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Nächtlicher Drohnen-Alarm

Trump verhandelt heimlich über ein Ende im Iran-Krieg – doch Nahost-Krieg bleibt hochexplosiv

Aktuelle Lage in Nahost: Ein Deal im Iran-Krieg steht kurz bevor. Doch Trump pokert um Milliarden – während Israel das Mullah-Regime weiter bombardiert.

Die diplomatischen Drähte zwischen Washington und Teheran glühen, doch die militärische Realität am Golf spricht eine völlig andere Sprache. Denn in der Nacht zum 8. Juni hat sich die Lage erneut zugespitzt: Erst feuerte der Iran Raketen auf Israel, dann griff Israels Luftwaffe Ziele im Westen und im Zentrum des Irans an – obwohl US-Präsident Donald Trump seinen Verbündeten zuvor deutlich abgeraten hatte. Auf der Plattform X teilte die israelische Armee mit, dass man weiterhin in Einsatzbereitschaft sei. Das Militär sei bereit, gegen alle vorzugehen, die die Sicherheit Israels bedrohten, hieß es. Die iranische Staatsangentur Irib berichtete derweil von Explosionen in Teheran.

Die Lage im Iran-Krieg bleibt damit hochexplosiv. Bereits in der Nacht zu Sonntag hatten die US-Streitkräfte über der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus erneut zwei iranische Einweg-Kampfdrohnen vom Mullah-Regime abgefangen. Wie der Tagesspiegel am Sonntag (7. Juni) unter Berufung auf das zuständige US-Regionalkommando Centcom berichtet, stellten die unbemannten Flugobjekte des Mullah-Regimes eine unmittelbare Bedrohung für den internationalen Schiffsverkehr dar.

Braucht eine schnelle Lösung im Iran-Krieg: US-Präsident Donald Trump.

Lage in Nahost: US-Streitkräfte schießen Drohnen ab – Trump verhandelt aktuell über Iran-Deal

Die jüngsten Zwischenfälle führen das Paradoxon des Konflikts vor Augen: Während im Hintergrund angeblich ein historisches Interimsabkommen im Grunde unterschriftsreif paratliegen soll, droht die anhaltende Gewaltspirale am Boden den diplomatischen Durchbruch im letzten Moment zu zerreißen.

Trotz der im April 2026 vereinbarten Waffenruhe steht ein dauerhafter Friedensschluss im seit vier Monaten andauernden Iran-Krieg vor erheblichen Belastungen. Die militärische Konfrontation hatte sich zuvor verschärft, als US-Streitkräfte iranische Radarstellungen in Sirik und auf der Insel Gheschm attackierten. Laut Berichten von n-tv verurteilte das iranische Außenministerium diese Schläge scharf und erklärte offiziell: „Dieser Angriff war ein klarer Verstoß gegen die Waffenruhe vom April 2026 und eine militärische Aggression gegen die territoriale Integrität Irans.“ Teheran reagierte prompt mit Vergeltungsschlägen der Revolutionsgarden auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain. Nach Centcom-Angaben trafen Raketenangriffe dabei unter anderem auch den internationalen Flughafen von Kuwait.

Dabei liegt die diplomatische Lösung laut Recherchen der Welt bereits unterschriftsreif auf dem Tisch. Ein mühsam ausgehandeltes Interimsabkommen beinhaltet im Kern ein klassisches Tauschgeschäft: Der Iran verpflichtet sich, die Blockade der Straße von Hormus sofort aufzuheben, womit ein Fünftel des weltweiten Öltransports wieder freigegeben würde. Im Gegenzug fordern die Iraner den uneingeschränkten Zugang zu ihren Öleinnahmen, Ausnahmen von den Rohölexport-Sanktionen sowie die Aufhebung der US-Hafenblockade.

