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Naher Osten
Israel bedroht durch Hamas: 'Tötung von Hisbollah-Mitglied Nasrallah macht Region nicht sicherer'
Israel hat kürzlich Hasan Nasrallah, den Anführer der islamistischen Hisbollah, ermordet. Ein Sprecher der Hamas warnt, dass dies die schiitische Miliz stärken könnte.
Beirut – Mit ihren Angriffen auf den Libanon will Israels Armee nach eigenen Angaben die islamistische Hisbollah zerschlagen. Seit Tagen greift das Land deswegen Ziele im Nachbarland aus der Luft an. Zuletzt wurden dabei mehrere Mitglieder der Hisbollah getötet, darunter auch der Führer der Hisbollah, Hasan Nasrallah. Und die schiitische Miliz feuert immer wieder zurück.
Hamas-Sprecher sieht Stärkung von Hisbollah
Die Hamas im Gazastreifen behauptet, dass die israelischen Angriffe die Hisbollah nur stärken könnte. Ein ranghoher Hamas-Beamter erklärte gegenüber Newsweek, dass die Tötung des Hisbollah-Chefs Nasrallah die libanesische Gruppe nur stärken könnte. „Die wichtigste Frage ist: Wird die Ermordung eines Führers der Hamas oder der Partei (Hisbollah) Israel sicherer machen?“, fragte Basem Naim, Mitglied des Politbüros und Sprecher der Hamas in dem Gespräch.
„Liegt Israels Problem bei bewaffneten Gruppen mit begrenzten Zielen, die durch die Ermordung ihrer Anführer beseitigt werden können, oder mit Völkern, die Rechte haben, die sie seit Jahrzehnten anstreben und trotz der Ermordung vieler Anführer nicht aufgegeben haben? Ist irgendeine Widerstandsgruppe nach der Ermordung ihrer Anführer verschwunden?“, so der Hamas-Sprecher. „Sie sind alle stärker geworden und haben sich weiter verbreitet.“ Mit seinen Militäroperationen habe Israel zwar taktische Erfolge erzielt, aber es verliert die strategische Schlacht. Es sei so, dass die Operation erfolgreich gewesen sei und dennoch der Patient gestorben sei.
Israel greift Ziele im Gazastreifen und Libanon an
Unterdessen greift Israels Armee weitere Ziele im Gazastreifen sowie im Libanon an. Im Gazastreifen sei erneut eine Kommandozentrale der Hamas aus der Luft angegriffen worden. Sie habe sich im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens auf dem Gelände einer früheren Schule befunden, hieß es in der Nacht vonseiten Israels. Die Zentrale habe der Hamas zur Planung und Ausführung von Terroranschlägen gegen israelische Soldaten und den Staat Israel gedient.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Ein ranghoher Anführer der islamistischen Gruppe sei zudem im Libanon bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Fatah Scharif Abu al-Amin sei gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern in seinem Wohnort nahe Tyros ums Leben gekommen, hieß es von der Hamas. Es handele sich um den Anführer der Hamas im Libanon.
Israel laut Experte vor Einsatz von Bodentruppen im Libanon
Israel befindet sich nach Einschätzung von Andreas Reinicke, Direktor des Deutschen Orient-Instituts mit Sitz in Berlin und früherer Diplomat, in einem dritten Libanon-Krieg. „Davon muss man ausgehen“, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin. „Die nächste Konsequenz ist, dass Israel mit Bodentruppen eingreifen wird“, so Reinicke. Dabei rechne er eher mit einem Einmarsch in den Süden. „Israel hat gesagt, dass es die Hisbollah zurückdrängen will hinter den Litani-Fluss. Es gibt auch eine UNO-Resolution, die das vorsieht“, so Reinicke.
Zivilisten im Gazastreifen, Libanon und Israel leiden
Israel und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seien indes in der Logik, das Problem lasse sich nur militärisch lösen. „Die Logik, dass man die Sicherheit und das Existenzrecht Israels mit Friedensverhandlungen löst, scheint nicht im Vordergrund zu stehen“, so der Experte. Dabei habe die Arabische Liga unter Führung Saudi-Arabiens bereits 2002 die arabische Friedensinitiative lanciert. Von dem Krieg im Gazastreifen und Libanon sind besonders Zivilisten betroffen. Im Gazastreifen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde bisher mehr als 40.000 Menschen getötet und mehr als 90.000 verletzt. Über 16.700 der Todesopfer seien Kinder.
Auch im Libanon verschärft sich die humanitäre Lage: Seit Beginn der zunehmenden Konfrontationen zwischen Israels Militär und der Hisbollah-Miliz vor bald einem Jahr wurden im Libanon nach offiziellen Angaben mehr als 1.600 Menschen getötet, darunter mehr als 100 Kinder und fast 200 Frauen, und weitere 8.400 verletzt. Das Gesundheitsministerium unterscheidet bei diesen Zahlen nicht zwischen Zivilpersonen und Hisbollah-Mitgliedern. Im Norden Israels können seit Monaten wegen des Beschusses zehntausende Menschen nicht in ihre Häuser zurückkehren. Auch hier geraten Zivilisten immer wieder ins Feuer der Hisbollah. (erpe/dpa/AFP)