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Öl-Lieferungen für Mullah-Militär
Details zum gekaperten Russland-Tanker aufgetaucht: US-Soldaten lassen Putin-Deal mit Iran platzen
Die USA gehen im Atlantik gegen die russische Schattenflotte vor. Der Tanker „Bella 1“ war unterwegs nach Venezuela – doch es gibt auch eine Verbindung zum Iran.
Washington, D. C./Moskau – Am Mittwoch (7. Januar) haben US-Spezialkräfte einen russischen Öltanker im Atlantik gekapert. Die Aktion dürfte wohl den Druck auf Kreml-Chef Wladimir Putin erhöhen. Doch auch eine mögliche Verbindung zum Iran rückt in den Mittelpunkt. Den maroden Tanker, Teil der russischen Schattenflotte, hatte die US-Regierung bereits 2024 sanktioniert, da er iranisches Öl transportierte.
Außerdem soll der Eigentümer des Schiffs, die „Louis Marine Shipholding“ aus Panama, laut US-Angaben für die vom Iran unterstützte Terrormiliz Hisbollah Güter transportiert haben. In einem Vermerk der US-Behörde OFAC (Office of Foreign Assets Control) heißt es, die Firma habe Verbindungen zur Islamischen Revolutionsgarde im Iran.
Trump-Regierung beschlagnahmt Schiff der russischen Schattenflotte – Verbindungen zum Iran
Das britische Verteidigungsministerium, das die US-Streitkräfte bei der Übernahme des Tankers unterstützt hatte, schreibt dazu: „Seit mehreren Jahren gibt es Hinweise darauf, dass „Bella 1“ in illegale Aktivitäten verwickelt ist, die mit internationalem Terrorismus und Kriminalität, einschließlich der Hisbollah, in Verbindung stehen und Teil eines Netzwerks zunehmender Schattenaktivitäten sind, das weltweit ruchlose Aktivitäten fördert und finanziert.“
Die Verbindung der „Bella 1“ zum Iran und dem Mullah-Regime bestätigt auch eine Recherche der Bild-Zeitung. Aus Dokumenten geht hervor, dass das Schiff auch für die „Onden General Trading LLC“ im Einsatz war. „Onden General Trading“ ist ansässig in den Vereinigten Arabischen Emiraten und gehört zu einem Netzwerk, über das das iranische Militär illegalen Handel und Drohnen-Lieferungen durchführt.
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Iran als großer Unterstützer Moskaus im Ukraine-Krieg
Iran ist vor allem seit Beginn des Ukraine-Kriegs ein großer Unterstützer Moskaus. Das Mullah-Regime in Teheran steht dem Kreml sowohl diplomatisch als auch militärisch zur Seite. Etwa stimmte Teheran gegen Resolutionen der UN, die Russland für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine verurteilen. Außerdem liefert der Iran die Shahed-Kamikazedrohnen an Russland, die im Ukraine-Krieg immer wieder gegen ukrainische Städte zum Einsatz kommen.
Vergangenen Monat unternahm die US-Küstenwache bereits einen Versuch, das Schiff zu stoppen. Im Dezember fuhr der Öltanker noch unter der Flagge des südamerikanischen Landes Guyana in Richtung Venezuelas. Die Crew des Tankers stoppte die Bemühungen der Küstenwache, indem sie in den Atlantik abdrehte. Wenig später malte die Besatzung eine russische Flagge auf das Schiff und der Tanker tauchte plötzlich in einem russischen Schiffsregister unter dem Namen „Marinera“ auf.
Russland entsandte U-Boot, um Bella 1 zu eskortieren – Moskau reagiert empört auf US-Aktion
Besonders brisant: Laut US-Angaben soll der Kreml zur sicheren Eskorte des Tankers ein russisches U-Boot ausgesandt haben. Die russische Regierung soll einem Bericht der New York Times zufolge die US-Regierung sogar darum gebeten haben, das Schiff nicht abzufangen. Russland verurteilte die Aktion der US-Spezialkräfte scharf und erklärte: „Kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß in den Hoheitsgebieten anderer Nationen registriert sind.“ Das russische Außenministerium forderte die USA dazu auf, die russischen Bürger an Bord der „Bella 1“ in ihr Heimatland zurückkehren zu lassen, wie die russische Nachrichtenagentur Tass schreibt.
Zunächst scheint die US-Aktion im Atlantik vor allem gegen Venezuela gerichtet zu sein und nicht explizit gegen die russische Schattenflotte. Vergangenen Monat hatte US-Präsident Donald Trump eine Blockade gegen sanktionierte Öltanker, die Venezuelas Häfen verlassen oder als Ziel haben, angeordnet. Die US-Küstenwache beschlagnahmte fast zeitgleich ein anderes Schiff, die M/T Sophia, das von Venezuela kam und Öl geladen hatte, wie NBC News berichtet. Dennoch dürfte die Aktion der Trump-Regierung auch den Druck auf Wladimir Putin erhöhen – gerade mit Blick auf die andauernden Friedensverhandlungen zum Ukraine-Krieg. (Quellen: NBC/Bild/CNN/eigene Recherche) (sischr)