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„Verbrechen gegen die Menschlichkeit“
Forschende aus Israel verlangen Ende des Gaza-Krieges
Der Gaza-Krieg verschlimmert sich. Die Zahl offener Briefe und Forderungen gegen das militärische Vorgehen im Gazastreifen steigt.
Tel Aviv – Bei dem Großangriff der islamistischen Terrorgruppe Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023 waren nach israelischen Angaben rund 1210 Menschen getötet worden, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 57 Geiseln von den Islamisten festgehalten, 34 von ihnen sind nach Angaben der israelischen Armee tot.
Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die nicht unabhängig überprüft werden können, bislang mehr als 54.000 Menschen getötet.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Israels Akademiker fordern Hochschulleitungen zum Handeln gegen Krieg im Gazastreifen auf
Mehr als 1.200 israelische Akademiker haben in einem offenen Brief die Leitung israelischer Hochschulen aufgefordert, öffentlich Stellung zu beziehen und aktiv gegen den Krieg im Gazastreifen vorzugehen. Der Brief wurde am Dienstag von der Gruppe „Black Flag Action Group“ veröffentlicht, berichtete Al Jazeera.
Die Wissenschaftler schreiben, dass seit einer Waffenstillstandsverletzung Israels im März fast 3.000 Menschen im Gazastreifen ums Leben gekommen sind. Nach ihren Angaben handelt es sich dabei überwiegend um Zivilisten. Zusätzlich zu der hohen Zahl der Todesopfer warnen die Verfasser des Briefes vor einer drohenden Hungersnot in der Region.
Krieg in Gaza: Israelische Wissenschaftler machen im offenen Brief auf das Leid der Palästinenser aufmerksam
Der Brief der Wissenschaftler ist der jüngste in einer wachsenden Zahl offener Schreiben aus Israel, die sich gegen den Gaza-Krieg aussprechen. Dem offenen Brief zufolge fordern die Unterzeichner, dass die Vereinigung der Universitätsleiter in Israel, der Vorstand der öffentlichen Hochschulen sowie die Protestgruppe „Akademiker für israelische Demokratie“ „sofort handeln und das gesamte Gewicht der israelischen Wissenschaft mobilisieren, um den israelischen Krieg im Gazastreifen zu beenden“. Im Gegensatz zu anderen in Israel veröffentlichten Protestbriefen gegen den Krieg richtet sich der Fokus im Schreiben der Akademiker besonders auf das Leid der Palästinenser.
„Dies ist eine entsetzliche Litanei von Kriegsverbrechen und sogar Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die wir alle selbst verschuldet haben“, heißt es im Brief. „Wir können nicht behaupten, dass wir nichts gewusst haben“. Die Wissenschaftler schrieben außerdem: „Wir haben zu lange geschwiegen. Um des Lebens von Unschuldigen und der Sicherheit aller Menschen in diesem Land willen … wenn wir nicht dazu aufrufen, den Krieg sofort zu beenden, wird uns die Geschichte nicht verzeihen.“
„Es ist mehr als 100 Tage her, dass ich gezwungen wurde, meinen Bruder zurückzulassen“, sagte Jair Horn, der im Februar freigelassen wurde, dessen Bruder aber weiterhin im Gazastreifen festgehalten wird. „Solange Eitan und die anderen Geiseln nicht zurück sind, bin ich noch immer in Gefangenschaft.“ Horn forderte ein Ende des Krieges und die Freilassung der verbliebenen Geiseln. (jal/dpa)