Deal im Iran-Krieg – das sind die Kernpunkte in den Verhandlungen

  • Was die USA fordern:
    – Sofortige Einstellung der Kampfhandlungen: Ein bedingungsloser und unverzüglicher Stopp aller militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran.
    – Wiedereröffnung der Straße von Hormus: Der Iran muss die Seeblockade der strategischen Wasserstraße augenblicklich aufheben und verbleibende Seeminen räumen, um den globalen Ölfluss (ein Fünftel des weltweiten Transports) wiederherzustellen.
    – Garantierte maritime Sicherheit: Schaffung eines bindenden, regionalen Rahmens, der die freie und sichere Schifffahrt im Persischen Golf dauerhaft gewährt.
    – Nukleare Beschränkungen: Der Iran muss sich formell dazu verpflichten, sein Streben nach Atomwaffen sowie die Entwicklung des entsprechenden Programms dauerhaft einzustellen.
  • Was der Iran fordert (und die USA als Erleichterung anbieten):
    – Sanktionserleichterungen: Die USA signalisieren eine schrittweise Lockerung der Wirtschafts- und Rohölexport-Sanktionen sowie die Aufhebung der US-Hafenblockade – allerdings strikt gekoppelt an iranische Vorleistungen.
    – Freigabe eingefrorener Vermögenswerte: Der Iran fordert als unumgängliche Bedingung („Test für die USA“) den uneingeschränkten Zugang zu seinen Öleinnahmen und die Freigabe von mindestens 24 Milliarden Dollar an im Ausland blockierten Geldern.

Für den US-Präsidenten, der mit dem Versprechen einer Politik der „maximalen Härte“ angetreten war, birgt das Verhandlungsergebnis dennoch innenpolitische Brisanz. Die monatelangen militärischen Operationen und die Blockade der Seewege haben die globalen Energiepreise drastisch in die Höhe getrieben und erhebliche militärische Ressourcen gebunden. In Sicherheitskreisen und Medienanalysen wird darauf verwiesen, dass das nun angestrebte Interimsabkommen in seinen Kernpunkten – Sanktionserleichterungen gegen die Öffnung der Handelswege – weitreichende Ähnlichkeiten mit dem gemeinsamen umfassenden Aktionsplan von 2015 aufweist. Jener von der Obama-Regierung ausgehandelte Deal war von Trump nach seinem Amtsantritt noch als unzureichend aufgekündigt worden, weshalb die aktuelle diplomatische Annäherung in Washington intensiv debattiert wird.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Gefährdete Ziele im Libanon: Israel sieht Annäherung von Trump mit Iran mit Sorge

Israel, der engste Verbündete der USA, hat mit diesem Deal aber ein massives Problem. Wie die Welt herausarbeitet, knüpft der Iran das Abkommen an eine zwingende, dauerhafte Waffenruhe im Libanon zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Für die israelische Führung ist das eine geopolitische Falle. Ein bilateraler Durchbruch zwischen Washington und Teheran würde Jerusalem dazu zwingen, seine eigenen Militäroperationen im Libanon vorzeitig abzubrechen, noch bevor die eigenen strategischen Sicherheitsziele gegen die Hisbollah erreicht sind. Israel droht somit zum großen Verlierer eines Friedensschlusses zu werden, der primär dazu dient, die wirtschaftlichen und energiepolitischen Belastungen der USA vor den anstehenden Wahlen zu senken.

Trotz der jüngsten iranischen Angriffe auf Israel hält US-Präsident Donald Trump nach eigener Aussage an einer Verhandlungslösung mit dem Iran fest. „Das wird keinerlei Auswirkungen auf das Abkommen haben“, sagte Trump in einem Telefoninterview der britischen Financial Times. Der US-Präsident äußerte sich, kurz nachdem der Iran erneut Raketen auf den Erzfeind Israel abgefeuert hatte. Eigentlich gilt seit April eine Waffenruhe. 

„Wir werden sehen, wie es ausgeht. Aber das waren Angriffe, die überhaupt nichts bewirkt haben“, sagte Trump demnach weiter. Zudem werde der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu keine andere Wahl haben, als ein Abkommen zu akzeptieren, das die USA mit dem Iran aushandelten. „Er wird keine andere Wahl haben“, sagte Trump der Zeitung. „Ich habe das Sagen. Ich habe das alleinige Sagen. Er hat nicht das Sagen“, meinte der US-Präsident demnach mit Bezug auf Netanjahu.

