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Naher Osten
Israel will Waffenruhe mit Hamas vereinbaren – sonst wird alles „zu Staub verfallen“
Laut US-Präsident Trump will Israel eine Waffenruhe mit der Hamas im Gaza-Krieg vereinbaren. Ob ein wesentlicher Punkt verhandelt wird, ist unklar.
Washington, DC/Tel Aviv/Gaza – Israel hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einem neuen Vorschlag für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg zugestimmt. Die Feuerpause soll zunächst für 60 Tage gelten, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Während dieser Zeit würden die USA mit allen Parteien zusammenarbeiten, um den Krieg zu beenden, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Er forderte die islamistische Hamas auf, den vorgelegten Vorschlag zu akzeptieren. „Ich hoffe zum Wohle des Nahen Ostens, dass die Hamas diesen Deal annimmt, denn es wird nicht besser werden. Es wird nur schlimmer werden“, schrieb der Republikaner. Nach seinen Angaben werden nun Vertreter aus Katar und Ägypten den Vorschlag an die Hamas überbringen.
Laut Israels Außenminister Gideon Saar unterstützt eine große Mehrheit in der israelischen Regierung das Gaza-Abkommen. „Wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, dürfen wir sie nicht verpassen“, schrieb Saar auf der Plattform X. Seinen Angaben nach spricht sich auch eine große Mehrheit der israelischen Bevölkerung für einen Deal aus. Auch Umfragen haben das immer wieder ergeben, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Trumps Israel-Deal: Hamas hat wohl noch nicht zugestimmt
Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich die mit Israel im Krieg befindende Hamas die Bedingungen akzeptieren wird. Unklar ist, ob der zuletzt wichtigste Verhandlungspunkt berücksichtigt wurde: die Forderung der Terrororganisation nach einer festen Zusage, dass die Waffenruhe zum dauerhaften Frieden im Gaza-Krieg führt.
Man habe Ideen vorgebracht, mit dem Ziel, „die Israelis dazu zu bringen, zuzustimmen. Und das haben sie getan“, sagte ein US-Beamter der US-Nachrichtenseite Axios. Trump wird den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu kommende Woche in Washington empfangen. Laut Trump will auch Netanjahu den Krieg im Gazastreifen beenden.
Israel droht Huthi-Rebellen im Jemen
Unterdessen fing die israelische Luftabwehr erneut Raketen aus dem Jemen ab. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Rebellen teilten mit, dass ihr Ziel der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv gewesen sei. Zudem habe die Miliz Drohnen auf „drei sensible Ziele“ in Israel geschickt.
Als Antwort drohte Israels Verteidigungsminister Israel Katz den Huthis: „Nachdem wir den Schlangenkopf in Teheran geschlagen haben, werden wir auch die Huthi im Jemen schlagen“, verkündete der Politiker über sein Büro. Ungenannte israelische Beamte warnten gegenüber Axios vor einer Ausweitung der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen, sollten die Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung die verbliebenen Geiseln scheitern.
„Alles wird zu Staub verfallen“, sagte ein ranghoher israelischer Beamter. „Es ist nicht unsere bevorzugte Option, aber wenn es keine Bewegung in Richtung eines Geiseldeals gibt, haben wir keine andere Wahl.“ Derweil setzt sich die Siedlergewalt im Westjordanland weiter fort. (jfw mit Nachrichtenagenturen)