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Mögliche US-Intervention
Mullah-Regime droht: Trump riskiert im Iran regionale Eskalation
Trump erwägt einen Militärschlag zur Unterstützung der Demonstranten. Israel ist in Alarmbereitschaft. Der Iran droht mit Vergeltung gegen US-Basen.
Teheran – Die Proteste im Iran halten bereits seit zwei Wochen an. Derweil hat US-Präsident Donald Trump eine Einmischung angedroht, falls es bei Zusammenstößen der Protestierenden mit den Sicherheitskräften des Regimes weiter zu Todesfällen kommt. Seine Berater halten allerdings wenig von einem Vorgehen, das die gesamte Region destabilisieren könnte. Und sowohl das Regime im Iran, als auch sein erklärter Erzfeind Israel scharren angesichts einer US-Intervention bereits mit den Hufen.
Trotz des brutalen Vorgehens des Regimes kehrten am Samstagabend (10. Januar) zahlreiche iranische Demonstranten auf die Straße zurück. Ein von der Nachrichtenagentur AFP verifiziertes Video zeigt, wie die Protestierenden im Norden Teherans auf Töpfe schlugen und mit Slogans ihre Unterstützung für die Familie des 1979 gestürzten Schahs zu Ausdruck brachten. Über dem Punak-Platz wurde Feuerwerk abgebrannt. Sie widersetzten sich damit der Anweisung, zu Hause zu bleiben, und riskierten so, ins Visier der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) zu geraten, die das Feuer auf Demonstranten eröffnet hat, um die Proteste zu unterdrücken, die das Regime zu stürzen drohen.
Trump erhält Zielliste mit Sicherheitsdiensten: Mehrere militärische Optionen vorgestellt
Laut der iranischen NGO ‚Human Rights Activists News Agency‘ (HRAI) wurde in den vergangenen vierzehn Tagen an 574 Protestorten in allen 31 Provinzen des Landes demonstriert. Insgesamt sei es dabei zu 2.638 Festnahmen gekommen. Inzwischen sei der Tod von 116 Personen im Kontext der Proteste bestätigt (Stand: 10. Januar). Andere Quellen zeichnen ein ähnliches Bild. Iranische Ärzte berichten, dass die Krankenhäuser im ganzen Land mit Menschen überfüllt seien, die Schussverletzungen erlitten hätten. Ihnen zufolge ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen. Familien seien nach wie vor zu verängstigt, um Todesfälle zu melden, und auch in den Krankenhäusern komme es zu Verhaftungen.
Angesichts der anhaltenden Eskalation zieht US-Präsident offenbar militärische Maßnahmen in Betracht. Trump, der die iranischen Sicherheitskräfte zuvor gewarnt hatte, keine tödliche Gewalt anzuwenden, erklärte am Samstag auf Truth Social, dass der Iran „auf der Suche nach FREIHEIT“ sei und die USA „bereit seien, zu helfen“. Der Kommentar wurde später von Pete Hegseth, dem US-Verteidigungsminister, geteilt.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
CIA-Operationen oder grünes Licht für Israel: Trump-Beamte erzielen keinen Konsens über Vorgehen
Wie die britische Zeitung The Telegraph schreibt, hat Trump eine Liste mit Zielen erhalten, darunter Teile der Sicherheitsdienste, die für die gewaltsame Niederschlagung von Demonstrationen verantwortlich sind. Zahlreiche Optionen seien ihm vorgestellt worden, so der Bericht, darunter Angriffe auf nichtmilitärische Ziele in Teheran oder auf den Sicherheitsapparat des Regimes. Ehemaligen Pentagon-Beamten zufolge gehören zu den Vorschlägen auch verdeckte CIA-Operationen zur Destabilisierung Teherans oder grünes Licht für Angriffe durch Israel.
Während eine Quelle angegeben habe, dass ein großangelegter Angriff diskutiert worden sei, habe eine andere erklärt, dass die Beamten keinen Konsens erzielt hätten. US-Kommandeure in der Region hätten zudem mitgeteilt, dass sie „die Positionen des US-Militärs konsolidieren und Verteidigungsmaßnahmen vorbereiten“ müssen, bevor sie Angriffe durchführen, oder Vergeltungsmaßnahmen auslösen könnten.
IDF könnte eigene Zielliste nutzen: Iran droht mit Angriffen auf Israel und US-Basen
Für den Fall eines US-Angriffs befindet sich das israelische Militär Berichten zufolge in höchster Alarmbereitschaft. Was dies genau bedeutet, sagten die drei mit dem Vorgang vertrauten Personen laut der Nachrichtenagentur dpa nicht. Benjamin Netanjahu hat in den letzten Wochen wiederholt gewarnt, dass er Iran nicht erlauben werde, seine Nuklear- oder Raketenprogramme wieder aufzubauen. Die IDF könnte US-Luftangriffe als Gelegenheit nutzen, um ihre eigene Liste von Zielen zu zerstören. Einem US‑Beamten zufolge sprachen Netanjahu und US-Außenminister Marco Rubio am Samstag über die Möglichkeit einer US-Intervention im Iran.
Gleichzeitig droht der Iran Israel und den USA, sollten diese die landesweiten Proteste gegen die autoritäre Staatsführung militärisch unterstützen. Jeder US-Angriff werde Attacken auf Israel sowie regionale amerikanische Militärstützpunkte als „legitime Ziele“ nach sich ziehen, so Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf auf X. (Quellen: AFP, dpa, HRAI, The Telegraph, X) (tpn)