Knackpunkt bei Iran-Verhandlungen: USA und Mullah-Regime streiten über eingefrorenes Vermögen

Doch ob der Deal zustande kommt, bleibt abzuwarten. Das größte verbleibende Hindernis im direkten Verhältnis zwischen den USA und dem Iran bildet der Streit um eingefrorene Vermögenswerte im Ausland. Der Iran beziffert die zur Disposition stehenden Gelder auf 24 Milliarden Dollar. Mohsen Resaei, Berater des obersten iranischen Führers, stellte im US-Nachrichtensender CNN kürzlich klar, dass diese Summe die unumgängliche Bedingung für jede Unterschrift sei: „Diese 24 Milliarden Dollar sind ein Test [...] Das ist die Prüfung, die die Vereinigten Staaten bestehen müssen.“

Die US-Regierung verfolgt jedoch völlig andere Pläne: Wie n-tv berichtet, hat Finanzminister Scott Bessent ein Team beauftragt, die durch iranische Raketen verursachten Schäden in Kuwait und Bahrain exakt zu ermitteln. Die Trump-Administration erwägt, die blockierten iranischen Vermögenswerte einzubehalten und stattdessen direkt als Reparationszahlungen an diese angegriffenen Golfstaaten zu verteilen.

Abkommen mit Iran: Der anhaltende Krieg in Nahost bringt Trump vor Midterms unter Druck

Für US-Präsident Donald Trump drängt die Zeit. Er braucht einen schnellen Deal, wenn er im kommenden Herbst nicht bei den US-amerikanischen Midterms abgestraft werden will. Der Unmut im eigenen Land wächst jedenfalls. Kritik lässt der Mann im Weißen Haus aber nicht gelten. In einem Exklusiv-Interview mit dem US-Sender NBC News verteidigte er die Dauer der Iran-Verhandlungen. Er begründete die Verzögerungen mit dem Charakter der iranischen Führung: „Sie sind stark, sie sind stolz, es gibt Dinge, von denen sie nie dachten, dass sie sie tun würden, die sie tun müssen. Sie haben keine Wahl, und es dauert ein wenig.“

Trump verteidigte seine dreimonatige Amtszeit im Vergleich zu historischen Konflikten mit den Worten: „Ich bewege mich sehr schnell. Ich bin im dritten Monat. Wissen Sie, Vietnam dauerte 19 Jahre. Ich bin in meinem dritten Monat, und alles, was sie tun, ist zu sagen: ‚Oh, wann wirst du gewinnen?‘“ Zudem verwies er auf den Zerstörungsgrad des iranischen Waffenarsenals bei NBC News: „Ich würde prozentual sagen, vielleicht 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen. Es sind viele Raketen, aber es ist nicht mehr das, was es war, als wir das erste Mal angriffen.“

Iran-Krieg: Mullah-Regime verfügt weiter über großes Raketenarsenal

Dennoch besitzt Teheran weiterhin gefährliche Restbestände. Im Podcast „Pod Force One“ der New York Post signalisierte Trump zwar, dass die US-Blockade spätestens bis zum Labor Day im September aufgehoben sein könnte, stellte dem Iran jedoch gleichzeitig ein Ultimatum: „Unterzeichnen wir ein Abkommen oder machen wir es auf die andere Art? Und die andere Art ist nicht nett.“

Um den ins Stocken geratenen Dialog neu zu beleben, laufen internationale Vermittlungsversuche über Drittstaaten. Wie der Tagesspiegel meldet, reiste der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi am Samstag zu hochrangigen Gesprächen nach Teheran, unterstützt durch den zeitgleichen Besuch des libanesischen Armeechefs General Rudolf Haykal in Pakistan. Pakistan fungiert als zentraler Vermittler zwischen den Konfliktparteien, da dem pakistanischen Armeechef Asim Munir exzellente Kontakte zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt werden. Das gemeinsame Ziel bleibt die politische Stabilisierung des Nahen Ostens. (Quellen: NBC News, ntv, Welt, Tagesspiegel) (jenko)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/dpa

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