, dass Merz wohl deshalb keine Äußerungen zum Verkehrsministerium tätigte, da eben noch kein Nachfolger damit fix gefunden sei.

Update, 9:25 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einer Pressekonferenz bestätigt, dass das Kabinett umgebildet wird. Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken wechselt auf den Posten der Kanzleramtsministerin. Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernimmt von Warken das Gesundheitsressort. Zugleich hat er eine weitere Umgestaltung angekündigt. „Es wird weitere Veränderungen geben“, sagte der CDU-Chef in Berlin. Das bisherige Wechselspiel im Überblick:

  • Thorsten Frei wird Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
  • Nina Warken (CDU), bisher Gesundheitsministerin, wird neue Kanzleramtschefin.
  • Carsten Linnemann, bisheriger CDU-Generalsekretär, folgt Warken als Gesundheitsminister nach.
  • Philipp Amthor (CDU), bislang Parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium, löst Michael Meister als Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt ab.
Presskonferenz in Berlin: Friedrich Merz, Nina Warken, Carsten Linnemann (rechts) und Philipp Amthor (links).

Merz baut nach Spahn-Rücktritt Regierung um

Update, 9:15 Uhr: Bundeskanzler Merz sagte, es wird weitere Veränderungen im Bundeskabinett geben. Aber er gibt sie noch nicht bekannt. „Dazu werde ich Sie zu gegebener Zeit informieren“, sagte Merz. Darüber müsse aber erst noch beraten werden. Dabei geht es offenbar um den Austausch von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Zu dieser Personalie äußerte Merz sich allerdings nicht – zur Verwunderung einiger. Das Schweigen über Schnieder nannte etwa auch Reporter Gerd-Joachim von Fallois im Nachgespräch beim Sender Phoenix die „ganz große Überraschung“ des Pressestatements.

Update, 9:10 Uhr: Merz erklärt, dass Philipp Amthor die Koordinierung der Beziehungen zwischen Bund und Länder verantworten wird. Er sei gut vernetzt, „ein guter Politiker, aber auch Jurist“. Merz dankt im Anschluss Amthors Vorgänger Michael Meister.

Update, 9:08 Uhr: Danach verkündet Merz, dass CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ins Kabinett wechseln und das Gesundheitsressort übernehmen wird. Das Ministerium sei zu einem zentralen Reformbaustein seiner Regierung geworden. Man wolle Warkens Reformkurs beibehalten. Dafür benötige es einen „durchsetzungsstarken Minister, der auch Gegenwind aushält“. 

Update, 9:05 Uhr: Merz dankt zunächst dem früheren Kanzleramtsminister und neuen Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU im Bundestag, Thorsten Frei. Er habe tolle Arbeit geleistet, Merz sei dankbar, dass er seine neue Rolle annimmt. Dann verkündet er, dass Nina Warken als erste Frau Chefin des Bundeskanzleramtes werden soll. „Nina Warken ist eine harte Verhandlerin. Sie ist durchsetzungsstark.“ 

Update, 9:00 Uhr: In Berlin ist Bundeskanzler Merz nun vors Mikrofon getreten, um den Kabinettsumbau vorzustellen. Die Entscheidungen, die heute verkündet werden, beträfen aber nur das Bundeskabinett. Über Änderungen in der CDU werde noch in Gremien beraten.

Update, 8:40 Uhr: Der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef hat ein wahres Personalkarussell ausgelöst. Ob zu den bisher genannten Personalien noch weitere hinzukommen, ist offen. Am Morgen kündigte das Kanzleramt für 9.00 Uhr eine Erklärung von Kanzler Friedrich Merz in Berlin an. 

Update, 7:40 Uhr: Offenbar ist zumindest noch ein weiterer Personalwechsel in der Bundesregierung geplant. Nach Informationen von Table.Briefings will Kanzler Merz auch den Verkehrsminister austauschen: Aus CDU-Kreisen verlautete demnach, dass der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler auf Patrick Schnieder folgen soll. Der 60-jährige Wirtschaftsprüfer ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Göttingen.

