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Machado und weitere Namen

Nach Trumps Venezuela-Schlag: Wer könnte auf Maduro folgen?

Mit der Festnahme von Nicolás Maduro geht die Suche nach einem Nachfolger für Venezuelas Präsidenten einher. Gehandelt wird auch María Corina Machado.

Caracas – Knapp 13 Jahre lang herrschte Nicolás Maduro in Venezuela wie ein Diktator. Nun ist seine Zeit an der Macht beendet. Die USA haben das Staatsoberhaupt aus Caracas im Rahmen einer Militäroperation festgenommen. Laut US-Präsident Donald Trump wurden Maduro und dessen Frau Cilia Flores außer Landes gebracht. Das südamerikanische Land ist damit führungslos. Es drängen sich gleich mehrere Kandidaten auf, um das Machtvakuum zu füllen.

Nicolás Maduro muss seinen Hut nehmen, die Nachfolge geregelt werden: In Venezuela könnte die Stunde von Oppositionspolitikerin María Corina Machado schlagen.

Der international bekannteste Name ist dabei María Corina Machado, die erst vor wenigen Wochen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Diesen erhielt sie für ihren Einsatz „für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie“ in Venezuela. Die wichtigste Oppositionspolitikerin war von den Wahlen im Sommer 2024 ausgeschlossen worden und fortan treibende Kraft hinter der Kampagne von Edmundo González, der von den USA, der EU und mehreren lateinamerikanischen Ländern als eigentlicher Wahlsieger anerkannt wird.

Maduro-Nachfolge: Machado hätte wohl ein Problem mit der Justiz

Machado gilt als schärfste politische Gegnerin der autoritären linken Führung in Caracas. Zugleich ließ die 58-Jährige eine klare Distanzierung von US-Drohungen vermissen. Bei einer Pressekonferenz entgegnete sie auf die Frage, ob sie eine militärische Intervention der USA begrüßen würde, dass Venezuela bereits einen Einmarsch erlebe. In diesem Zusammenhang verwies sie auf russische und iranische Kräfte sowie auf Kartelle. Maduro warf sie vor, das Land ins kriminelle Zentrum Amerikas verwandelt zu haben.

Zudem begrüßte Machado ausdrücklich den internationalen Druck auf den Machthaber und dessen Einnahmequellen. Sie lebt seit über einem Jahr im Untergrund. Zur Entgegennahme des Nobelpreises reiste sie unter strenger Geheimhaltung nach Oslo und kündigte nach ihrer Ausreise an, nach Venezuela zurückzukehren. Angesichts des Drucks durch Sicherheitskräfte und Justiz ist es jedoch fraglich, ob sie in ihrem Heimatland politisch handlungsfähig wäre.

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Machado als Maduro-Nachfolgerin? „Wäre die Macht hinter dem Thron“

In der britischen Zeitung The Telegraph sagte der Historiker Miguel Tinker Salas über die Ausgangslage für González und Machado: „Jeder weiß, dass er nur ein Platzhalter für María Corina ist, deshalb besteht die wirkliche Herausforderung darin, wie sie den Übergang auf demokratische Weise bewerkstelligen könnten, ohne sich einfach auf eine Ernennung zu verlassen.“

Auch Phil Gunson vom Thinktank International Crisis Group erwähnt, dass Machado González „wirklich an die Hand genommen“ und für den eigentlichen Wahlsieg gesorgt habe. „Ich glaube nicht, dass sie ihm das Präsidentenamt absprechen oder es ihm zu verwehren versuchen würde, aber sie wäre die Macht hinter dem Thron“, betont der Experte für die Anden-Region.

Dazu passt ein Post auf Machados X-Account. In diesem verbreitet sie neben der Botschaft „Die Zeit der Freiheit ist gekommen“ ein von ihr unterschriebenes Dokument, auf dem die Einsetzung von González als Maduro-Nachfolger gefordert wird. Er habe die Wahl vor anderthalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun unverzüglich antreten.

Venezuela sucht Nachfolger von Maduro: González fehlt die Machtbasis

González lebt im spanischen Exil, seit sich Maduro nach der von Betrugsvorwürfen begleiteten Wahl für eine dritte Amtszeit vereidigen ließ. Der 76-Jährige ist in Venezuela ein politischer Außenseiter ohne eigene Machtbasis und trat erst als Präsidentschaftskandidat an, nachdem Machado ausgeschlossen worden war. Ihm mangelt es an Einfluss auf staatliche Institutionen sowie auf Militär und Sicherheitsapparate, die über den Machterhalt entscheiden.

Wird von vielen Ländern als Wahlsieger angesehen, ist in Venezuela aber politisch ein Außenseiter: Edmundo González fehlt es an Einfluss auf die wichtigsten Institutionen.

Laut der Verfassung müsste Vizepräsidentin Delcy Rodríguez auf Maduro folgen. Die 56-Jährige steht für die Kontinuität des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und prägte bereits während ihrer Zeit als Außenministerin von 2014 bis 2017 den konfrontativen Kurs gegen die USA. Diesen setzte sie als Vizepräsidentin fort.

Für Rodríguez werden die kommenden Tage und Wochen eine besondere Belastungsprobe. Während sich Maduro in US-Gewahrsam befindet, muss sie die Reaktion auf die Angriffe koordinieren, die Milizen aktivieren und die Verbindung zu Verbündeten wie Russland, China und dem Iran halten. Also muss sie beweisen, dass sie das Land im Ausnahmezustand führen kann.

Aussichtsreiche Nachfolge-Kandidaten für Nicolás Maduro

María Corina Machado (Oppositionspolitikerin und schärfste politische Gegnerin der Führung)

Edmundo González (Präsidentschaftskandidat und Maduro-Kontrahent, der von USA und EU als Wahlsieger anerkannt wird)

Delcy Rodríguez (Vizepräsidentin und ehemalige Außenministerin)

Vladimir Padrino López (Verteidigungsminister)

Diosdado Cabello (Innenminister)

Machtvakuum in Venezuela: Setzt sich der starke Mann des Militärs an die Spitze?

Womöglich übernimmt dabei auch Vladimir Padrino López eine wichtige Rolle. Der Verteidigungsminister kontrolliert neben dem Militär auch Schlüsselbereiche der Wirtschaft und Verwaltung, darunter Häfen, die Lebensmittelverteilung und staatliche Programme.

Weiß das venezolanische Militär hinter sich: Verteidigungsminister Vladimir Padrino López könnte seine Macht ausweiten.

Ohne den starken Mann des Militärs kann in Venezuela kein Präsident regieren. Daher wäre auch Rodríguez auf den 62-Jährigen angewiesen. Folglich halten es Beobachter für möglich, dass Padrino als Königsmacher das letzte Wort haben und etwa Innenminister Diosdado Cabello oder sich selbst an die Spitze einer Übergangsregierung setzen könnte.

Trump äußerte sich derweil auf einer Pressekonferenz auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago über das weitere Vorgehen aus der Sicht Washingtons. „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können“, gab der Republikaner die Marschroute für Venezuela vor. (Quellen: Deutsche Presse-Agentur, The Telegraph, X) (mg, dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Anadolu Agency, IMAGO / NTB

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