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Liberale Zukunft
Lindner gibt nach Bundestagswahl auf – was auf den Noch-FDP-Chef zukommt
Christian Lindner beendet nach dem Wahlfiasko der FDP bei der Bundestagswahl seine politische Laufbahn. Es wird nun über seine berufliche Zukunft spekuliert.
Berlin – Was macht Christian Lindner jetzt? Der FDP-Chef hat nach der Niederlage seiner Partei bei der Bundestagswahl seinen Rückzug angekündigt. „Nun scheide ich aus der aktiven Politik aus“, schrieb Lindner am späten Sonntagabend im Online-Dienst X. Doch wie es für Lindner jetzt weitergeht, steht bisher offen.
In der FDP war Lindner vor allem als begabter Rhetoriker und unangefochtener Parteichef präsent. Dass er es schon als Jugendlicher mit einer Marketingagentur zu viel Geld und noch während des Zivildienstes zu seinem ersten Porsche brachte, kam bei den Liberalen gut an. „Probleme sind nur dornige Chancen“, sagte Lindner 1997 als Schüler.
Jubel und Entsetzen: Promis und Politiker reagieren auf Bundestagswahl
Christian Lindner verlässt Politik nach 25 Jahren – wegen FDP-Debakel bei Bundestagswahl
Lindner wurde nach dem ersten Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag 2013 zum Parteichef und war von 2021 bis 2024 Bundesfinanzminister. Wie es nun nach Ende seiner Polit-Karriere weitergeht? Bisher ist noch nichts Konkretes bekannt. Zunächst muss er wohl mit der öffentlichen Häme und der Tatsache auskommen, dass sein Lebenswerk aktuell ein Scherbenhaufen ist. Hochrechnungen sehen die FDP unter fünf Prozent, aller Voraussicht nach ist sie somit nicht im Bundestag vertreten.
„Die Bundestagswahl brachte eine Niederlage für die FDP, aber hoffentlich einen Neuanfang für Deutschland“, schrieb Lindner weiter. „Dafür hatte ich gekämpft.“ Er gehe nun „mit nur einem Gefühl: Dankbarkeit für fast 25 intensive, herausfordernde Jahre voller Gestaltung und Debatte.“
Wird Lindner Lobbyist? Nach FDP-Schlappe bei Bundestagswahl könnte er in die Wirtschaft gehen
Lindner ist als überzeugter Liberaler eng mit der Wirtschaft vernetzt und könnte wie viele vor ihm etwa eine Position als Berater annehmen. Selbst nach großen politischen Niederlagen und Skandalen haben Ex-Politiker noch Karrieren gemacht: CSU-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg ist etwa als Lobbyist, Unternehmensberater, Fernsehmoderator und Autor tätig; Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist als Wirtschaftsanwalt und Lobbyist unterwegs; Hessens ehemaliger CDU-Ministerpräsident Roland Koch war im Anschluss an sein politisches Amt Vorstandsvorsitzender des deutschen Baukonzerns Bilfinger und lehrt an einer Hochschule.
Österreichs Ex-Skandalkanzler Sebastian Kurz migrierte nach seinem politischen Aus durch die Ibiza-Affäre sogar in die USA – und machte dort Karriere. Heute unterhält er als Investor und Unternehmer Büros in Abu Dhabi, Dubai und Tel Aviv-Jaffa. An Möglichkeiten scheint es Christian Lindner also trotz seiner politischen Ernüchterung nicht zu mangeln.
Christian Lindner (mitte) spricht bei der FDP-Wahlparty der Freien Demokraten (FDP) im Hans-Dietrich-Genscher-Haus. FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki (l.) und Generalsekrtär Marco Buschmann (r.) applaudieren.
An Ehrgeiz fehlt es der FDP-Ikone jedenfalls nicht. Neben seiner beruflichen Karriere erwarb er beispielsweise die Rennfahrerlizenz und den Jagdschein – in den Augen seiner Kritiker Beweise seiner Abgehobenheit. Und langweilig werden dürfte ihm nicht: Lindner und seine Ehefrau, die Journalistin Franca Lehfeldt, erwarten Ende März ihr erstes gemeinsames Kind, knapp drei Jahre nach ihrer schlagzeilenträchtigen Hochzeit auf Sylt.
Nach Bundestagswahl-Debakel tritt auch FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki zurück
Und wie geht es in der FDP weiter? Lindners Rücktritt hinterlässt ein Machtvakuum in der FDP. Auf der Wahlparty ruft er: „So oder so: Ab morgen wird die Fahne der Freien Demokraten wieder aufgerichtet.“ Wer dafür infrage kommt, ist unklar. Eventuell der bisherige FDP-Generalsekretär und Ampel-Justizminister Marco Buschmann?
Neben Lindner kündigte am Sonntag auch FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki seinen Rückzug von der Parteispitze an, wenn seine Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. „Ich werde meiner Partei sagen: Ich übernehme einen Teil der Verantwortung“, sagte Kubicki. Er sei „nicht derjenige, der die Partei in den nächsten Jahren aus dem Tal des Jammers wieder herausführt.“ (lm/afp)