Spahn-Rücktritt löst Personalumbau in Merz-Regierung und CDU aus

Erstmeldung: Der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat eine Personalrochade zur Folge. Nach dem Wechsel an der Spitze der Unionsfraktion baut Kanzler Friedrich Merz auch die Bundesregierung und sogar die Parteiführung um. Sein Personalpaket, das er aller Voraussicht nach am Freitag (24. Juli) präsentieren wird, fällt voraussichtlich umfangreicher aus als zunächst erwartet.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll Medienberichten zufolge neue Kanzleramtschefin werden. An die Spitze des Gesundheitsministeriums soll dann CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rücken. Dass Kanzleramtschef Thorsten Frei den zurückgetretenen Fraktionschef Jens Spahn ablösen soll, kündigte Merz schon am Mittwoch an. Warken wäre die erste Frau an der Spitze des Kanzleramts.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Warken an der Spitze des Kanzleramts: Merz setzt auf durchsetzungsfähige Frau

In Warken holt sich Merz eine Ministerin ins Kanzleramt, die mit dem Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung gerade einen wichtigen Teil des Reformpakets umgesetzt hat. Sie gilt als klar in ihrer Linie und durchsetzungsfähig. Im Kanzleramt muss sie die Arbeit der Koalition und die Zusammenarbeit mit den Ländern koordinieren. 

Mit der Entscheidung für eine Frau – Warken ist zugleich Vorsitzende der Frauen Union – tritt Merz dem Vorwurf entgegen, das Kanzleramt sei ein reiner Männerverein. Alle seine engsten Berater sind derzeit Männer: die beiden wichtigen Abteilungsleiter für Außen- und Wirtschaftspolitik, der Regierungssprecher, der Kanzleramtschef und sein Büroleiter. 

Warken wird die erste Frau der Union im Koalitionsausschuss sein.

Auch im Koalitionsausschuss, dem wichtigsten Entscheidungsgremium des schwarz-roten Regierungsbündnisses neben dem Kabinett, wird die Union mit Warken nun eine Frau haben. Bisher war die SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin Bärbel Bas die einzige Frau in dem Gremium. 

Linnemann schafft es mit Verzögerung ins Kabinett

Linnemann hätte bereits nach der Bundestagswahl ins Kabinett wechseln können, entschied sich damals aber für die Parteizentrale. In den ersten rund 15 Monaten der schwarz-roten Koalition hatte er dort im Schatten von Merz keinen leichten Stand. Als neuer Gesundheitsminister muss er nun mitten in laufende Reformprozesse einsteigen und die Pflegereform stemmen.

Er gilt als Experte für Wirtschaft und Soziales, der sich als Generalsekretär aber auch schon mit markanten Aussagen zur Gesundheitspolitik zu Wort gemeldet hat – etwa mit der Forderung, die gut 90 gesetzlichen Krankenkassen drastisch zu reduzieren: „Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.“

Carsten Linnemann hätte auch gleich nach der Bundestagswahl Minister werden können.

Aus der Opposition kam bereits vor der offiziellen Verkündung Kritik an dieser Personalie. Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Janosch Dahmen, sagte der Augsburger Allgemeinen, gerade wegen der großen Aufgabe „werden sich viele Beschäftigte, Patientinnen und Patienten fragen, welches Signal diese Personalentscheidung“ sendet. Auch der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar äußerte sich gegenüber der Rheinischen Post kritisch: „Linnemann ist ein sozialpolitischer Hardliner und das lässt Schlimmes befürchten.“

Hoppermann und Amthor: neue Aufgaben in schwierigen Zeiten

Die 44-jährige Diplomkauffrau Hoppermann sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag und gehört dem Haushaltsausschuss sowie dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Als künftige CDU-Generalsekretärin stehen ihr mit den drei Landtagswahlen im September wichtige und womöglich turbulente Zeiten bevor. Ihr Vorteil: Für mögliche Wahlniederlagen kann sie aufgrund der Kürze der Zeit kaum verantwortlich gemacht werden.

Die Geschäfte im Konrad-Adenauer-Haus führt mit Franziska Hoppermann künftig eine Frau.

Der 33-jährige Amthor kümmerte sich im Digitalministerium zuletzt vor allem um den Bürokratieabbau. Mit der Ablösung Michael Meisters reagiert Merz auf die große Unzufriedenheit der Landesregierungen mit der Koordination der Regierungsarbeit mit den Ländern. Da Amthor aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, wo am 20. September gewählt wird, könnte die Personalie der CDU dort „ein wenig Rückenwind“ verschaffen. In den Umfragen zur MV-Wahl liegt sie derzeit bei etwa zehn Prozent.

Auf Philipp Amthor wartet eine neue Aufgabe.

Spahn löst Personalrochade aus

Ausgangspunkt der gesamten Personalrochade war der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef am 18. Juli. Zuvor hatte er öffentlich gemacht, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn in der CDU mitgetragen hat. Mit seinem Rückzug reagierte Spahn auf scharfe Kritik auch innerhalb der Union an seinem Verhalten. Bisher hat sich der 46-Jährige aus Nordrhein-Westfalen nicht dazu geäußert, ob er sein Bundestagsmandat behalten will. (Quellen: dpa, AFP, Tagesschau, Augsburger Allgemeine, Rheinische Post) (cs)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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